Mein englisch-sprachiges Praktikum in Valencia


Valeria hat sich nach Abschluss ihres Bachelorstudiums der Wirtschaftsinformatik für ein Auslandspraktikum in Spanien entschieden - es sollte allerdings englisch-sprachig sein. Absolviert hat sie ihr Praktikum schließlich in einem kleinen Software Dienstleistungsunternehmen.

Hier berichtet sie von ihrer Arbeit, den Kollegen und ihrer Freizeit in Valencia.

Meine Aufgaben im Software-Projekt

Durch Studentsgoabroad war es möglich, einen englischsprachigen Praktikumsplatz in Spanien zu finden – was für mich aufgrund meiner nicht vorhandenen Spanischkenntnisse Voraussetzung war. Es wurde gewiss kein perfektes Englisch gesprochen – mich mit eingeschlossen. Aber die Kollegen hatten trotzdem sehr viel Freude an der englischen Sprache und wollten unbedingt Ihre Kenntnisse verbessern und jede Gelegenheit nutzen, die Sprache zu üben. Genau das machte das Team insgesamt sehr sympathisch und ich konnte in den 2 Monaten eine sehr freundschaftliche Beziehung zu den meisten aufbauen.

Mir wurden von Anfang an gesagt, was meine Aufgabe in den 2 Monaten sein wird und was das Ziel ist. Ich muss zugeben, dass es aufgrund der Sprache nicht immer ganz einfach war, auf Anhieb alles zu verstehen und übermitteln zu können – aber letztendlich hat es dann doch sehr gut geklappt und das Ergebnis war für alle zufriedenstellend. Ich wurde in ein laufendes Software‐Projekt integriert, in dem ich alleinig für die Erstellung der TestCases sämtlicher bereits programmierter Methoden zuständig war. Mein Aufgabenfeld war somit klar abgegrenzt und mir wurde freigestellt, wie ich die TestCases aufbaue und programmiere, was mich sehr selbstständig arbeiten lies. Für Fragen war stets ein Kollege im Haus und sie nahmen sich auch immer die Zeit, mich bei meiner Arbeit zu unterstützen.

Um halb elf stand meist eine kurze Kaffeepause mit den Kollegen an, in der wir auch die Gelegenheit hatten, über andere Themen als die Arbeit sprechen. Als Nachteil kann man natürlich erwähnen, dass ich in dem Praktikum nichts verdiente – was wiederum aber auch seine Vorzüge hat. Ich bekam die Zeit für Einarbeitungen und Recherchen, ohne mich unter Druck gesetzt zu fühlen. Für mich waren die 5 Stunden pro Tag kein MUSS, sondern ein angenehmer Start in den Tag. Ich war freiwillig dort und hatte somit meinen Spaß in der Arbeit und konnte meine Tage je nach Bedarf auch flexibel gestalten. Und wenn man fast jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit von der Sonne angestrahlt wird – und das im Oktober / November ‐ beginnt der Tag sowieso schon mit einem Lächeln. Außerdem war für mich das Praktikum der Schlüssel zu einer fantastischen Zeit in Valencia.

Nach der Arbeit Klettern in der Natur

Die Kollegen waren sehr interessiert daran, dass man sich wohlfühlt und Anschluss findet und haben jede Gelegenheit genutzt, das zu unterstützen. So wurde für mich ein Kontakt zu einem sehr netten spanischen Mädchen hergestellt, dass das gleiche Hobby wie ich, das Klettern, verfolgte. Ich bin Samstagabend mit meinem eigenen Auto in Valencia angekommen, hatte direkt montags meinen ersten Arbeitstag und hab mich bereits am Dienstag mit dem Mädchen abends zum Bouldern getroffen. Inzwischen sind wir sehr gute Freunde und hatten eine tolle Zeit zusammen. Durch sie lernte ich weitere spanische Kletterbegeisterte kennen und im nu war ich in der Gruppe so fest integriert, dass wir fast jedes Wochenende zusammen verbrachten und Ausflüge in die Berge machten. Für mich war es ein absoluter Traum, das Klettern in der Natur kennenzulernen.

Mit Englisch in einer spanischen Stadt?

Obwohl ich kein Spanisch kann, fühlte ich mich sehr wohl mit den Leuten. Ein Teil davon konnte sogar Deutsch, da sie als Erasmus‐Studenten in Deutschland waren. Ansonsten sprachen wir Englisch untereinander, was für niemanden ein Problem darstellte – zumindest innerhalb dieser Gruppe. In der Stadt, beim Einkaufen und sonstigen öffentlichen Einrichtungen kann jedoch nicht mitenglischsprachigem Personal gerechnet werden – aber die meistens sind trotzdem sehr angetan, sich „mit Händen und Füßen“ zu verständigen.

Außerdem probierte ich mich an einem Spanisch‐Sprachkurs, der auch über Studentsgoabroad vor Ort vermittelt wurde. Anfangs war ich etwas irritiert, da meine Vorstellung von einem Anfängerkurs eine etwas andere war, als die von der Betreuung vor Ort. Ich wurde einer bereits bestehenden Gruppe zugeordnet, in der alle schon gewisse Spanischkenntnisse hatten. Die Kenntnisse waren sehr unterschiedlich, was den Unterricht sowohl für den Lehrer, als auch für alle anderen Teilnehmer, aber vor allem für mich nicht gerade einfach machten. Ich sprach mit meiner Ansprechpartnerin vor Ort und wir konnten uns schnell auf eine Alternative für mich einigen. Ich konnte den Kurs wechseln und hatte den Unterricht mit einer weiteren Deutschen, die ebenfalls noch keine Spanischkenntnisse hatte.

Ich bin doch sehr zufrieden mit der Betreuung und Abwicklung durch Stundentsgoabroad. Es wurde immer sehr schnell reagiert und versucht, eine gute Lösung für alle zu finden. Was ich sagen möchte, ist, dass bestimmt nicht alles fehlerfrei und ohne Stolpersteine ablief, aber doch immer wieder eine gute Lösung gefunden werden konnte.

Mein Fazit von meinem Praktikum

Für mich war Valencia eine der besten Auslandserfahrungen, die ich je gemacht hatte. Ich bin sehr dankbar für die Zeit dort und möchte diese auf keinen Fall missen. Ich bin schon sehr viel gereist und habe viele verschiedene Länder besucht – aber ich hatte noch nie in einem anderen Land gearbeitet. Durch das Praktikum habe ich die Leute und das Land ganz anders erlebt und sehr viel besser kennengelernt

Für mich hat das Besondere an der Zeit keine Sehenswürdigkeit oder Attraktion ausgemacht, sondern einfach der Alltag – dort zu wohnen und zu leben, morgens aufzustehen und zur Arbeit zu gehen, sich abends mit Freunden zu treffen und das Wochenende mit gemeinsamen Hobbies zu füllen. Wie wir unsere Freizeit gestaltet hatten, war sehr einfach und ohne großen Aufwand – aber für mich genau richtig. Ich konnte sehr gut abschalten und fühlte mich die kompletten 2 Monate sehr entspannt. Und genau diese Gelassenheit will ich in Zukunft in vielen Angelegenheiten beibehalten. Es geht doch immer irgendwie weiter und oft ist ein Problem nicht so tragisch, wie es im ersten Moment zu erscheinen mag.

Außerdem war es fantastisch, wie ich dort aufgenommen und betreut wurde, was ich hoffe an andere weitergeben zu können. Ich bin rundum begeistert und kann diesen Schritt und vor allem Valencia nur weiterempfehlen. Der Anfang ist nicht immer leicht, aber immer die Chance, etwas Fantastisches zu erleben.