Kultur in Ecuador

Falls du noch nicht weißt was es heißt, ein Volunteer oder Praktikant in Ecuador zu sein, dann hilft dir dieser Artikel weiter! Hier sind einige wichtige Unterschiede, die dich besser vorbereitet in Ecuador landen lassen.

Freiwilligenarbeit oder Praktikum in Ecuador? Wir würden dir davon abraten, wenn:

...du auf Pünktlichkeit stehst!

Wenn eine vereinbarte Zeit in Ecuador eingehalten wird grenzt das entweder an ein Wunder oder es handelt sich um einen internationalen Flug. Ansonsten wird einfach alles mehr Zeit in Anspruch nehmen, denn dies ist Teil der südamerikanischen Mentalität. Hier läuft einfach alles gelassener, aber eben auch langsamer. Dann werden eben schnell der plötzliche Regen oder der stockende Verkehr für die Verspätung verantwortlich gemacht. Dies kann anfangs sicher ungewohnt und auch leicht nervtötend sein, aber nach einer Weile wirst du feststellen, dass das auch seine guten Seiten haben kann. In der Zeit, in der du an der Bushaltestelle auf jemanden wartest kommst du vielleicht mit einer netten Marktfrau ins Gespräch und kannst dich durch ein großes Sortiment unbekannter tropischer Früchte testen. Oder du kannst dich beim Kellner über die aktuelle Wettervorhersage informieren, weil du nun schon eine halbe Ewigkeit auf deine Freundin wartest und eh du dich versiehst, bekommst du Reisetipps zu Orten, in denen es sicher nicht regnet.

Alles wird mehr Zeit in Anspruch nehmen, denn dies ist Teil der südamerikanischen Mentalität.

Nichtsdestotrotz solltest zumindest du versuchen pünktlich zu sein, besonders als Volunteer. Auch wenn hier locker mit Unpünktlichkeit umgegangen wird, zeigt Pünktlichkeit deine Motivation und Einsatzbereitschaft.

...du keine Busfahrten magst

Denn die wohl günstigste Option, in Ecuador mobil zu bleiben, ist die Fahrt mit einem der lokalen Busse, die in so ziemlich jede Ecke des Landes fahren. 

Mit einem Preis von 7 € für eine achtstündige Busfahrt unschlagbar günstig und auch unschlagbar lustig, wenn man einmal den Dreh raus hat.

Die meisten Busse fahren im 5-15 Min. Takt und man kann einfach überall ein oder aussteigen. Dies verlängert allerdings die Dauer der Fahrt enorm und man sollte auch hier Gelassenheit und Zeit mitbringen. Wichtig ist auch zu wissen, dass nur sehr wenig Busse mit einer Toilette ausgestattet sind. Trotzdem ist dieses öffentliche Verkehrsmittel mit einem Preis von 7 € für eine achtstündige Busfahrt unschlagbar günstig und auch unschlagbar lustig, wenn man einmal den Dreh raus hat, welche Route man nehmen muss. Mit den Einheimischen, die samt Kind, Kegel und Farm den Bus nehmen, hat man sicher viel Spaß und einige unvergessliche Zeit. Natürlich nur, sofern man nicht zu viel persönlichen Raum braucht, denn die Busse können manchmal sehr voll werden.

...du viel Wert auf Privatsphäre legst.

Das bedeutet jetzt nicht, dass dir 24 Stunden lang ein Ecuadorianer auf der Pelle hocken wird. Aber in Ecuador wird auf den persönlicher Sicherheitsabstand, wie wir ihn aus Deutschland kennen, nicht so viel Wert gelegt. So kann es in einem Bus doch oft sehr eng werden und den Ecuadorianern ist es so gar nicht unangenehm, dann auch noch ein freundliches Gespräch mit dem Reisenden anzufangen. Diese Offenheit kommt auch in persönlichen Beziehungen zum Tragen. Beziehungen zwischen Familienmitgliedern, Freunden und Pärchen sind oftmals viel inniger. Nach einiger Zeit lernt man diesen Kulturunterschied aber lieben! Allerdings ist immer wichtig, dass du dich wohlfühlst und deshalb solltest du dich von jeglicher Situation in der du fühlst, dass deine körperliche Privatsphäre angegriffen wird, entfernen. Es ist wichtig, dass du den Kulturunterschied kennst und respektierst, jedoch stelle nie das Bedürfnis freundlich sein zu wollen über deine eigenen Bedürfnisse!

...du nicht gerne über dich erzählst.

...oder wenn du dich schnell von persönlichen Fragen abgeschreckt fühlst. Südamerikaner fragen nämlich unverblümt nach Alter, Beziehungsstatus, deinem Job, dem Job deines Freundes – falls du einen hast und wenn nicht, warum. Das ist keinesfalls böse gemeint, sondern zeigt nur das Interesse an dir und deiner fremden Kultur. Wenn du keine Lust hast diese Fragen zu beantworten dann hilft immer noch ein kleines Ablenkungsmanöver und wechsle das Thema. 

...du kein reichhaltiges Essen magst.

Solltest du nicht gerade ein Profisportler sein, dann lässt es sich nicht vermeiden, dass du ein zwei Kilo während deines Freiwilligenaufenthaltes zulegst. Die Ecuadorianische Küche ist sehr vielfältig und alle Zutaten sind marktfrisch. Besonders häufig kommt Schwein, Hühnchen, Rind und auch Meerschweinchen auf den Teller. Aber keine Angst – Meerschweinchen werden zumeist nur in der Gebirgsgegend verspeist. Außerdem wird zum Fleisch noch jede Menge an Kohlenhydraten serviert. Besonders beliebt sind hier Reis, Mais und auch Kartoffeln. Wie du also feststellen kannst ist Reisen nach Ecuador nichts für Kalorienzähler und Size Zero Träger, denn der Genuss in Ecuador beginnt mit gutem Essen.

Keine Angst, Meerschweinchen werden zumeist nur in der Gebirgsgegend verspeist.

Als wären die überwältigenden Hauptspeisen nicht genug gibt es praktisch an jeder Straßenecke weitere kulinarische Verlockungen: 

  • Empadas (gefüllte Teigtaschen)
  • Arepas (Maisfladen)
  • gegrillte Maiskolben
  • geröstete Erdnüsse
  • Eis am Stiel
  • frische Früchte
  • allerhand Köstlichkeiten der Nachbarländer wie mexikanische Churros (Fettgebäck) oder dunkler peruanischer Schokolade

Ecuadorianer selbst lieben außerdem Eiskrem. Vor allem der Straßenverkauf ist hier eine Attraktion, denn hier bekommt man die leckere Süßigkeit aus großen Behältern, die die Frauen zumeist auf dem Kopf tragen, verabreicht.