Freiwilligenarbeit in verschiedenen Schulen auf Bali


Die Reise beginnt...

Ich wollte mich in meinen Semesterferien zum einem durch einen freiwilligen sozialen Monat selbst herausfordern, und zum anderen wollte ich schon immer Kindern und vor allem sozial benachteiligten Kinder helfen. Dafür war jetzt der richtige Zeitpunkt, da ich am Anfang des Studiums noch genügend Zeit habe.

Den Tag der Anreise, empfand ich mindestens genauso wie Jana, vor allem aber war ich enttäuscht das nicht alles perfekt geklappt hat. war die Betreuung des restlichen Urlaubs in Ordnung. Ich persönlich hätte mich darüber gefreut, wenn mehr zusammen mit anderen Volontären organisiert worden wäre.

Die Gewöhnung an Bali

Auch ich habe mich nach etwa 5 Tagen an das Leben auf Bali gewöhnt. Wie Jana bereits beschrieben hat wird man hier mir vielen neuen Gegebenheiten konfrontiert. Neben den hygienischen Differenzen ist vor allem der Verkehr zu nennen, denn dieser ist wirklich anders als in Deutschland! Auf der linken Seite zu fahren stellte sich als eine Leichtigkeit heraus, als ich bemerkte, dass hier jeder so fährt wie er will und es keine richtigen Verkehrsregeln und Polizisten gibt. Zu meinem Vorteil fahre ich seit meinem 15. Lebensjahr Roller und war somit schon geübt. Allen Anfängern empfehle ich, zuhause schon mal ein wenig zu üben, so fern das natürlich möglich ist.

Die verschiedenen Seiten von Bali

Bali ist eine sehr schöne Insel, es gibt viel zu erleben und zu sehen, was auch eine der Hauptgründe war weshalb ich hierhin gegangen bin. Ein weiterer Vorteil, der aber auch gleichzeitig ein Nachteil ist, ist der Tourismus. Auf der einen Seite gibt es somit viele Geschäfte, Fastfood Restaurants und Ausflüge, so dass man sich ein bisschen wie im Urlaub fühlt, doch auf der anderen Seite wird man ab und zu übers Ohr gehauen. Trotz alledem sind die Lebensunterhaltskosten um einiges geringer als in Deutschland.

Meine Aufgaben

Nun zu dem Eigentlichen, worum es bei unserem Aufenthalt ging: Ich arbeitete zur selben Zeit, und in den selben Schulen wie Jana. Lediglich mein Aufgabenbereich war ein anderer. Die Begrüßung in den Schulen ist kaum in Worte zu fassen. Vor allem in der Schule, wo die etwas Ärmeren unterrichtet werden. Jeden Tag als die Kinder uns auf dem Roller um die Ecke fahren gesehen haben, kamen sie angelaufen nahmen unsere Hand, küssten sie und hielten sie sich an den Kopf. Es scheint wohl religiöse Hintergründe zu haben. Auch die Mädchen in dem Waisenhaus waren so herzlich und spielten mit uns, obwohl wir uns nicht verständigen konnten. Man merkt einfach wie dankbar die Kinder für jede Kleinigkeit sind. Immer wenn ich mit ihnen Ball spielte, freuten sie sich so sehr, wie deutsche Kinder an Weihnachten.

Markante Unterschiede 

Die Ärmsten in Deutschland sind reicher als die Reicheren auf Bali. Wobei es sicher noch schlimmere Länder gibt. Was ich damit sagen will ist, dass die Kinder sich über jede Kleinigkeit freuen und dankbar sind. Es ist toll zu erleben, dass man Kinder und auch ihre Eltern mit unserer Arbeit glücklich machen kann.

In der Privatschule arbeitete ich die Hälfte der Zeit mit Kindern im Alter von etwa 5 Jahren. Ich leistete den Lehrern Hilfestellung beim erlernen vom Schreiben ,Mathe und Englisch. Dies klappte trotz Kommunikationsschwierigkeiten sehr gut. Die andere Hälfte des Tages, half ich entweder dem Sportlehrer der Highschool, oder der Englischlehrerin der Senior-Highschool beim unterrichten, und hielt auch ein 45 minütigen Vortrag über Deutschland.

Um 11 Uhr ging es dann in die andere Schule, die unter wesentlich schlechteren Umständen und weniger Unterrichtsmaterial lernen mussten. Wir saßen dann mit 22 Kindern auf 20m2 . In dieser Schule, die meiner Meinung nach unsere Hilfe eher benötigte, unterrichtete ich täglich etwa 30 Minuten Englisch. Da der Rest des Unterrichts auf Indonesisch abgehalten wurde und hier aus finanziellen Gründen nicht gemalt, gebastelt und keine Musik oder Sport gemacht wird, war dies leider meine einzige Aufgabe.

Helft wenn ihr könnt

Ich hoffe, dass ich euch jetzt keine Angst gemacht habe. Es war eine der tollsten Erfahrungen und ich würde es auch gerne nochmal machen, doch habe ich wahrscheinlich keine Zeit mehr dafür. Deswegen appelliere ich umso mehr an Euch, dass ihr in den sauren Apfel beißt und Euch dafür entscheidet Kinder, denen es wesentlich schlechter geht als Euch, zu helfen. Ganz egal, ob auf Bali oder in einem anderem Land. Die Hauptsache ist, man tut was!

Neben Erfahrungen ändert sich auch Eure Sichtweise auf einige Sachen. Einem wird zum Beispiel bewusst, dass wir in Deutschland auf einem hohen Niveau klagen, doch der Großteil überhaupt nicht weiß, wie es in anderen Ländern aussieht und man froh sein sollte hier zu leben. Auch ich brauchte diese Erfahrung, um mir überhaupt bewusst zu werden, wie gut ich es habe mit einem Dach über dem Kopf, Bildung, Gesundheit und vor allem einer Familie. Es ist schade, dass die Meisten von uns das Wesentliche aus den Augen verlieren.

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit, ich hoffe mein Erfahrungsbericht hat Euch nicht gelangweilt und ich konnte euch einen Einblick in die soziale Arbeit auf Bali geben.  Denen, die sich für Bali entscheiden wünsche ich eine schöne Zeit!