Länderinformation: Kanada


  • Hauptstadt: Ottawa
  • Fläche: 9.984.670 km²
  • Bevölkerung: 34,88 Mio Einwohner (2013)
  • Bevölkerungsdichte: 3,5 Einwohner pro km²
  • Religion: Christentum 73 %
  • Landessprache: Englisch, Französisch
  • Regierungsform: Bundesstaatliche konstitutionelle Monarchie, parlamentarisches Regierungssystem mit Mehrheitswahl
  • Klima: Kontinentalklima mit kalten, langen Wintern und heißen Sommern; in den Küstenprovinzen Meeresklima


Größe und Geographie

Kanada ist das Land der natürlichen Superlative. Es nimmt eine Gesamtgröße von 9.984.670 km² ein - davon 891.163 km² Wasserfläche - und ist somit das zweitgrößte Land der Erde. Zudem hat es mit 243.042 km die längste Küstenlinie weltweit. Von Nord nach Süd beträgt die größte Ausdehnung 4.634 Km und von Ost nach West 5.514 Km. Die nächsten Nachbarn Kanadas sind die Vereinigten Staaten von Amerika und Grönland. Die Baffininsel ist die größte Insel Kanadas.

Bevölkerung

Die Einwohnerzahl von Kanada beträgt derzeit insgesamt fast 35 Millionen. Die errechnete Bevölkerungsdichte Kanadas ergibt somit ca. 3,5 Einwohner/km², eine der geringsten weltweit. Der größte Teil der Bevölkerung lebt in den Bezirken Ontario und Québec, entlang des Sankt-Lorenz-Stromes.

Kanada ist ein vom Multikulturalismus geprägtes Land. Mehr als die Hälfte der Einwohner sind bereits nicht mehr britischer und französischer Abstammung, die auch nur auf eine 500 Jahre alte Geschichte zurückgreift. Die Ureinwohner Kanadas, die First Nations, die bereits schon vor mehr als 10.000 Jahren über die Beringstraße in das Land stießen, machen zusammen mit den Métis und den Inuit nur die Minderheit der kanadischen Bevölkerung aus. Die Anzahl wird nur noch auf 1,15 Mio Menschen indigenes Abstammung geschätzt.

Sprachen

Die Amtssprachen Kanadas sind Englisch und Französisch. Aufgrund des Multikulturalismus sind dies allerdings nur 2 von vielen Sprachen, die in dem weiten Land zur Kommunikation genutzt werden. Die Mehrheitssprache der Inuit ist Inukitut, aber die Sprachen kleinerer Stämme bleiben ungezählt.

Klima

Aufgrund der Größe hat Kanada unterschiedliche Klimazonen, vom gemässigten Klima bis hin zum Polarklima. Ein enormer Teil des Landes wird durch boreales Klima mit langen und sehr kalten Wintern (bis zu –35 °C) sowie kurzen, heißen Sommern (bis zu 35 °C) bestimmt. 

Allgemein sagt man, dass es immer kälter wird, je nördlicher man kommt. Ost- und Westküste haben eher maritimes Klima und sind deshalb recht feucht.

Geschichte

Der Beginn der ersten Besiedlung des Kanadischen Festlands wird mit dem Start der Geschichte des Landes gleichgesetzt. Doch bei der genauen Zahl streiten sich die Experten: grundsätzlich kann aber gesagt werden, dass die ersten Einwohner, die First Nations, bereits vor mehr als 10.000 Jahren über die Beringstraße das Land betraten. Vor ca. 5000 Jahren folgten Ihnen dann die Inuit. Die rastlose Besiedlung Kanada’s begann also bereits in der Frühgeschichte.

Ende des 10. Jahrhunderts folgten die ersten europäischen Siedler, norwegische Seeleute oder auch Wikinger, die mit den Ureinwohnern zum größten Teil zum Handel und Tausch betrieben. Mit dem italienischen Entdecker Giovanni Caboto, der im Auftrag des englischen Königs neue Handelswege suchen sollte, begann die Kolonialisierung Kanadas. Engländer und Franzosen nutzten die reichen Fischgründe an der Ostküste, um ein stabiles Leben aufzubauen. Diese doppelte Besetzung von 2 Nationen blieb natürlich nicht ohne Außeinandersetzung, mit dem Ergebnis, dass Frankreich als Verlierer des Siebjährigen Krieges 1763 fast alle Besitztümer abgeben musste. 1791 wurde Kanada durch die Verfassung in zwei Provinzen aufgeteilt: ins französisch geprägte Niederkanada und ins britisch geprägte Oberkanada. 

Auf dem Weg in die Eigenständigkeit unterstütze Kanada den ersten Weltkrieg und der Wunsch nach Unabhängigkeit von Europa wuchs immer mehr. 1931 wurde Kanada dann in die Eigenständigkeit entlassen und löste sich nach und nach politisch immer mehr von Großbritannien.

Auch wenn die neuere Geschichte immer wieder von Auseinandersetzungen zwischen der Bevölkerung englischer und französischer Abstammung gezeichnet ist, ist Kanada ein ausgezeichnetes Vorzeigebeispiel für funktionierenden Multikulturalismus.

Wirtschaft

Die 3 Hauptpfeiler der Kanadischen Wirtschaft sind Rohstoffe, Industrie und die Landwirtschaft.

Während sich die Rohstoffvorkommen hauptsächlich auf die abgelegenen Landesteile konzentrieren, befindet sich der Kern der Industrie in den Provinzen Ontario, Québec und Vancouver. Hier fokussiert sich alles auf einen zukunftsorientierten Automobil- und Flugzeugbau, die Metallindustrie, Nahrungsmittelindustrie, Holz- und Papierverarbeitung, chemische Industriezweige und die IT-Branche. Vor allem innovative Branchen wie die Biotechnologie oder Nanotechnologie erfreuen sich eines staatlichen Supports. Trotz der starken Bemühungen, durch eine Steigerung der Produktivität an die notwendigen Wirtschafts-Wachstumsraten zu gelangen, ist der Exporthandel immer noch der Grundpfeiler des ökonomischen Wohlstands Kanadas.

Die reichen natürlichen Vorkommen machen Kanada zum weltgrößten Exporteur von Holz und mineralischen Brennstoffen und zu einem wichtigen Lieferant von Erdgas und Erdöl. Die USA ist dabei der wichtigste Export- und Wirtschaftspartner, aber auch über die nordamerikanischen Grenzen hinaus hat das rohstoffreiche Land einen wichtigen Einfluss. So ist Kanada Mitglied aller großen internationalen Wirtschaftforen wie zum Beispiel G7, G8, G20, WTO, IWF und OECD.