Surfprojekt in Kapstadt


Kurz nach der letzten Abiprüfung hieß es für mich „Tschüss Deutschland, hallo Kapstadt!“. Nach einem langen Flug kam ich also in Südafrika an und wurde sofort freundlich empfangen und zu meiner Unterkunft gebracht.

Dort hab ich dann auch schon die anderen internationalen Volunteers getroffen, die schon länger im Projekt gearbeitet haben. Ein großer Haufen spannender Leute aus fast alles Ecken der Welt, die mich sofort herzlich aufgenommen haben.

Nach einem Welcome-Braai am Abend ging es für mich am nächsten Tag auf Stadterkundungstour. Die Stadt ist wirklich klasse, die ersten 150 Fotos waren also schon gemacht, im Projekt sollten viele weitere folgen...

Nach zwei freien Tagen ging es dann für mich los mit dem Projekt:

Wir fuhren nach Dunoon, ein großes Township in der Nähe von Table View, also da, wo ich untergebracht war. Hier sollte ich den Vormittag in einem kleinen Kindergarten, einem sogenannten Creche, verbringen, weil wir an diesem Tag zu wenig Volunteers für die Computer Class waren, in der ich eigentlich eingeteilt.

Kaum waren wir aus dem Auto ausgestiegen kamen schon die Kinder auf mich zugelaufen  und umarmten mich so herzlich, ich hatte sie sofort in mein Herz geschlossen.

Der Vormittag verging ganz schnell mit Liedern, Spielchen und unseren Aufgabenzetteln, die wir jeden Tag mit den Kindern machen sollten, um ihnen so Zahlen, Farben und ähnliches auf Englisch beizubringen. Da die Kinder aber kein Englisch sprechen könnte,  konnte es schon mal schwierig werden, mit Händen und Füßen konnte ich mich meistens dann aber doch verständigen. Es war einfach überwältigend, wie fröhlich diese Kinder sind, auch wenn sie so gut wie nichts haben. Dass man Kindern mit einem einfachen Apfel eine so große Freude machen kann, kann man sich hier absolut nicht vorstellen.

Den Rest meiner ersten zwei Wochen habe ich dann vormittags in einer Grundschule gearbeitet und dort am Computer ein bis zwei Kindern bei Matheaufgaben geholfen – aber keine Sorge, Mathe-LK ist keine Voraussetzung, einfache Additionen reichen... die Kinder waren total lieb und offen, wenn man sie einmal überzeugt hatte, dass die „Computer Class“ Spaß ist und wir nicht so streng sind wie die Lehrer. Der Ton in den Klassenräumen ist nämlich recht erschreckend, auch wenn die Lehrer zu uns immer freundlich waren, wenn wir die einzelnen Kinder aus den Klassen geholt haben.

In der zweiten Hälfte meines Aufenthaltes habe ich dann wieder die Vormittage im Creche, also Township-Kindergärten, verbracht.

Es gibt also schon vormittags genug zu tun, durch das Wechseln der Programme kann auch keine Langeweile aufkommen, wer aber lieber nur ein einem Projekt bleiben möchte kann das auch machen.

Ich war aber froh, alles ein bisschen kennenzulernen, weil der Unterschied schon gewaltig ist. Außerdem sieht man in der Schule, das es wirklich notwendig ist, schon im Vorschulalter mit Zahlen und co in Berührung zu kommen, weil der Rückstand sonst nur schwer aufzuholen ist.

Nachmittags sind wir dann mit den älteren Kindern schwimmen oder surfen gegangen – jedenfalls solange das Wetter mitspielte... aber auch wenn nicht hatten wir mit ihnen immer schöne Stunden, ob mit einer Stadtralley durch Table View, einer Pizzacompetition oder einfach verschiedenen Spielchen.

Es war toll, die Größeren so kennenzulernen, weil man hier einfach wirklich direkt mit der Kultur in Kontakt kommt. Die Surfkids können dann auch Englisch, die Verständigung klappt hier also ohne Probleme.

Zu diesen normalen Projekttagen gab es dann noch andere Aktionen, wie eine Poiky-Competition , Beachdays, oder Hand-Out-Tage, also Tage, an denen wir Kleidung und Essen ausgeteilt haben. Außerdem haben wir noch Häuser in einem der Settlements winterfest gemacht, in dem wir die Dächer neu mit Plastik gedeckt haben.

Aber auch neben dem Projekt gab es viel zu tun, die Stadt ist super!

Also wurden wir Volunteers zu Touristen und fuhren zum Beispiel zum Cape Point, wo wir die Landschaft bewunderten und uns von einem Überfall von einem gefrässigen Pavian erholten... Und auch die anderen Touristenaktrationen in Kapstadt haben wir natürlich gesehen, für alles ist genug Zeit an den freien Tagen.

Ob Klettertour auf den Lions Head oder den Tafelberg, Geschichte auf Robben Island oder lustige Stunden auf einer Weintour. Alles wunderbare Tage, mit Mengen von Fotos und vielen schönen Erinnerungen!

Für alle Mutigen wird auch Fallschirmspringen, Shark-Cage-Diving oder ähnliches angeboten.

Und natürlich wird im Surfprojekt auch gesurft, der Strand ist gleich um die Ecke, die Bretter stehen uns immer zu Verfügung. Wer also das Meer liebt und vor ein bisschen Kälte im Wasser nicht zurückschreckt ist hier perfekt aufgehoben!

Für Leute, die sich aber an einen strikten Zeitplan halten wollen ist Kapstadt wohl nicht das richtige, an die „African Time“ und auch spontane Planänderungen habe ich mich aber schnell gewöhnt, schwieriger war es da nachher sich wieder an die deutsche Pünktlichkeit und Ordnung zu gewöhnen...

Es gibt also viel zu tun und ich kann nur empfehlen, es selber auszuprobieren!

Die ganzen Eindrücke, Erfahrungen und neuen Freunde, sind es auf jeden Fall wert!