Welche Kosten bringen Praktika im Ausland mit sich?

Praktika im Ausland sind beliebt. Schließlich ist damit die Chance verbunden, aus vertrauten Mustern auszubrechen und eine neue Umgebung und neue Menschen kennenzulernen.

Dass eine solche Erfahrung zwangsläufig Auswirkungen auf berufliche Erfolge hat, widerlegte zwar eine Studie des HIS-Instituts für Hochschulforschung in Hamburg. Jedoch lassen sich in vielen Fällen trotzdem bessere Einstiegschancen ausmachen. Zudem sind Auslandspraktika gut geeignet für all jene, die später einmal im Ausland arbeiten möchten. Außerdem ist dabei in vielen Fällen ohnehin der Weg das Ziel. Ein längerer Aufenthalt in anderen Ländern ist mit besonderen Erlebnissen verbunden, die die wenigsten im Nachhinein missen möchten. Allerdings ist ein Praktikum im Ausland auch mit Arbeit und Kosten verbunden. Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete. Wer genau weiß, was an finanziellen Belastungen auf ihn zukommt, der kann sich leichter auf das Abenteuer in der Fremde einlassen.

Kosten für die Vorbereitung

Schon die Vorbereitung auf ein Praktikum ist mit Kosten verbunden. Die Art und Höhe derselben hängt von dem Land ab, in dem das Praktikum absolviert wird. Unter anderem müssen Interessenten mit folgenden Belastungen rechnen.

  • Kosten für eine Auslandsreisekrankenversicherung: Dabei handelt es sich nur um einen geringen Betrag, den man sich aber auf keinen Fall sparen sollte. In der Regel ist eine solche Versicherung ohnehin Pflicht bei einem Praktikum im Ausland. Laut Tarifcheck24.de gibt es allerdings bei der Leistungs- und Beitragsgestaltung mitunter erheblich Unterschiede zwischen den Policen.
  • Kosten für Visum: Die Höhe dieser Kosten hängt vom Einreiseland ab. Es kann sich hier aber durchaus um mehrere Hundert Euro handeln.
  • Kosten für Impfungen: Auch hier unterscheiden sich die empfehlenswerten Maßnahmen je nach Aufenthaltsort. Wer sein Praktikum außerhalb von Europa verbringt, muss oft mehr Geld aufwenden.
  • Vermittlungsgebühren: Wer seinen Praktikumsplatz über eine Agentur oder ein entsprechendes Programm findet, zahlt dafür in der Regel Vermittlungsgebühren. Die Alternative besteht darin, selbst auf die Suche zu gehen. Dies ist allerdings in der Realität alles andere als unkompliziert.
  • Kosten für die Anreise: Nicht immer besteht die Möglichkeit, lange im Voraus einen Flug zu buchen. Manchmal entscheiden sich Arbeitgeber recht kurzfristig für einen Praktikanten. Dann müssen Interessenten in den sauren Apfel beißen und mehr Geld für die Anreise bezahlen.


Alle diese Faktoren sollten bei der Planung eines Auslandspraktikums unbedingt berücksichtigt werden. Nicht immer lässt sich im Vorhinein exakt abschätzen, wie teuer beispielsweise ein Flug ausfallen wird. Deshalb ist es empfehlenswert, auf Nummer sicher zu gehen und etwas mehr einzuplanen. Für Visum und Impfungen ist außerdem eine gewisse Zeit im Voraus notwendig. Wer dies nicht berücksichtigt und die notwendigen Papiere nicht rechtzeitig erhält, kommt in ernsthafte Schwierigkeiten.

Verpflegung und Wohnen im Ausland

Im Ausland selbst müssen Praktikanten zunächst vor allem eine Wohnung und die notwendige Verpflegung bezahlen. Nicht immer muss beides komplett aus eigener Tasche bezahlt werden. Wer ein bezahltes Praktikum findet, erhält von seinem Unternehmen zumindest ein Taschengeld, das häufig schon für die Unterkunft reicht, manchmal sogar für mehr. Außerdem existieren Praktikumsprogramme, deren Leistungen Verpflegung und Unterkunft beinhalten. Die damit verbundenen Gebühren beziehungsweise Bedingungen fallen unterschiedlich aus.

Davon abgesehen haben Interessenten die Möglichkeit, sich um Förderungen zu bemühen. In Deutschland gibt es eine Reihe von Institutionen, die Praktika im Ausland bezuschussen. Dafür sind in der Regel eine Bewerbung und das Absolvieren eines Auswahlverfahrens notwendig. Zu den Anbietern solcher Fördermaßnahmen gehören:

  • DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst)
  • Studienstiftung des Deutschen Volkes
  • Agentur für Erasmus in Deutschland

Auch in dieser Beziehung ist eine rechtzeitige Bewerbung ein zentraler Faktor. Wer im Einzelfall gefördert werden kann und für welche Leistungen Zuschüsse gezahlt werden, unterscheidet sich je nach Institution und Förderprogramm. So gelten manche Fördermöglichkeiten nur für Studenten in bestimmten Fächern. Bei anderen werden vor allem bisherige studentische Leistungen zugrunde gelegt. Auch gelten teils Einschränkungen die Art der Praktikumsstelle betreffend.

Es lohnt sich übrigens generell vor allem für Studenten, sich einen Überblick über Förderungen zu verschaffen. Die Auswahl an Förderprogrammen ist größer, als viele Menschen zunächst annehmen.

Weitere Kosten im Überblick

Ist man erst einmal am Zielort angelangt, möchte man im Regelfall nicht nur arbeiten, sondern auch das Leben genießen. Auch dafür ist Geld notwendig.

In jedem Fall sollten Praktikanten folgende Faktoren in ihrer Planung berücksichtigen:

  • Freizeitunternehmungen, beispielsweise Besuche von Bars, Konzerten, Restaurants etc.
  • Einkäufe notwendiger Gegenstände wie zusätzliche Kleidung und Arbeitsmaterial
  • Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel
  • Ausflüge vor Ort
  • Aufwendungen für Handy und Internet
  • Einkauf von Drogerieartikeln und Ähnlichem

Die jeweiligen Kosten einzuschätzen, ist nicht immer leicht. Es hilft dabei, sich vorab möglichst viele Informationen über das Zielland einzuholen und sich dabei zum Beispiel nach den Preisen für die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu erkundigen. In diesem Zusammenhang ist es natürlich entscheidend, wie weit die eigene Wohnung von der Arbeitsstelle entfernt ist. Da deutsche SIM-Karten nicht in allen Ländern funktionieren, kann es notwendig sein, sich für das Ausland eine eigene Karte zuzulegen.

Auch die Kosten für Getränke und Vergnügungen aller Art fallen je nach Land unterschiedlich aus. An dieser Stelle sollte nicht zu knapp kalkuliert werden. Fehlt in einem Auslandsaufenthalt das Geld, um mit anderen Leuten gemeinsam das Land und das örtliche Nachtleben zu erkunden, ist dies meist eine herbe Enttäuschung.

Tipp: Bei der Kalkulation kann der Ratschlag von Menschen helfen, die bereits ein Praktikum in dem betreffenden Land absolviert haben. Getreu der Maxime „Hinterher ist man immer klüger“ wissen diese meist nicht nur, wie viel Geld man einsparen sollte, sondern auch wie sich sparen lässt. Schon Geheimtipps für billige und gute Restaurants am Zielort können dazu beitragen, den Geldbeutel zu schonen.

Viele Kosten lassen sich gezielt verringern

Die Gebühren für ein Visum können Praktikanten kaum beeinflussen. Dasselbe gilt die Kosten von Impfungen. Allerdings bestehen viele Fördermöglichkeiten, die auch hier dazu beitragen können, den finanziellen Aufwand gering zu halten. Dasselbe gilt für Unterkunft und Verpflegung im Gastland.

Eine rechtzeitige und gründliche Vorbereitung ist zentral, um Geld zu sparen und Fördermöglichkeiten auszuschöpfen. Damit ist zwar Arbeit verbunden. Im Nachhinein zahlt sich diese aber meist aus – alleine durch ein unbeschwertes Gefühl im Praktikum selbst. So stehen die Chancen gut, dass dieses ein besonderes Erlebnis wird.