Freiwilligenbericht zum Frauenentwickungsprojekt in Kapstadt


Die Organisation setzt sich für Opfer aus Häuslicher Gewalt, Frauen und Kindesmissbrauch ein. Die Aufgabenbereiche für die Freiwilligen liegen darin, sich um das After School Program zu kümmern. Zu meiner Zeit waren es nur Mädchen in dem Alter zwischen 7-16, die nach der Schule von 14 Uhr bis 17 Uhr zu uns gekommen sind. Nach einem Mittagessen haben wir mit den Kindern Spiele gespielt, Mathematik und Englisch gelernt, sowie über Gesellschaftliche Probleme mit den Jugendlichen geredet.

Weitere Aufgaben waren eine Baseline Studie, in der wir aus einem Township alle Bewohner aufgenommen haben und ausgewertet haben, wie viele sind arbeitslos und wie viele Kinder gehen zur Schule oder nicht zur Schule. Nach der Studie haben wir auch dort eine Jugendgruppe ins Leben gerufen, damit man den Jugendlichen Perspektiven zum Arbeitsleben geben kann. Diese Jugendgruppe fand immer einmal in der Woche statt.

Die Organisation verfügt auch über ein Frauenhaus, indem Frauen und Kinder untergebracht werden, die aus häuslicher Gewalt oder Missbrauch entfliehen oder geredet wurden. In diesem Frauenhaus konnten wir bis zu 6 Frauen und 6 Kinder aufnehmen. Die Kinder gingen wenn möglich in den Kindergarten oder in die Schule. Die Frauen haben sich den Tag über selber versorgt und mussten ihre täglichen Arbeiten wie putzen, waschen usw. erledigen. Wir gaben den Frauen Unterstützung wieder zurück in ein selbstständiges Leben zu gehen, was auch immer mit Hilfe vom Amt geschah. Wir freiwillige Helfer waren immer in Begleitung von einer Mitarbeiterin der Organisation im Frauenhaus, was zwischen Tag-und Nachtschicht sich bewegt hat.

Wir haben auch Soforthilfe geleistet, bei Township Bränden, bei denen immer sehr viele Menschen obdachlos wurden. Diese haben wir mit Kleidern und Deckenspenden unterstützt. Sowie waren wir auch Anlaufstelle für Frauen und Männer, die Hilfe benötigten in den Frauen Häusliche Gewalt und Missbrauch. Wir haben diese Betroffenen an die Polizei oder an Sozialarbeiter weitergeleitet und viele Frauen bei uns im Frauenhaus aufgenommen. Die Volunteere müssen zum Teil auch das Aufnahmegespräch leiten und die Geschichte der jeweiligen Person aufschreiben und mit Absprache von den Mitarbeitern eine Entscheidung treffen.

Der generelle Tag einen Volunteer begann um ca. 9 Uhr (Südafrikaner nehmen es mit der Zeit nicht so genau). Man traf sich in der Organisation und hat dann mit den jeweilig zugeteilten Aufgaben begonnen. Teilweise war es sehr stressig aber an manchen Tagen hatte man auch einfach Zeit sich mit den andern Mitarbeiterinnen über die Organisation und das Leben in Südafrika zu unterhalten. Oder auch einfach sich über das erlebte auszutauschen um es besser verarbeiten zu können. Mittags ab 14 Uhr war dann das After School Programm bis 17 Uhr. Danach wurden wir dann zurück zu unseren Gastfamilien gebracht. Ich hatte großes Glück mit meiner Gastfamilie, denn sie waren sehr herzlich und ich habe mich sehr wohlgefühlt, mit ihnen zu leben.

Die Organisation besteht aus der Direktorin und den Mitarbeitern, die hauptsächlich weiblich sind. Es besteht eine sehr warme und herzliche Gemeinschaft die immer für einen da ist. Denn für uns Freiwillige ist die Situation in einem fremden Land und einer fremden Kultur meist nicht einfach. Gerade auch in einer Organisation wie dieser braucht man oft jemanden der einem zuhört, über die Ängste und das erlebte. Denn wir haben solche sozialen Probleme in so einer Größe nicht in Deutschland.

Für mich war dieser Auslandsaufenthalt ein Schlüsselpunkt in meinem Leben, da ich gemerkt habe, dass ich einen sozialen Beruf erlernen möchte und mich für Frauen, Männer und Kinder aus Häuslicher Gewalt und Missbrauch einsetzen will. Denn wir haben auch Probleme von Gewalt in Deutschland wofür man sich einsetzen muss.