Meine erste große Reise


Das Turtle Conservation and Education Project in Bali bot sich für mich als ideale Möglichkeit, mein Interesse an Tieren, sozialer Arbeit und auch dem Reisen zu vereinbaren.


Meine herzliche Ankunft im Studentenhaus

Nach einer kurzen Bewerbung an Studentsgoabroad und deren schnellen und unkomplizierten Vermittlung an die Partnerorganisation bekam ich alle nötigen Informationen und meinem Abenteuer stand nichts mehr im Wege. Nach einem 19-Stündigen Flug und ganz vielen neuen Eindrücken, wie dem turbulenten Verkehr auf den Straßen, oder der ungewohnt schweren, heißen Luft wartete schon der unglaublich nette Fahrer namens Ketut auf mich, der mich in mein Freiwilligenhaus brachte. Das Haus, indem ich die nächsten drei Monate leben sollte, befand sich in Sanur, einem wunderschönen Örtchen im Süden von Bali. Angekommen in meinem neuen Zu Hause erwarteten mich die anderen Freiwilligen mit offenen Armen. Der erste Eindruck war schon spitze.

Das Haus war genau so wie ich mir ein typisches Haus aus Bali vorstellte, vier Zimmer, eine gemütliche Küche, ein Garten mit einem kleinen Tempel und eine Terrasse, die sich später als unser Lieblingsplatz und „Treffpunkt“ im Hause erwies. Hier saß man wirklich immer gerne zusammen, unterhielt sich und tauschte sich über all die vielen Erlebnisse aus.

Das Beste, das mir an unserem Zuhause gefiel, war die Lage. Wir lebten in einer Straße zusammen mit all den herzlichen und höflichen Einheimischen, abseits von dem Tourismus, wodurch wir wunderbar in die Kultur reinschnuppern konnten.  

Ich und mein Roller

Die ersten Tage auf der Insel waren sehr spannend, ich lernte das Rollerfahren, was in Bali wirklich unvermeidbar ist, da sich wirklich JEDER auf diese Art und Weise fortbewegt. Ich muss zugeben am Anfang hatte ich etwas Angst, da ich noch nie Roller fuhr und dann auch noch auf Balis Straßen das Fahren lernen sollte...Die Angst war im Nachhinein aber wirklich nicht nötig, denn der Verkehr sieht schlimmer aus als er ist. Schnell merkt man, dass auf den Straßen wirklich rücksichtsvoll miteinander umgegangen wird und jeder auf den anderen in gewisser Weise aufpasst. Das Rollerfahren wurde zu einer meiner vielen Lieblingsbeschäftigungen auf Bali, da man so wirklich jeden Ort erreichen und gleichzeitig noch die wunderschöne Natur genießen konnte.

Die Arbeit im Schildkrötenzentrum

So machte ich mich auch jeden Morgen auf den Weg in das nur 15 Minuten entfernte Schildkrötenprojekt. Ich erinnere mich, dass ich jeden Morgen mit Freude auf die Arbeit gefahren bin. Dafür sind definitiv die gutgelaunten Mitarbeiter hauptverantwortlich. Ich habe so gerne die Zeit mit ihnen verbracht, mit ihnen gelacht, mich mit ihnen unterhalten und mehr über ihr Leben erfahren. Es wurde wirklich sehr herzlich miteinander umgegangen. Zu meinen Tätigkeiten gehörte in erster Linie, die Touristen willkommen zu heißen, sie in unserem kleinen Schildkrötenzentrum herumzuführen und ihnen etwas über unsere Tiere, ihre Lebensweise oder ihre Krankheiten zu erzählen. Geliebt habe ich es, den kleinen Schildkröten beim Schlüpfen zu helfen oder sie sobald sie alt genug waren in die Freiheit, in das Meer freizulassen. Rückblickend war es wirklich eine wunderbare Erfahrung, eine Herzenssache Teil des Schildkrötenprojekts gewesen zu sein, das Gefühl zu haben als helfende Hand auch nur mit bisschen Arbeit etwas gutes zu tun.  

Und nach der Arbeit "Nasi Goreng"

Nach der Arbeit ging ich entweder mit meinen Freunden an den nahegelegenen Strand oder wir unternahmen verschiedene Ausflüge wie zum Beispiel zu den schönsten Tempeln und Wasserfällen oder auch das Surfen lernten wir, was man in Bali wirklich nicht missen darf! Am Abend freuten wir uns auf das heißgeliebte und weltbeste „Nasi Goreng“, das es für weniger als einen Euro auf dem Nachtmarkt zu kaufen gab. Ich erinnere mich heute wirklich jeden Tag an diese unvergesslichen drei Monate und bin dankbar über jeden einzelnen Tag. Ich habe so viel gelernt und so viele nette Menschen getroffen.

Ich kann dieses Projekt oder generell die Arbeit auf Bali wirklich jedem empfehlen, besonders, wenn es die erste Reise sein soll, die man ohne Familie oder Freunde antritt. Denn das Reisen in Bali erwies sich wirklich als unkompliziert und ungefährlich. Ganz im Gegenteil, die hinduistische Kultur, die aufgrund ihrer Religion auf ihr Karma und ihre guten Taten achtet, bemüht sich sehr, jeden mit offenen Armen aufzunehmen.

Also worauf warten: Ab nach Bali!