Mein Praktikum im Maschinenbaus in Belville, Südafrika


Teil meines Maschinenbaumasterstudiums ist es, ein Praktikum von mindestens drei Monaten zu absolvieren. Ich wollte gerne das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und habe mich daher für ein Auslandspraktikum entschieden. Ziemlich schnell stand für mich fest: Kapstadt im fernen Südafrika soll es sein. Da es auf eigene Faust gar nicht so einfach ist ein Praktikum im Ausland zu finden, habe ich mich an studentsgoabroad gewandt. Jana hat ziemlich schnell eine spannende Stelle für mich bei einer Maschinenbaufirma gefunden. Nach einem erfolgreichen Vorstellungsgespräch über Skype kam dann auch schon die Zusage. Meine Aufgabe war es, eine Vorrichtung zu konstruieren, die Werkstücke ohne Kran drehen kann.

Nach dem 12-stündigen Flug nach Kapstadt hatte ich erstmal noch zwei Wochen Zeit, um mich einzuleben und nach einem passenden Auto zu suchen. Eine Wohnung hatte ich zum Glück bereits von Jana vermittelt bekommen. Nach wenigen Tagen hatte ich mich schon richtig wohl gefühlt in der Mutterstadt, wie Kapstadt gerne genannt wird. Man kann hier sehr viele Sachen unternehmen, von Weinproben in Stellenbosch, bis hin zu der Erklimmung des Tafelbergs; es wird einem so schnell nicht langweilig. Wer die deutsche Kost vermisst, kann zum Weingut Delheim gehen, die Weißwürste und weitere deutsche Leckereien anbieten.

Mein erster Praktikumstag stand vor der Tür und ich wurde freundlich von meinen zukünftigen Kollegen begrüßt. Von Anfang an durfte ich mit meinem Projekt viel Verantwortung übernehmen. Besonders als deutscher Ingenieurstudent hatte ich das Gefühl, dass ich einen großen Vertrauensvorsprung bekommen habe. In meinem Praktikum ging es darum, den einen Produktionsprozess, der aktuell eine Art Flaschenhals dargestellt hat, zu beschleunigen, aber auch die Sicherheit in der Produktion zu erhöhen. Meine Firma stellt große Industrieboiler her. Diese Boiler müssen während der Produktion mehrere Male gedreht werden. Dies geschah mithilfe von angeschweißten Laschen und dem Kran. Dies ist langsam und gefährlich, da die Laschen jedes Mal angeschweißt und wieder entfernt werden müssen. In der ersten Phase des Projektes sollte daher untersucht werden, inwieweit diese Drehungen überhaupt erforderlich sind. Da sich aber herausgestellt hat, dass die Drehungen notwendig sind,  sollte ich eine Vorrichtung konstruieren, die mit Hilfe von hydraulischen Zylindern, die über 70 Tonnen schweren Boiler drehen. Ich war und bin sehr zufrieden mit meinem Praktikum und habe viel gelernt.

Nach Abschluss meines Praktikums wollte ich zusammen mit meiner Freundin, die auch ein Praktikum in Kapstadt zur gleichen Zeit gemacht hat, einen Roadtrip durch Südafrika machen. Von Kapstadt ging es über die Garden Route an der Küste entlang bis zur Grenze von Mosambik und dann über Lesotho, einem kleinen Staat, der komplett von Südafrika umschlossen wird, wieder zurück nach Kapstadt. Besonders sind die Safaris, die man in verschiedenen Parks machen kann. Wir waren im Imfolozi und Tembe Park und beide waren wirklich beeindruckend. Es ist unglaublich, wie unterschiedlich Südafrika ist; nicht nur in Bezug auf Klimazonen und Vegetationen (von Halbwüste über Savanne bis hin zu tropischem Klima ist alles dabei), sondern auch bezüglich verschiedenen Kulturen und Sprachen. Es war eine tolle Erfahrung, dies alles zu erleben, die unglaubliche Schönheit der Natur zu sehen und so viele interessante, tolle Menschen kennen zu lernen. Es stimmt wirklich: Kapstadt (und Südafrika allgemein) hat seinen ganz eigenen Zauber. Daher kann ich euch nur empfehlen: geht hin und macht eure eigenen Erfahrungen und Erinnerungen!! Es ist wunderbar!