Praktikumsbericht von der wunderschönen Insel Bali: Teil 1


Meine Reiseplanung fing mehr oder weniger 3 Monate vor Reiseantritt an. Nachdem ich die offizielle Zusagevon meinem Praktikumsplatz erhielt, fing ich an mir Gedanken zu machen, was alles so benötigt wird. Natürlich fiel mir auf Anhieb nicht alles gleich ein, da ich noch nie für 4 Monate am Stück international gereist bin. So kamen nach und nach immer neue Punkte auf meine „To-Do-Liste“. Im Endeffekt habe ich meine Vorbereitungen wie folgt abgearbeitet.


Reisepass

...beantragen

Damit ich überhaupt in ein Land außerhalb von Europa einreisen darf, war für mich oberste Priorität einen Reisepass zu beantragen, da ich zu der Zeit keinen gültigen mehr besaß. Jeder weiß, dass Behördengänge mühselig sind und gerne etwas Zeit in Anspruch nehmen. Aus diesem Grund sollte die Beantragung des Reisepasses der erste Step der Reiseplanung sein. Ich musste zum Glück nicht Wochen auf einen Termin beim Bürgeramt warten, wie es zurzeit der Fall ist. Für die Beantragung benötigte ich nur ein aktuelles biometrisches Passfoto und meinen Personalausweis oder meinen abgelaufenen Reisepass (dieser muss auch bei der Abholung mitgebracht werden). Zudem wurde ein Fingerabdruck von mir gemacht und natürlich musste ich meine Unterschrift ablegen. Da ich über 24 Jahre bin, hat mich das Ganze 59 € gekostet. Bis zum 24. Lebensjahr hätte ich nur 37,50 € bezahlen müssen. Nach circa 4 Wochen konnte ich ihn abholen. Aber besser ist es, sich vorsichtshalber auch auf 6 Wochen einzustellen. Die Preise können sich natürlich ändern, also bitte informiert euch vorher hierzu noch einmal selbständig.

...vorhanden

Wenn schon ein Reisepass vorhanden ist, muss unbedingt darauf geachtet werden, dass dieser mindestens noch 6 Monate vor Reiseantritt gültig ist. Bei einem längeren Aufenthalt muss natürlich auch ein neuer Reisepass beantragt werden, um auch wieder ausreisen zu dürfen.

Schutzimpfungen

Notwendigkeit

Wie auch in Deutschland sollten natürlich die Standardimpfungen, wie: 

  • Diphtherie
  • Tetanus
  • MMR (Mumms, Masern, Röteln)
  • Pertussis (Keuchhusten)
  • Polio (Kinderlähmung)

vorhanden bzw. aufgefrischt sein.

Hinsichtlich der Mehrfachimpfungen bei einigen zusätzlichen Schutzimpfungen, sollte mit der Einholung von Informationen für diese so früh wie möglich begonnen werden. Hierzu kann man sich z.b. auf der Seite des Auswärtigen Amts sehr gut informieren. Ansonsten ist auch eine Beratung im Tropeninstitut zu empfehlen, diese kostet jedoch 20 €. Ich persönlich habe mich bei Freunden, die schon mal nach Bali gereist sind und bei den Mitarbeitern von meiner Praktikumsstelle informiert. Es kommt auch darauf an, ob man sich eher in einer Stadt oder ländlichen Region aufhält. Mir wurde geraten, dass ich mich auf jeden Fall gegen Hepatitis A und B, sowie Tollwut impfen lassen sollte.

Kosten + Impfabstände

Hepatitis A + B gibt es als Kombiimpfung. Eine einzelne Impfung kostet ca. 70 € (gibt es auch einzeln, falls nur eine von beiden aufgefrischt werden muss, kostet aber fast genauso viel). Nach einem Monat gibt es die Zweite und dann nochmal die Dritte ein halbes Jahr später. Sobald die ersten zwei Impfungen erfolgt sind, ist der Schutz vorhanden. Die Dritte sorgt dafür, dass der Wirkstoff bis zu 10 Jahre anhält. Die Tollwutimpfung besteht ebenfalls aus 3 Injektionen, die innerhalb eines Monats erfolgen. Eine Impfung kostet ca. 68 €. Wie man sieht, kommt ein nicht gerade kleiner Betrag zusammen. Bei meiner Krankenkasse kann ich für zusätzliche Kosten 100 € im Jahr geltend machen. Nicht gerade viel, aber wenigstens etwas. Informiert euch hierzu bei eurer Krankenkasse. Auch hier variieren die Beträge der Kostenübernahme.

Flug

Wenn man nicht unnötig viel bezahlen möchte, würde ich raten mit der Flugbuchung nicht allzu lange zu warten. Falls jemand Flugangst hat, wie ich, und nicht gerne tausendmal umsteigen möchte, empfiehlt sich Qatar Airways. Diese Airline hat mit die kürzeste Verbindung und nur einen Stopp in Doha (Katar). Der Flug, den ich über eine Flugsuchmaschine buchte war günstiger, als auf der Homepage von Qatar Airways. Ich rate, ab und zu einfach malauf mehreren Portalen nach den gewünschten Flügen zu schauen, um einen bestmöglichen Preisvergleich zu erhalten. Bevor ihr einen Koffer/Handgepäck kauft, informiert euch zuvor über die Gepäckeinheiten bei der jeweiligen Fluggesellschaft, bei der ihr nun schlussendlich den Flug buchen möchtet.

Visum

Die Visumsbeantragung erfolgt in der indonesischen Botschaft in Berlin. Ich selbst bin Berlinerin und habe meine Unterlagen dort persönlich eingereicht. Dies ist aber auch per Postsendung möglich. Für den Antrag musste ich 2 Passfotosmein Hin- und Rückflugticket, den aktuellen Kontostand (auf meinem Girokonto war jedoch zu wenig drauf, sodass ich andere Ersparnisse oder Einnahmen zusätzlich vorweisen musste) und meinen Reisepass mitbringen. Vor Ort habe ich dann noch ein Formular ausgefüllt und 45 € bezahlt. Nach einer Woche konnte ich meinen Reisepass mit dem eingedruckten Visum abholen. Auch wenn es bei mir recht fix ging, rate ich trotzdem etwas mehr Bearbeitungszeit einzuplanen. Denkt daran, auf die genehmigte Anzahl der Tage zu achten, bei mir sind es 60 Tage. Also muss ich vor Ort für die restlichen 2 Monate mein Visum nochmal verlängern lassen. Es wird hier immer nur um 30 Tage erweitert. Die Erweiterung kostet momentan zwischen 600.000 – 900.000 indonesische Rupiah (IDR), das sind ca. 42 € – 63 € (Stand: Frühjahr 2016). Auch diese Angaben können sich immer wieder ändern.

Kreditkarte & EC-Karte

Nicht selten fallen hohe Gebühren für die Bargeldbabhebung mit der EC-Karte an. Hierbei kommt es jedoch auf die EC-Karte und das jeweilige Bankinstitut an. Es sollte auf jeden Fall vor Reiseantritt geprüft werden, ob die eigene Karte in dem jeweiligen Land genutzt werden kann und welche Gebühren bei der Abhebung anfallen. Außerhalb von Europa kann es sogar vorkommen, dass die EC-Karte vom Geldautomaten nicht akzeptiert wird. Daher empfiehlt es sich eine Kreditkarte zu beantragen, damit man auf der sicheren Seite ist. Die Wartedauer ist von Bank zu Bank unterschiedlich.

Krankenversicherung

Ausland

Auf keinen Fall darf vergessen werden, eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen. Am besten macht man auf den jeweiligen Portalen zuerst einen Vergleich. Im Anschluss kann jeder für sich entscheiden, welches Preis-Leistungsverhältnis einem mehr zusagt. Wenn jemand nur bis zu ca. 6 Wochen verreist, kostet das meistens nicht einmal 20 Euro. Für alle Auslandsaufenthalte die darüber hinaus gehen, greift diese günstige Alternative leider nicht mehr. Ich z.B. habe für meinen 4-monatigen Auslandsaufenthalt eine Krankenversicherung + Haftpflichtversicherung für ca. 170 € abgeschlossen. Ohne Haftpflicht wären es ca. 140 € gewesen. Also kein großer Unterschied. Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Zu empfehlen ist beispielsweise die Auslandskrankenversicherung von PROTRIP-WORLD, welche sich auf Auslandsaufenthalte für junge Leute bis 39 Jahren spezialisiert haben. 

Inland

Leider musste ich feststellen, dass es anscheinend eine Gesetzeslücke gibt, was die inländischen Krankenkassenbeiträge für Studenten während eines Auslandaufenthalts angeht.

Mein Fall ist folgender:

Ich absolviere auf Bali mein Pflichtpraktikum, dieses und meine Bachelorarbeit gehören zum 6. Semester meines Studiengangs. Somit bin ich in Deutschland natürlich auch immatrikuliert. Ich bin über 25 Jahre und muss deswegen auch meinen monatlichen Krankenkassenbeitrag selbst zahlen. Als ich die Auslandskrankenkasse abschloss, ging ich zu meiner Krankenkasse, um meinen Versicherungsschutz in Deutschland während der 4 Monate pausieren zu lassen. ‘Wieso in Deutschland zahlen, wenn ich doch nicht einmal eine ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen kann?' dachte ich mir. Pustekuchen!!! Denn durch die Immatrikulation in Deutschland, konnte mich die Krankenkasse nicht pausieren. Aus eigener Recherche heraus, habe ich mitbekommen, dass das Gleiche für ein Auslandssemester zählt. Also stellt euch auf diese Extrakosten ein, falls ihr auch über 25 Jahre seid und in Deutschland während des Auslandsaufenthalts immatrikuliert bleibt.

Auslandsbafög

Für diejenigen, die auf eine finanzielle Unterstützung angewiesen sind, ist besonders wichtig den BaföG-Antrag rechtzeitig zu stellen. Es kann sich durch die benötigten Unterschriften von der ausländischen Praktikumsstelle, eurer Hochschule/Universität und den Unterlagen eurer Eltern, sowie den Bearbeitungszeiten beim BaföG-Amt immer etwas hinziehen. Für die Antragstellung für ein Auslandspraktikum/-semester in Indonesien ist das Studentenwerk Tübingen – Hohenheim zuständig. Unter folgenden Link findet ihr alle benötigten Formblätter und ergänzende Vordrucke.

Zusatz

Sprachkenntnisse

Je nachdem in welches Land man reist, ist es nie verkehrt, seine Englischkenntnisse wieder etwas aufzufrischen. Was das angeht, kann man nie früh genug anfangen. Wenn es in ein nicht-englischsprachiges Land geht, kann man sich etwas herantasten, indem man sich ein kleines Wörterbuch der Landessprache zulegt. Da man nie davon ausgehen kann, dass die Einheimischen mit der englischen Sprache vertraut sind.

Kündigung von Verträgen/Abonnements

Wer längere Zeit im Ausland verbringt, sollte daran denken, seine Verträge (Handy, Fitnessstudio usw.) mit den verschiedenen Anbietern rechtzeitig zu kündigen, damit die Kündigungsfristen eingehalten werden. Abonnements für Zeitschriften oder Verkehrsbetriebe sollten nicht vergessen und frühzeitig gekündigt werden.

Auflösung/Vermietung von Wohnung/Zimmer

Je nachdem wie die Wohnsituation und Reisedauer ist, sollte man sich Gedanken machen, ob die Wohnung oder das Zimmer untervermietet oder aufgegeben werden soll. Dabei sollte man sich genau übelegen, ob es überhaupt sinnvoll ist, seine Wohnung aufzugeben (selbst bei einer längeren Reise). Wer in einer Stadt wohnt, weiß dass schöne und bezahlbare Wohnungen oder WG-Zimmer Mangelware geworden sind. Wenn man nicht weiß wohin mit den eigenen Kram, gibt es sicherlich Familie oder Freunde, die einem gerne dabei helfen. Wenn diese auch keinen Platz mehr haben, gibt es auch mietbare Lagerräume für kleines Geld. Informiert euch hierzu am besten im Internet, wo es in eurer Nähe Mietlager bzw. sogenannnte Selfstorage-Angebote gibt.