Kommunikationspraktikum in einer NGO


Mitte letzten Jahres hat mich die Sucht gepackt noch etwas Anderes zu erleben, bevor ich meinen Masterstudiengang in Medien- und Kulturwissenschaften abschließe. Ein Auslandspraktikum sollte es sein. Nein, kein Auslandssemester, denn vom Studieren hatte ich zu diesem Zeitpunkt gehörig die Nase voll. Abwechslung musste her und deswegen fiel die Entscheidung relativ schnell auf ein Praktikum im englischsprachigen Ausland. Meine Suche war nicht so einfach, wie ich mir das zu Beginn vorgestellt hatte. Nach zwei-monatiger und leider auch erfolgloser Suche habe ich mich dann an "Students GoAbroad" gewandt. Nach ein paar Wochen landeten auch schon die ersten beiden Angebote bei mir: Ein Marketing-Praktikum bei einer Reiseagentur und ein Medien- undKommunikationspraktikum bei einer NGO. Die Wahl war sehr leicht, denn Menschenrechte sind etwas, das geschützt werden muss. So habe ich also nicht nur die Möglichkeit bekommen etwas zu machen, dass mich beruflich weiter qualifizieren wird, sondern auchetwas "what can really make a difference". Gesagt, getan, Vertrag unterschrieben, Fluggebucht. In Auckland angekommen erledigte ich erstmal das Wichtigste: Handy-SIM gekauft, in den Bus gestiegen und zu meinem Hostel in der Innenstadt gefahren in dem ich während meiner Zimmersuche wohnte. Nach einigen Besichtigungen hatte ich eines gefunden, welches mir zusagte. Die Vermieterin war sehr nett und es war ihr wichtig, dass die Chemie zwischen den Mitbewohnern stimmt. Das wiederum hat einen sehr guten Eindruck auf mich gemacht und ich habe zugeschlagen, zudem war die Wohnung sauber. 550 Euro im Monat für 12qm.

Kurz nach dem Einzug hat auch schon mein Praktikum angefangen. Die neuseeländische Sektion von AI ist wirklich sehr klein. 9 "permanent staff" und 7 Praktikanten gab es. Alle Mitarbeiter waren wirklich sehr nett. Ein besseres Arbeitsumfeld kann ich mir immer noch nicht vorstellen. Ich hatte wirklich viel zu tun und hatte interessante Aufgaben und jeder war immer mit Herz bei der Sache dabei. Auch zwischen den Praktikanten hat die Chemie zu 100% gepasst. Meine Aufgabenbereiche waren vielfältig: So habe ich mich jeden Tag um die Aktualisierung der Website gekümmert, habe Artikel online gestellt, neue Seiten gebastelt und alte offline genommen. Dazu musste ich immer im Kontakt mit Presse, Funk und Fernsehen stehen, um sie über Veranstaltungen und Interviewmöglichkeiten zu informieren. Auch waren die Aufgabenbereiche flexibel. Als man rausgefunden hatte, dass ich mich sehr für Design und Film interessiere, fragte man nicht ob ich diese Bereiche übernehmen könne. So konnte ich also auch in denen Bereichen beweisen, die mich privat extrem interessieren. Bei dieser Organisation zu arbeiten, gab einem das Gefühl etwas Wichtiges zu tun. Ich würde dieses Praktikum jederzeit wieder antreten. Es hat mich nicht nur beruflich, sondern auch persönlich enorm wachsen lassen. Die 5 Monate gingen leider viel zu schnell rum. Und so musste ich zu den liebgewonnenen Menschen "Auf Wiedersehen!" sagen. Das Land war wunderschön, die Leute einmalig, die Arbeit fordernd. Ich hoffe in den nächsten ein bis zwei Jahren wieder nach Auckland zu reisen und ich weiß, dass mich das Land, wie bei meinem ersten Besuch, wieder mit offenen Armen empfangen wird.