Medienpraktikum in Dublin


Robin hat in 3 Monaten erlebt, was sich manch anderer nicht mal erträumen mag. In seinem Praktikum in einer irischen Filmproduktion in Dublin konnte er bei den verschiedensten Aufträgen mit anpacken. Darunter war ein ironischer Kurzfilm ganz im Stile der Star Trek Filme, verschiedene Koch- und Musikshows für's irische TV und diverse Aufträge für Audi, O2 und noch viele mehr. Tolles Praktikum, amüsanter Bericht und sehr motivierter Praktikant! Danke Robin! 


Erlebnisbericht Auslandspraktikum in Dublin von Robin El Kady 

Ein Junge befindet sich in dem Irischen Hauptsitz von Microsoft. Um ihn herum sitzen die führenden, einflussreichen Manager der Firma in einem großen Raum, der einem modernen Raumschiff gleicht. Alle tragen Star Trek Kostüme und sind eigenartig geschminkt. Der Junge weiß nicht, was er von der Situation halten soll. Er überlegt, was ihn mehr verunsichert: Der Fakt, dass die erfolgreichen Führungspersonen lachend abstimmen, wer in seinem Kostüm am Heißesten aussieht oder die Tatsache, dass er künstliche, lange Latexohren und eine schwarze Perücke trägt, die von einer Stylistin frisiert wird. Eine Frage ging dem Jungen nicht aus dem Kopf: Wie er innerhalb eines Tages in so eine skurrile Situation geraten konnte. 

Der Beginn der 3-monatigen Semesterferien stand kurz bevor. 3 Monate - Damn! Ein sehr langer Zeitraum, in welchem aufgrund der vielen Freizeit immer wieder das schlechte Gewissen entsteht, wie man seine Zeit sinnvoll nutzen könnte.

Lesen? Arbeiten? Verreisen? Babes? Praktika?

Ich entschied mich für die Kombination von Reisen und einem Praktikum. Da ich schon mehrere Praktika im deutschen Medienbereich absolviert habe, begann ich nach einem Praktikum in Dublin zu suchen. Ich wollte meine Sprachkenntnisse verbessern, interkulturelle Kompetenzen steigern sowie etwas über andere länderspezifische Arbeitsweisen in der Medienbranche lernen, was vor allem für mein Studium der Europäischen Medienwissenschaft von Vorteil ist. Die eigenständige Suche nach einem angemessenen Praktikumsplatz entpuppte sich jedoch schnell härter als gedacht.

Ich entschied mich den Service der Praktikumsvermittlung von Studentsgoabroad zu nutzen, was sich als wunderbar Entscheidung zeigte, da nun endlich Struktur vorhanden war und ich sehr nett beraten wurde. Nach einem organisierten Bewerbungsgespräch via Skype mit einer irischen Filmproduktion, welche mich sehr beeindruckte, hatte ich die Zusage! Nice!

1 1/2 Monate später

Einen Monat nach der Zusage machte ich mich auf nach Dublin! Nach der hilfreichen Einweisung von dem irischen Kontaktpartner von Studentsgoabroad, fuhr ich zu meinem Praktikum. Sofort wurde ich nett von meinen Kollegen aufgenommen und durch die Räumlichkeiten geführt. Mark wies mich in die laufenden Projekte ein und wollte anschließend unbedingt mit mir Burger essen gehen in der Mittagspause. Während wir genüsslich die frischen Burger aßen, erzählte er mir, dass für den Tag noch ein Dreh für Microsoft geplant war. Die irischen Chefs von Microsoft wollten für die nächste internationale Konferenz die anderen ausländischen Vertreter durch einen ironischen Kurzfilm, welcher im Stark Trek Stil gedreht werden solle, über die derzeitige wirtschaftliche Lage von Microsoft in Irland informieren. Kaum hatte ich mich versehen und schon half ich den Produzenten mit der Organisation, richtete eine Greenscreen Leinwand ein, assistierte dem Kameramann und begleitete die Führungspersonen von Microsoft zur Maske, wo sie alle futuristische Star Trek Kostüme anziehen mussten sowie stark geschminkt wurden. Eine Perücke musste noch zurecht geschnitten werden. Bevor ich etwas sagen konnte, packte mich die Stylisten, setzte mir die schwarze Perücke auf und begann zu frisieren, was meine Kollegen stark belustigte.

Ich hatte einen wirklich sehr spannenden ersten Tag. Wir filmten bis 20 Uhr und hatten alle sehr viel Spaß, vor allem die Chefs von Microsoft. Fast jede Szene musste mehrmals wiederholt werden, da mindestens einer begann zu lachen. Ich lernte mein Team sehr gut kennen und erfuhr viel über die Arbeitsweisen der Firma, welche mir sehr gut gefielen.

Die irische Filmproduktionsfirma realisierte neben Fernsehsendungen, wie Koch- oder Musikshows, viele Werbeaufträge von etlichen Klienten. Während meiner Zeit half ich am Meisten bei Aufträgen von Audi, Skoda, O2, der Anwaltskanzlei Matheson, Retail Execellence Ireland und irischen Award Shows. Meine Kollegen und Chefs integrierten mich stets als Teil des Teams und ich konnte mich in vielen Bereichen ausprobieren. So assistierte ich den Produzenten und Regisseuren, wurde gelegentlich als Kameramann eingesetzt und bearbeitete verschiedene Projekte. Ich sah zudem viel von Dublin, da beispielsweise ein Auftrag von Retail Execellence Ireland vorsah, dass bestimmte Geschäfte innerhalb Dublins gefilmt werden, die um den Preis „Company of the year“ konkurrierten. Für einen Auftrag von Audi fuhren wir nach Kilkenny, um eine große Dealership Veranstaltung und einen Golfwettbewerb zu filmen.

An den Wochenenden nutze ich die Zeit Dublin kennenzulernen. Ich traf mich mit meinen Kollegen, lernte Leute bei den berüchtigten „Pub Crawls“ kennen, hörte irischen Straßenmusikern zu oder trank Tee mit der älteren Dame Anne, bei welcher ich mit anderen internationalen Studenten wohnte.

Dublin ist eine sehr vielseitige, gemütliche und kleine Stadt - Mehrmals traf ich zufällig bekannte Leute auf der Straße: Von einem Mädchen, welches mich oft in einem mexikanischen Restaurant bediente (und mich auf der Straße lauthals mit „Buuurrritoooo“ begrüßte), bis hin zu meinen Chefs, die ich an meinem Abreisetag zufällig am Flughafen traf und welche mich daraufhin zum Frühstück einluden.


Meine Zeit in Dublin war wirklich überaus interessant, lehrreich, top und von Abwechslung geprägt! Ich kann jedem ein Auslandspraktikum ans Herz legen. Die Einblicke in ausländische Arbeitsweisen, die hauptsächliche Interaktion mit Einheimischen und das Heraustreten aus dem heimischen Alltag erweitern stark den Horizont und stärken das Selbstbewusstsein, sollte man sich offen auf die neuen Eindrücke einlassen. Überall gibt es neue und besondere Dinge zu entdecken und aufzunehmen, die, egal ob positiv oder negativ, der Charakterentwicklung förderlich sind, oder einfach nur eine top Story hergeben. Die Konfrontation mit einem neuen Alltag zwingt einem bestimmte, alte Schlussfolgerungen ganz im Sinne Descartes zu überdenken und anzuzweifeln.

Das Land wird ohne jegliche Kontakte vor Ort bereist und mit etlichen geschlossenen Freundschaften verlassen.

„Sich wegwerfen, um sich zu behalten“ (Odysseus)