Welchen Nutzen Freiwillige wirklich beim Schutz der Schildkröten bringen


"Die Freiwilligen, die ihr zu uns schickt, werden nach ihrer Zeit hier zu unseren verlängerten Armen, wenn sie sowohl die Menschen in ihrer Heimat als auch wo anders auf der Welt von uns und unserer Arbeit berichten. Das hilft uns unglaublich."

Kaum vorstellbar, doch noch bis Ende der 90er Jahre wurden auf Bali nach Schätzungen 30.000 Schildkröten getötet. Gerade für die Schmuckherstellung, für Suppen, als Satay Penyu (Schildkrötenspieße) oder für große hinduistische Zeremonien wurde das Tier geschlachtet und so beinahe ausgerottet. Kaum vorstellbar, dass um Bali herum das weltweit größte Meeresschildkröten-Massaker stattfand und die Balinesen die gefährlichsten Feinde des Jahrmillionen alten Meeresbewohners waren, bestätigt uns I Made Karse. Er stellt heute einen wichtigen Bestandteil der Meeresschildkrötenauffang- und aufzuchtstation auf Bali dar.


„2003, als wir eine Gruppe gründeten, kamen wir mit der Regierung, NGOs and den Medien zusammen, um eine gemeinsame Lösung zu finden. Ein Jahr später fingen wir an das Turtle Center ins Leben zu rufen. Wir fingen sofort an zu reagieren.“

Die Eröffnung der Schutzstation

„Ich bin einer der Gründer, der den Aufbau der Station vorangetrieben hat.“, sagt der gebürtige Balinese. „Die Hauptaufgabe hier in der Station ist die Sicherung der Eier und das Schlüpfen der Babyschildkröten zu überwachen, um die wachsende Population zu sichern.“

Bali ist der Hauptablageplatz für viele Meeresschildkröten. Die meisten von ihnen legen dafür Tausende Kilometer zurück. Eine der häufigsten Arten ist zum Beispiel die Oliv - Bastardschildkröte, die im Zentrum aufgezogen wird, um letztendlich in ein hoffentlich langes Schildkrötenleben entlassen zu werden. 

2006 wurde das Center zum Schutz der Meeresschildkröten auf Bali dann endlich eröffnet. Hier kann jeder, der interessiert ist, etwas über diese Spezies, ihren Lebensraum und was gemacht werden kann, um die bedrohte Art zu retten, lernen. Seit nun mehr drei Jahren setzen sich auch internationale Voluntäre aktiv für die Erhaltung der Tiere ein, indem sie das Center im Rahmen einer Freiwilligenarbeit unterstützen. 

Voluntäre unterstützen uns

"Wenn Menschen von soweit herkommen, um uns zu unterstützen, dann regt das die Einheimischen zum Denken an und motiviert unsere Arbeit hier."

„Zu Beginn gab es einige Hürden, die die Bestandserhaltung erschwerten. Viele Menschen beuteten die Meeresschildkröten aus. Unser Ziel ist es die gefährdeten Tiere zu beschützen und zu bewahren.“ Mit gerade mal 8 Mitarbeitern ein gar nicht so einfaches Unterfangen. Doch sie alle halten an ihrer Arbeit fest. „Wir haben alle dieselbe Mission: zusammen arbeiten, um die Meeresschildkröten so gut wie möglich zu erhalten.“, sagt Made und bedankt sich bei dieser Gelegenheit bei allen, die bis jetzt geholfen haben. „Wir fühlen uns sehr unterstützt. Erstens, jede Art von Hilfe ist großartig, egal wie unsere Arbeit unterstützt wird. Zweitens, die Volunteers, die ihr zu uns schickt, werden nach ihrer Zeit hier zu unseren verlängerten Armen, wenn sie sowohl die Menschen in ihrer Heimat als auch wo anders auf der Welt von uns und unserer Arbeit berichten. Das hilft uns unglaublich.“

Der größte Feind der Schildkröte, der Mensch

Offiziell wurde vor 3 Jahren erkannt, dass das Schlachten der Schildkröte intolerabel ist und verboten gehört. Doch Einheimische und Touristen müssen konsequent darüber aufgeklärt werden, wie tragisch die Zahl der Tiere zurückgegangen ist und was ihr Rückgang uns über unser nachlässiges Umweltbewusstsein erzählt. Sie sind die „Botschafter der Ozeane“ (Lida Pet-Soede, Tropenfischbiologin auf Bali *). Gerade auf Bali werden täglich Tonnen an Müll ins Meer geleitet, die Strände von Touristen belagert, und somit der natürliche Lebensraum und die Brutstätten der Schildkröten verändert oder zerstört. Die Bedrohung hat sich verändert, aber der Feind ist der gleiche – wir.

„Ich hoffe, dass jeder das gleiche machen kann. Dass die Herzen der Einheimischen berührt werden und sie sich mehr Gedanken machen, sodass sie sich entscheiden, unsere Mission zu unterstützen. Wie in diesem Fall zum Beispiel, wenn Menschen von weit her kommen, um uns zu helfen. Das sollte die Einheimischen zum Denken anregen. Das motiviert unsere Arbeit hier.“

Engagement ist gefragt

"Im nächsten Schritt müssen wir mithilfe aufmerksamer Volunteers, die wir in der nahen Zukunft erwarten, herausfinden an was es uns mangelt."

Freiwillige der Station helfen täglich beim Füttern und Reinigen der 12 Frischwasserbecken. Auch werden sie medizinisch betreut und zum Beispiel von Parasiten befreit. Was vielen nicht bewusst ist: die Freiwilligen lernen mehr Details über Verhalten und Bedrohung der Schildkröten und können so Touristen durch die Station führen und in gutem Englisch inspirieren. Außerdem freut sich Made über Eigenengagement und Verbesserungsvorschläge: „Ich hoffe sehr, dass Hilfe nicht nur mit körperlicher Hilfe kommt, sondern auch mit Art und Weise wie Volunteers denken: was uns fehlt, was wir verbessern müssen und was wir dafür tun können. Nicht immer was ich denke, ist richtig und auch für andere das Beste. Im nächsten Schritt müssen wir mithilfe aufmerksamer Volunteers, die wir in der nahen Zukunft erwarten, herausfinden an was es uns mangelt.“


Der Bestand wächst wieder

Die Aufklärung durch die Station ist notwendig und Made hat schon kurz nach der Eröffnung in 2006 der Station bemerkt, dass es die Bemühungen Wert sind. „Die Probleme, mit denen wir vorher zu kämpfen hatten, begannen zu schwinden. Wir empfingen unsere ersten Besucher, sowohl Einheimische als auch Ausländer, die die geretteten Schildkröten sehen wollten. Zudem klären wir die Bevölkerung über die Notwendigkeit des Beschützens der Meeresschildkröten auf, sodass auch unsere Kinder und Enkelkinder über sie in Zukunft lernen können. Wir führen ebenfalls fort diese Botschaft in Schulen, den Kindern und der Bevölkerung zu verbreiten.“

Das Ergebnis der Arbeit kann sich sehen lassen. Auf ein jährliches Wachstum des Bestandes um 30% ist Made zu Recht stolz. „Heutzutage legen die Schildkröten sogar im vollen Kuta wieder ihre Eier ab, da es den Menschen immer bewusster wird wie wichtig es ist Bali’s Meeresschildkröten vor der Ausrottung zu schützen.“