Mit helfenden Händen ans Kap der guten Hoffnung

Tag für Tag gibt Rebekka alles dafür, der Hauptstadt Südafrikas alle Ehre zu machen: sie gibt Menschen neue Hoffnung. Seit nun mehr 5 Monaten setzt sich Rebekka selbstlos für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ein, denen sie gerade eben erst begegnet ist. Und das über die Grenzen ihres Freiwilligenprojektes hinaus. In ihrem Blog berichtet sie regelmäßig von ihren Erlebnissen, von Freude und Leid in den Townships Kapstadts.

“Ein Mädchen, das an HIV erkrankt ist und auch eine lange Zeit drogenabhängig war fragte uns, ob wir ihr etwas zum Anziehen besorgen könnten. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich sie zum erste Mal sah. Sie sah sehr schlapp und abgemagert aus und man konnte die Strapazen der letzten Jahre an ihrem kleinen, zierlichen Körper ablesen. “


Mit helfenden Händen besucht sie gemeinsam mit ihrer Gastorganisation die Townships Kapstadts und setzt da mit Spenden an, wo sie am effektivsten und nachhaltigsten helfen. Es sind Geschichten über die kleinen Freuden im Leben, über Wunder, aber auch über Leid und Schmerz. Eines dieser Erlebnisse möchten wir gern teilen. Zum einen aus Respekt an Rebekkas überwältigenden Einsatz, zum anderen als Inspiration für dich: Heros don’t always have shiny armors.


Tag der guten Taten 

Heute hieß es "Tag der guten Taten" für Lydia und mich. Angefangen hat es bereits im Zug nach Tygerberg. Dort sind immer gern viele Obachlose oder Straßenkinder unterwegs, die oft um etwas Essbares bitten. Somit war ich schon in den frühen Morgenstunden fleißig damit beschäftigt, das von meiner Mama spendierte "Energie Paket", welches aus leckeren Frucht-, Schoko und Nussriegeln bestand, zu verteilen. In Tygerberg angekommen, ging es weiter Richtung Blikkisdorp, einem kleinen Township nahe Kapstadt, um meine Brillenspenden aus dem weit entfernten Deutschland dort zu verteilen. Natürlich wurden sie mit großen und dankbaren Augen in Empfang genommen. Brillen sind hier eine teure Sache und viele können sich diese oft gar nicht leisten. So war die Spende eine willkommene Sache und es wurde auch gleich ausprobiert, welche denn am besten passt. Sowas wie einen Augenarzt, der erstmal die Brillenstärke herausfindet gibt es hier leider nicht. Nur in den Krankenhäusern, die jedoch weiter weg liegen und die Transportkosten dorthin oftmals zu teuer für die Townshipbewohner sind. Ein unvergessliches Dankeschön meiner lieben Cousine, die das Ganze möglich gemacht hat! Das war eine tolle Sache!

Und da es der "Tag der guten Taten" werden sollte, ging es für Lydia und mich noch schnell auf zu einem kurzen Einkaufstrip. Ein Mädchen, das an HIV erkrankt ist und auch eine lange Zeit drogenabhängig war fragte uns, ob wir ihr etwas zum Anziehen besorgen könnten. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich sie zum erste Mal sah. Sie sah seh schlapp und abgemagert aus und man konnte die Strapazen der letzten Jahre an ihrem kleinen, zierlichen Körper ablesen. Sie lies auch nicht einen Muks von sich, saß nur still in ihrem Rollstuhl und starrte durch die Gegend. Ihre Eltern meinten, dass sie in den nächsten Tagen sterben wird. Seit langer Zeit schon nahm sie ihre Medikamente nicht mehr und bekam kaum etwas Essbares herunter. Ihre Mutter hatte alles versucht, doch nun war auch sie am Ende ihrer Kräfte angelangt. Eine spezielle Betreuung, in der sie Hilfe und Unterstützung finden würde, war für das Mädchen zu teuer.  

Eines Tages plötzlich jedoch, änderte sich alles. Das Mädchen fing auf einmal an, ihre Medikamente zu schlucken und nach und nach etwas Nahrhaftes zu sich zu nehmen. Als wir sie dort an diesem Tag sahen, strahlte sie uns mit großen Augen an, sie war ein vollkommen neuer Mensch geworden. Ihren Rollstuhl war sie auch schon fast los; zwar noch etwas wackelig auf den Beinen, jedoch mit kleinen neuen Fortschritten jeden Tag. Ein Wunder war geschehen, nach jahrelangem Kämpfen konnte man nun auch Freude in den Augen der Eltern erkennen.

Aber nun zurück zum Anfang: Gesagt, getan, hüpften Lydia und ich ins Auto und machten uns auf dem Weg zum nächsten Einkaufszentrum, um ihr einen tollen Jogginganzug zu besorgen. Zurück kamen wir mit einem pink-blauen Anzug und bekamen einen große herzliche Umarmung geschenkt. 

Es war wirklich ein tolles Gefühl, diesem Mädchen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.