Volunteering in der Mega Stadt Shanghai oder ab in die Provinzen?


Bist du bereit für die Großstadt Shanghai oder suchst du als Asien-Einsteiger doch irgendwie nach einem guten Kompromiss zwischen Kultur pur und Tourismus? Um schon im vornherein abzuschätzen, wo der Kulturschock am kleinsten ausfallen wird, ist es ratsam, sich vorher über die Städte zu informieren.

Freiwilligenarbeit in der Großstadt Shanghai und touristischen Gegenden

Auch wenn es die Skyline Shanghais anzweifeln lässt: ein Spaziergang durch die ökonomisch wachsende Innenstadt gewährt einem hier und da kleine Einblicke in die geschichtsträchtige Vergangenheit der Metropole. Denn die Tradition kommt in der rasch wachsenden Metropole trotz einschlagender Moderne nicht zu kurz. In den kleinen engen Gassen zwischen den Hochhäusern lassen sich Spuren des frühen 20. Jahrhunderts finden, in dem unter starkem westlichen Einfluss das neue China aufblühte. Gar so fremd wirst du dich hier nicht fühlen, denn die Touristen tummeln sich hier nur so.

Dort, wo Shanghai noch Shanghai ist

Auch in einer 23-Millionen-Stadt gibt es hier und da Ecken, in denen man keine Touristen findet. Gerade in den Gegenden um die Schulen und Kindergärten gibt Shanghai das klassische Bild vom chinesischen Lebensstil wieder: hier werden die Haare auf der Straße gewaschen, die Wäsche am Wegesrand getrocknet, daneben Schach spielende Herren. Gegessen wird im Freien und darf auch ruhig im Pyjama sein. In den kleinen Schlafsälen und Räumen, die die meisten Familien in Shanghai ihr Zuhause nennen, findet sich für die alltäglichen Dinge im Leben kein Platz. Der Großteil des Lebens findet eben in den Gassen statt, typisch Chinesisch eben.

Essen heißt Leben in Shanghai

Als freiwilliger Lehrer in Schulen oder als Betreuer in Kindergärten wirst du unter der Woche in Unterkünften wohnen, die diese Institutionen bereitstellen. Wenn es hier keinen Kühlschrank und keine Küche geben sollte, mach es wie die Shanghainesen! Gegessen wird zum Chat mit Freunden, bei Businessmeetings, bei Feiern – Essen heißt Leben in Shanghai. Die Auswahl an Restaurants und Straßenküchen ist so groß, dass du nicht weißt, wo du anfangen sollst. Wenn es gerade mal kein Frosch sein soll, dann tut es auch eine gut gewürzte Nudelsuppe (Ma La Tang).

Überleben mit nur ein paar Mandarin Floskeln

Das Gute an der Großstadt ist eben, dass man schon mit vereinzelten Mandarin-Floskeln auskommt. Häufig werden gerade die Basics in Englisch verstanden. Zudem finden sich immer wieder Touristen, die den einen oder anderen Weg kennen. Egal wie viel Zeit du in Shanghai verbringst, du wirst immer das Gefühl haben, nicht genug gesehen zu haben. Wenn dir die Hektik der Großstadt zu viel wird, bieten sich von hier aus Unternehmungen nach Huang Shan an, um die beeindruckende Landschaft zu genießen.


So nah und doch so anders – die Insel Chongming bei Shanghai

Wer hätte gedacht, dass man sich nur eine Stunde von Shanghai entfernt auf einer idyllischen Insel befinden kann, die ganz anders als Shanghai ist. Keine grauen Dunstwolken oder wuselnden Menschenmassen; stattdessen eine landwirtschaftliche Harmonie, mit Orangenplantagen und reizenden kleinen Promenaden verziert. Erst in den letzten Jahren hat sich die Insel aus einem etwas verwahrlosten Farmland in eine beliebte Wochenendedestination für Großstädter entwickelt.

Lost in Translation

Es scheint, als hätte die Insel ihren eigenen Charakter entwickelt, und nebenbei gleich noch einen eigenen Mandarin Akzent. Wenn du gerade von Shanghai kommst und meinst, dein Chinesisch ist gut, dann bist du auf Chong Ming dennoch etwas “lost in translation”. Touristen besuchen die Insel nur flüchtig, versuche also gar nicht erst Kontakt zu internationalen Reisenden zu suchen, um der Sprachproblematik zu entfliehen. Schließe dich den Einheimischen an, um hinter die Feinheiten der Aussprache zu kommen.

In der Einführungswoche erhalten Freiwillige einen wichtigen Kulturkurs mit Mandarin-Unterricht.

Typisch Chinesisch – Kultur pur in Zheng Zhou

Jetzt ein kleiner Leckerbissen für jeden Jackie Chan Fan: die Anfänge des chinesischen Kung Fu’s sind auf das 5. Jahrhundert in der Stadt Zheng Zhou zurückzuführen. Die Stadt kann auf eine jahrtausendlange Geschichte zurückblicken und viele Sehenswürdigkeiten sind Zeitzeugen. Eine touristische Stadt also, sollte man meinen? Nein, im Gegenteil! Wer das pure chinesische Abenteuer sucht, muss nach Zheng Zhou.

Es wird persönlich

Die Stadt entlang des berühmten gelben Flusses Huang He ist groß und laut, wie es sich für eine typische chinesische Stadt gehört. Doch alleine fühlen wirst du dich hier nicht. Freunde findet man schnell, denn mit deinem internationalem Gesicht wirst du wie ein Superstar behandelt. Weniger Touristen heißt, dass die Chinesen mehr an dir interessiert sind. Es wird also persönlicher als in der Großstadt Shanghai. Auch die Arbeit in Mittelschulen wird deine Geduld auf die Probe stellen: du unterrichtest Klassen, in der dich bis zu 70 wissensdurstige Kids anschauen. Wer nicht mit in den chinesischen Lebensstil einsteigt, wird sich hier in Zheng Zhou nicht besonders wohl fühlen. Ein eigenes Apartment sorgt zwar für besonderen Komfort, sollte aber nicht dazu verleiten, sich nach der Schule zurückzuziehen. Wer es kaum erwarten kann, sich durch die verschiedenen Sorten der chinesischen Tapas Xiaochi zu probieren und sich dabei mit den Einheimischen zu verplaudern, ist hier richtig aufgehoben. 

Ein guter Kompromiss zwischen Touri und Kultur pur – Cheng Du und Su Zhou

Wer weder bereit für die Megastadt Shanghai ist, noch sich in eine kulturelle Ekstase in Zheng Zhou begeben will, der findet in Cheng Du in der Si Chuan Provinz oder in Su Zhou in der Jiang Su Provonce einen guten Kompromiss – etwas für China Einsteiger quasi. Beide Städte prahlen mit bilderbuchreifen Motiven, die zwar Touristen anziehen, aber dennoch nichts von ihrem chinesischem Charme verloren haben. Auch wenn es für Asien-Neulinge geeignet ist, den Mandarinkurs sollte man nicht ausfallen lassen. 

Ins “Venedig des Orients” Su Zhou

Gerade mal 40 Minuten von Shanghai entfernt, verschmilzt hier in Su Zhou das Uralte mit dem Alten, dem nicht so Altem, dem Neuen und dem Hochmodernen. Schon 100 Meter neben den großen Einkaufszentren führen die Chinesen ihren traditionellen Alltag fort und verkaufen Streetfood in den kleinen Gassen. Die Touristen, die die Bilderbuchmotive des “Venedig des Orients” sehen wollen, halten sich hauptsächlich in der Altstadt und den Parks auf. Diese laufen dir also nicht zwingend über den Weg. Die Unterkunft ist keine 5 Minuten von der Schule entfernt, in der du unterrichtest. Außerdem bietet die Gegend wunderbare Gelegenheiten zum Einkaufen. Wem das alles zu persönlich wird, der kann einfach auf einen Katzensprung in die Großstadt fliehen.

Riesenpandas und scharfes Essen in Cheng Du

Cheng Du ist die Hauptstadt der Provinz Si Chuan. Neben dem sehr scharfen Essen, für das die Provinz bekannt ist, ist Cheng Du vor allem für seine Riesenpandas bekannt. Cheng Du ist eine chinesische Großstadt, doch trotz Großstadtcharakter hat Chengdu auch einmalige, wunderschöne Landschaften zu bieten. Cheng Du ist eine Stadt im Aufschwung, hat aber trotzdem noch lange nicht den Charakter von anderen chinesischen Metroponen wie Shanghai erreicht. Somit ist Chengdu die ideale Destination, um in das chinesische Kulturerbe einzutauchen. Auch bei Touristen ist Cheng Du noch sehr unbekannt und viele der Einheimischen haben noch nie ausländische Gesichter gesehen. Somit bekommst du hier eine super Gelegenheit, die chinesische Kultur kennenzulernen und den Einheimischen etwas über die westliche Kultur beizubringen.