Homeschooling in einer Gastfamilie


Mein Name ist Marian, ich bin 19 Jahre alt und habe mich nach dem Abschluss meiner Schulzeit am Gymnasium dazu entschlossen eine sinnvoll genutzte Auszeit vor dem Beginn des Studiums zu nehmen. Da ich zu diesem Zeitpunkt schon wusste, dass ich den Beruf des Lehrers ergreifen möchte, sollte es natürlich eine Tätigkeit sein, die mich in dieser Hinsicht schon ein wenig auf das vorbereitet, was mich als Lehrer einmal erwarten wird. Von vorn herein war auch klar, dass ich meine Erfahrungen in Südafrika sammeln wollte.

Durch ausgiebige Recherche im Internet stieß ich auf Students Go Abroad. Ich meldete mich bei der Organisation und fragte nach einem Projekt in Kapstadt, das mit meinen Wünschen übereinstimmt. Students Go Abroad schlug mir ein Projekt vor, bei dem ich als Privatlehrer einer südafrikanischen Gastfamilie bei der schulischen Erziehung und Ausbildung der drei mittelalten Kindern, sowie der Betreuung und Beaufsichtigung der kleineren der sieben Kinder der Familie gebraucht würde. Alle Kinder der Familie sind 'homeschooled', also daheim unterrichtet.

Da dieses Angebot genau zu meinen Vorstellungen passte, bewarb ich mich bei der Familie und nur wenige Wochen später durfte ich sie meine Gastfamilie nennen. Ich durfte also von Mitte Oktober 2012 bis Ende Juli 2013 in der Familie wohnen, meine Erfahrungen mit dem Unterrichten von Kindern sammeln und in den zehn Monaten meines Aufenthaltes Südafrika, und vor allem Kapstadt erleben. Für die Kinder fingen die Schultage morgens um ca. 8 Uhr mit dem Üben der verschiedenen Instrumente an. Nach 30-40 Minuten Üben begann mein Tag mit der Betreuung der verschiedenen Fächer wie Mathematik, Englisch und Geschichte, bei denen ich zumeist die Arbeitsbücher mit den Kindern durcharbeitete, bei der Lösung verschiedener Aufgaben half und Fragen beantwortete.

Ein weiteres Ziel das ich mir gesetzt hatte war es, einen Blick hinter die Kulissen eines fremden Landes mit fremder Kultur zu werfen und eben nicht nur das dreiwöchige „Touristen-Afrika“ zu erleben. Im Rückblicken kann ich sagen, dass mir das wirklich gelungen ist und das ganz alltägliche Kapstadt teilweise faszinierender ist, als jede geführte und bis ins letzte Detail durchgeplante „Reisebüro-Bus-Tour“ durch Südafrika.

Mein Job als Privatlehrer ermöglichte mir neben manchen freien Nachmittagen und natürlich der größtenteils arbeitsfreien Schulferien auf eigene Faust Menschen kennenzulernen, Reisen zu unternehmen (beispielsweise machte ich eine Namibia-Tour mit neu gefundenen Freunden, oder eine Reise über die berühmte Garden Route), und Stadt und Land mit den einmaligen Naturvorkommen zu erkunden und zu genießen.

Abschließend möchte ich sagen, dass ich wirklich jedem, dem sich solche Möglichkeiten bieten, empfehlen kann sich einmal Zeit zu nehmen um ein neues Land mit neuen Leuten und neuen Erfahrungen kennenzulernen.