Claudias Biotechnologie Praktikum in Valencia


Seit langem habe ich davon geträumt, eine Weile im Ausland zu leben und insbesondere die Arbeitskultur eines fremden Landes kennenzulernen. Über die Webseite von StudentsGoAbroad bin ich auf die Möglichkeit gestoßen, ein Praktikum in meinem Fachbereich Biotechnologie in Valencia zu absolvieren. Die Vermittlung lief relativ zügig und nach Klärung der Formalitäten musste ich mich nur noch um meinen Flug und die Wohnungssuche kümmern. 

Mein Praktikum

Ende März war es dann nach langem Fiebern endlich soweit und ich flog von München nach Valencia. Nach einem entspannten Wochenende zum Ankommen und Einleben, begann auch schon mein total spannendes Praktikum. Dieses absolvierte ich in einem Start-Up-Unternehmen, das an der Universität Valencias seine Räumlichkeiten hat. Ziel des Unternehmens ist die Entwicklung des Prototyps einer Wandverkleidung, an der Nutzpflanzen in Hydrokultur angebaut werden können. Dabei war mein Aufgabengebiet im Praktikum breit gefächert. Auf meinem typischen Arbeitsplan standen sowohl sehr technische Aufgaben, wie die Herstellung von Betonteilen und die Realisierung der Messtechnik, als auch Literaturrecherche zu Marktdaten. Darüber hinaus erhielt ich Einblicke in die Anbaubedingungen unterschiedlicher Pflanzen. Die Arbeitsgruppe war überschaubar und das Team super angenehm und nett. Die Arbeitssprache war dabei stets auf Englisch. Der Zusammenhalt und die Teamarbeit bei der Durchführung der Aufgaben waren sehr gut und die Arbeitsatmosphäre super. Da die Arbeitszeiten von 14 bis 20 Uhr lagen, hatte man am Vormittag genug Zeit für Erledigungen, Haushalt oder einfach einen entspannten Strandspaziergang.

Das Leben in Valencia – laut und lebendig

Meine Wohngemeinschaft hatte ich online über eine Internetplattform gefunden. Ich wohnte im Viertel Benimaclet, das recht nah an der Universität liegt. Meine Mitbewohner kamen aus Spanien, Frankreich und Finnland, weshalb auch hier hauptsächlich Englisch gesprochen wurde. Vor meinem Aufenthalt in Valencia hatte ich einen Spanischkurs an meiner Uni absolviert, um mir die Grundkenntnisse anzueignen. Dies war sehr wichtig, um im Alltag, z.B. bei Essensbestellungen oder in Shops, zurecht zu kommen. Viele Menschen in Valencia, insbesondere in Regionen abseits des Tourismus, sprechen gar kein oder nur sehr schlechtes Englisch. Was ich sehr an Valencia und insbesondere an meinen Viertel mag, ist die Lebhaftigkeit. Jede Menge kleiner Bars und Restaurants sind in der Nähe meiner Wohnung. Häufig finden Straßenmärkte oder Food Festivals statt. Es gibt echt eine Menge zu sehen und zu viel zu erleben. Insgesamt könnte man das Leben in Valencia als laut und lebendig beschreiben.

Auch Kulinarisch hat Spanien bzw. Valencia viel zu bieten. Insbesondere die traditionelle  valencianische Paella, ein Pfannengericht aus Reis, Hühnchen und Gemüse sollte man  unbedingt probieren! In Valencia gibt es außerdem jede Menge kleiner Obst- und Gemüsehändler, die eine große Auswahl regionaler Waren anbieten. So war ich gut mit frischem Obst, insbesondere Erdbeeren und Orangen versorgt. Orangenbäume sieht man im Übrigen an jeder Ecke, was den besonderen Flair dieser Stadt auch mit ausmacht.

Kultur und Natur pur

In meiner Freizeit und am Wochenende habe ich oft Ausflüge ins Zentrum oder in die Regionen außerhalb Valencias unternommen. Valencia hat eine wunderschöne Altstadt mit gotischen und romanischen Einflüssen. Sehr schön ist zum Beispiel die Kathedrale von Valencia, oder die Lonja de la Seda (Seidenbörse). Mit meinen Freunden bin ich auch häufig an den Strand (Malvarrosa Beach) gefahren, der nur wenige Stationen mit der Tram von meiner Wohnung entfernt liegt. Dort habe ich häufig sehr lange Spaziergänge gemacht.

Ein weiteres meiner Ausflugsziele war der Naturpark Albufera. Dieser befindet sich ca. 20 km südlich von Valencia und ist mit dem Bus erreichbar. Entlang eines angelegten Pfades, direkt neben einer Süßwasserlagune, kann man die vielfältige Flora und Fauna des Parks bewundern - ebenfalls sehr zu empfehlen ist der ca. 6 km nördlich gelegene Ort Port Saplaya. Dieser Hafenbezirk wird oft als „little venice“ bezeichnet, weil die kleinen bunten Häuser an die italienische Stadt Venedig erinnern.

Absolutes Highlight meines Aufenthalts in Valencia war eine Tour in eine Meer- und Bergregion in der Provinz Alicante. Hier haben wir eine Wandertour mit anschließendem Strandaufenthalt gemacht. Der Ausblick von den Bergen auf das tiefblaue Meer war phänomenal.

Fazit

Die Zeit in Valencia war einfach unvergesslich. Ich habe sowohl fachlich, als auch interkulturell unglaublich viel gelernt. Außerdem habe ich viele tolle Menschen kennengelernt, mit denen ich hoffentlich lange in Kontakt bleiben werde. Ich kann jedem nur empfehlen, zumindest einmal im Leben einen Aufenthalt dieser Art zu wagen.