Freiwilligenarbeit im Medizinprojekt in Ghana


Warten auf ein Medizinstudium kann so viel mehr Spaß machen, als nur dazusitzen und auf seinenZulassungsbescheid zu warten - es bedeutet all das zu machen, worauf man so Lust hat, wofürspäter die Zeit fehlt. Und das ist für mich persönlich, sich sozial zu engagieren.

Nach einem FSJ imKrankenhaus und viel Engagement für mehrere Hilfsorganisationen, wollte ich nun meine sozialenTätigkeiten fortsetzten und ich bewarb mich für das Medizin-Hilfsprojekt in Ghana. Trotz meinerkurzfristigen Bewerbung bei studentsgoabroad lief die Vorbereitung für Ghana einwandfrei.

Am 06. Januar war es dann endlich so weit und ich saß mit Herzklopfen und voller Vorfreude im Flieger nach Ghana. Mir gingen während des Flugs die vielen „Das ist Afrika – das ist dritte Welt“-Vorwarnungen und die besorgten „Pass dort auf dich auf“- Bitten Freunde und Bekannter durch den Kopf.

Dort angekommen, war ich mehr als positiv überrascht. Alles war besser als ich mir vorgestellthatte. In der Freiwilligen-Wohnung gab es Strom, Ventilatoren, ein Kühlschrank, Fernseher undkaum Mücken. Auch fließendes Wasser hätte es in der Wohnung gegeben, wäre da nicht der Wasserrohrbruch gewesen. Kaum hatte ich mich an die „Eimerdusche“ gewöhnt, war der Schaden auch schon behoben.

Ich wohnte mit drei anderen Freiwilligen in der Wohnung unserer Gastmutter. Unsere Gastfamiliewar sehr nett und herzlich, wir verstanden uns auf Anhieb gut. Trotz guter Englischkenntnisse muss man am Anfang wegen des starken ghanaischen Akzents ziemlich genau hinhören, was die Ghanaersagen. Aber schon nach einigen Tagen hatte man nicht nur das „ghanaische Englisch“ im Ohr, sondern konnte auch schon ein paar Sätze auf Ewe. Im Krankenhaus, wo ich gearbeitet habe, sammelte ich Erfahrung im Diabetes Center. Ich maß Blutdrücke und Blutzucker, hatte aber meistens am Computer zu tun, wo meine Aufgabe darin bestand, Patienten-Rezepte einzugeben.

An den Wochenenden unternahm man gemeinsam was mit den anderen Freiwilligen oder reiste in die umliegenden Städte und Dörfer um Ho. Es waren wortwörtlich atemberaubende Wander- und Reiseerfahrungen. Am ersten Wochenende bekamen wir die Möglichkeit, eine traditionelle Verlobung, die so pompös gefeiert wird wie im Westen eine Hochzeit, und den an jedem Sonntag stattfindenden Gottesdienst, mitzuerleben.

Am zweiten Wochenende besuchten wir ein Reservoir, wo wir leider keine großen Tiere gesehen haben, außer unzählige schöne, bunte Schmetterlinge und fliegen-große Frösche. Am nächsten Tagbestiegen wir einen Berg bei praller Sonne und mit leider zu wenig Wasser-Vorrat in unseren Rucksäcken.

Am dritten und meinem letzten Wochenende besichtigten wir schöne Wasserfälle und ich wurde vonunzählig vielen Mücken gestochen. Wir besuchten die Städte Lipke Todome und Kpando, wo wir ehemalige deutsche Häuser sahen und am Voltasee einen unbeschreiblichen schönen Sonnenuntergang genossen.

Generell ist der Eindruck, wenn man in Ghana ankommt, der der Warmherzigkeit. Die Menschen dort strahlen eine unglaubliche Lebensfreude aus, die sehr ansteckend ist. Die Ghanaer sind zwar materialistisch ärmer, aber sozial und menschlich um so viel reicher als wir im Westen lebenden Menschen. In Ghana schaut man ein wenig über das Fehlen vom fließenden Wasser, die ganze Stadtbetreffende Stromausfälle und mangelnde Hygienezustände hinweg, wenn die Menschen strahlend, tanzend, singend auf einen zukommen und mit einen befreundet sein wollen.Ghana hat es mir angetan! Die drei Wochen haben mich schon so sehr fasziniert, dass dieser kurze Aufenthalt sicherlich nicht mein letzter in Ghana sein wird!