La Pura Vida in Costa Rica leben


Deine Wahl ist also auf eine Freiwilligenarbeit oder ein Praktikum in Costa Rica gefallen - eines der artenreichsten Länder der Welt. Nicht nur die Tierwelt profitiert von der guten Vegetation, im Einklang mit der Natur haben die Costa Ricaner einen ganz besonderen Lebensstil entwickelt: La Pura Vida. Sicherlich ein Grund mehr, der dich in dieses kleine Paradies ruft. Doch wie lebt man genau ein “pures Leben”? Die erste und oberste Grundregel für dich ist: Tempo runterschrauben. “La Pura Vida” bedeutet vor allem, den Moment zu genießen und nicht zu weit ins Voraus zu denken.

Treff dich mit Einheimischen

Viele der Einheimischen, auch Ticos genannt, können ein bisschen Englisch sprechen. Dennoch ist es ratsam, deine Spanischkenntnisse anzuwenden – egal in welchem Lernstadium du dich befindest. Sie werden dir Fehler verzeihen und dich keineswegs auslachen, keine Sorge. Was das Spanisch so besonders macht?

  • Ticos sind sehr höflich. Anstatt “tu” wird eher “usted” verwendet, gerade wenn andere angesprochen werden. In eher formlosen Situationen wird “vos” verwendet.
  • Ältere Menschen werden immer mit Señor/Señora, oder Doñ/Doña angesprochen, um ihnen Respekt zu erweisen.
  • Dir wird auffallen, dass das /r/ anders ausgesprochen wird. Es klingt ein wenig daher gelallt.

Von A nach B kommen

...ist sehr einfach in Costa Rica. Die öffentlichen Busse funktionieren sehr gut und decken beinahe jedes Gebiet ab. Eines solltest du aber auch hier nicht vergessen: “La Pura Vida”! Auch die Busfahrer haben es nicht eilig und Busse kommen definitiv nicht dann an, wenn sie es sollten. Trotzdem solltest du pünktlich sein, denn das eine Mal, wenn du zu spät dran bist, kommt der Bus pünktlich. Auch wenn die Busse recht zuverlässig fahren, ist es immer sehr angenehm, ein eigenes Auto zu mieten. Klar, Autofahren bietet dir Flexibilität und Individualität. Aber es fordert auch einiges deiner Pura Vida Mentalität ab. Denn Wegbeschreibungen von Einheimischen können so lauten:

“Immer gerade aus, nach der zweiten Kurve dann links abbiegen, am Coca Cola Zeichen dann nach rechts, und dann nochmal rechts an dem kleinen gelben Haus (nicht das große) und wenn du dann die größte Palme siehst…:”


Besuche eine Feria

Viele Städte haben zumindest einmal pro Woche eine Feria, ein Markt auf dem Bauern ihre Produkte verkaufen. Es ist eine großartige Gelegenheit die vielen exotischen Früchte- und Gemüsesorten zu testen und nebenbei mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen.

Iss wie ein Einheimischer; gehe ins Soda

Eine Soda ist ein Café ganz im Stil eines Tante-Emma-Ladens. Was hier serviert wird, ist feinstes Hausgemachtes, dass fester Bestandteil deines Pura Vida Lebens werden muss:

  • Ein Casado, was übersetzt “verheirateter Mann” bedeutet, wird für gewöhnlich zum Mittag oder Abend serviert. Es ist eine sehr ausgewogene Mahlzeit bestehend aus Hühnchen oder Fisch, Reis und Bohnen, Salat und Kochbananen.
  • Kochbananen wachsen in ganz Costa Rica. Zubereitet in allen möglichen Varianten passen sie eigentlich zu fast jedem Gericht. Was unbedingt probiert werden muss, sind Patacones: zweifach frittiert mit Bohnendip.
  • Natürlich: Kaffee! Costa Rica ist bekannt für seinen weltbesten Kaffee.

Das traditionelle Frühstück in Costa Rica: Gallo Pinto.

Das in Costa Rica typische Frühstück heißt Gallo Pinto: Reis wird mit schwarzen Bohnen vermischt, angebraten und zusammen mit Ei, Toast, Tortillas und frittiertem Käse serviert. Ja, frittierter Käse! Diese Mahlzeit füllt den Energiespeicher für einen aussichtsreichen Surf- oder Wandertag.

Es wird abenteuerlich

Die ökologische Fundgrube Costa Rica hat so viel an Outdoor-Aktivitäten zu bieten, dass es wahrscheinlich nicht möglich ist, alles auszuprobieren. Costa Rica hält auf jeden Fall einiges für die Adrenalinjäger unter uns bereit, hier nur ein kleiner Anriss: 

  • Wandertouren über die aktiven Vulkane
  • Naturlehrpfade
  • Baumkronenwanderungen im Regenwald
  • Heiße Quellen
  • Seilrutschen
  • Bungee-Jumping
  • Wellenreiten
  • Kayaktouren
  • Trips zu noch unberührten Stränden und so weiter.

Örtliche Tour- und Natur Guides

Gerade wenn du die Berge besteigen oder durch den Regenwald streunen willst, solltest du dich von jemanden begleiten lassen, der sich auskennt. Sie sehen das, was du höchstwahrscheinlich übersiehst und was deinen Trip schnell beenden würde. Im Gras und in den Bäumen verstecken sich giftige Frösche, Schlangen oder einfach nur Pflanzen, deren Berührung für dich nicht ganz ungefährlich ist.

Was bleibt sind Erinnerungen und Fußspuren

“La Pura Vida” bedeutet auch, im Einklang mit der Natur zu leben und sie so natürlich zu lassen, wie sie ist. Es ist strengstens verboten, die Flora und Fauna zu zerstören und wird sogar als Verbrechen angesehen. Was heißt das für dich: keinen Müll willenlos zu entleeren, Blumen da stehen zu lassen, wo sie wachsen und auch Tiere nicht mit Müsli-Riegeln oder anderen Lebensmitteln zu füttern.

Die Schattenseiten

Drogen und Prostitution sind gerade in Großstädten weit verbreitet. Irgendwann wird es dir über den Weg laufen. Auf der einen Seite ist es verpönt, auf der anderen Seite ist es Teil der Gesellschaft. Solltest du also in einer Bar landen, die sich irgendwie wie ein einem Bordell anfühlt, dann ist es wahrscheinlich genau das. Drogen sind illegal, Costa Rica hat sich aber als sehr ergiebiger Handelsplatz für Drogenkartelle entwickelt. Für dich heißt das: folge deinen InstinktenFinger weg von Drogen, achte auf deine Umgebung und falls dir etwas zu Spanisch vorkommt, gehe schnell weiter.