Freiwilliges Praktikum in einer Charity Organisation in Toronto

Bewerbungsprozess

Als ich von dem "Charity-Praktikum in Kanada" und seinen Vorteilen hörte, war ich sofort davon begeistert. Einerseits, weil hierfür kein Working Holiday Visum oder Studentenstatus erforderlich ist, andererseits weil es eine kurze Projektdauer erlaubt und die Kosten damit sehr überschaubar sind.

Nachdem ich meinen Lebenslauf und das Motivationsschreiben gemeinsam mit meinen Programmwünschen zu StudentsGoAbroad abschickte, hatte ich recht zeitnah einen passenden Vorschlag der kanadischen Partnerorganisation. In einem Skype-Termin lernte ich dann meinen Koordinator kennen und hatte kurz darauf ein Vorstellungsgespräch mit meinem kanadischen Charity-Unternehmen. Dort konnte ich mir einen Eindruck machen und Fragen stellen. Kurz darauf folgte auch die Zusage und die wichtigsten Vorbereitungen auf die Reise konnten beginnen: Praktikumsvertrag für meine Hochschule, Flugbuchung, Sprachkurs, Unterkunft, Visumsdokumente und Krankenversicherung. Das Team von StudentsGoAbroad half mir bei der Organisation und stand mir bei Fragen immer zur Seite.

Die Stadt Toronto

Bevor das Praktikum angefing, habe ich einen dreiwöchtigen Sprachkurs – ebenfalls in Toronto – besucht. Der hat mir dabei geholfen, mein Englisch ein bisschen auf Vordermann zu bringen und ich habe die Zeit genutzt, die Stadt bereits ausgiebig zu erkunden. 

Da Toronto eine relativ junge Stadt ist, ist sie total übersichtlich und organisiert aufgebaut. Alles verläuft parallel, aufgeteilt in Nord/Süd, Ost/West. Verlaufen kann man sich kaum. Und sollte es doch einmal passieren, bekommt man überall Hilfe. Außerdem ist Toronto eine multikulturelle Stadt. Die am zweitmeisten gesprochene Sprache neben Englisch ist Chinesisch. Daneben hört man auf den Straßen auch Spanisch, Portugiesisch oder Französisch. Sollte es also mit dem Englisch etwas holprig sein, gibt noch andere Verständigungsmöglichkeiten.

Das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln, der TTC (Toronto Transit Commission), ist super. In Zentraltoronto kommt man ohne Probleme schnell von A nach B, da alle 3-5 Minuten U-Bahnen sowie alle 5-10 Minuten Straßenbahnen oder Busse fahren. Sollte eines davon ausfallen, wird innerhalb weniger Minuten Ersatz bereitgestellt. Aber auch die „Randgebiete“ Torontos, wie beispielsweise Scarborough und York sind gut angebunden, hier fahren die Busse jede 15-20 Minuten.

An Sehenswürdigkeiten, Museen, Parks und Shoppingmöglichkeiten fehlt es keinesfalls – für jeden Geschmack sollte hier etwas dabei sein. Zudem hat Toronto viele verschiedene Stadtviertel wie beispielsweise Little Italy, China- und Koreatown, Greektown, Little Portugal, Kensington Market und dem Distillery District, die alle sehenswert sind.

Die Kanadier allgemein sind super freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit. Überall wird man freundlich begrüßt und herzlich aufgenommen. 

Firma, Mitarbeiter, Aufgaben

Wie in der Stadt an und für sich waren auch die Leute im Praktikum super freundlich und hilfsbereit. Ich wurde herzlich aufgenommen und habe mich wohl und wie jeder andere Mitarbeiter respektiert gefühlt – so wie eine gleichgestellte Aushilfskraft/Angestellte. Bevor das Praktikum überhaupt angefangen hatte, hat mich meine Ansprechpartnerin des Unternehmens kontaktiert und mir ein Treffen vorab zum Kennenlernen vorgeschlagen. Das habe ich dankend angenommen. Sie hat mich zum Mittagessen eingeladen und mir ihr Lieblingsstadtviertel gezeigt. Zudem durfte ich sie jederzeit privat kontaktieren, wenn ich Tipps und Hilfe rund um Toronto brauchte.

Die Charity-Organisation, in der ich mein 10-wöchtiges freiwilliges Praktikum gemacht habe, setzt sich kanadaweit für Menschen mit verschiedensten Behinderungen ein. Es stellt unter anderem Transportdienste bereit, fördert Programme, die diese Menschen (wieder) in die Gemeinschaft integriert, bietet Hilfe bei der Arbeitssuche und dem Bewerbungsprozess an und organisiert Tagesausflüge, Events und Ferienlager. Ich wurde im Administrationsbereich eingesetzt und habe mich, da gerade zwei Feriencamps und mehrere Tagesausflüge anstanden, um die eingehenden Bewerbungen gekümmert. Ich kontrollierte die Bewerbungen auf Vollständigkeit und kontaktierte die Bewerber telefonisch oder per E-Mail, falls Informationen fehlten. So konnte ich meine englischen Kommunikations- und Schreibfähigkeiten unter Beweis stellen. Parallel dazu habe ich ein Rechercheprojekt bekommen, bei dem ich Listen erstellen sollte, die gebietsweise Informationen zu Themen wie “Jobs oder Freiwilligenarbeit”, “Unterkünfte”, “Transportmöglichkeiten”, “Freizeitaktivitäten” usw. für Menschen mit Behinderung enthält. Diese Listen wurden dann online veröffentlicht, um genau diesen Menschen eine kleine Hilfe bei deren Recherche bereitzustellen.

Unterkunft

Für die Unterkunft während dem Sprachkurs war gesorgt (Doppelzimmer in einer Gastfamilie). Danach bin ich in eine private Unterkunft umgezogen, die ich über Airbnb.de gebucht hatte. Gewohnt habe ich hier ebenfalls bei einer Familie in einem Einzelzimmer mit "Bed and Breakfast". Es hat alles super funktioniert, die Leute waren ebenfalls freundlich und hilfsbereit.

Fazit

Alles in allem haben mich Sprachkurs und Praktikum um einige Erfahrungen bereichert. Hauptsächlich ist es jedoch der Kontakt zu Kollegen, Leuten aus der Unterkunft oder auf der Straße, die das Englisch aufbessern sowie Umgangssprache und Redewendungen beibringen. Ich kann also wirklich sagen, dass es sich lohnt, als Volunteer nach Kanada zu gehen und fort ein freiwilliges Praktikum zu absolvieren.