Freiwilligenarbeit im Waisenhausprojekt in Kapstadt


Als ich im Januar mein Studium abgeschlossen hatte, war für mich klar, dass ich vor dem Start ins Berufsleben noch einige Zeit im Ausland verbringen wollte.

Für mich war aber klar, dass es nach dem Lernstress kein Praktikum sein sollte, das etwas mit meinem Studium zu tun hat. Ich wusste nur, dass ich keinen Urlaub machen wollte und mich Kapstadt schon immer mal interessiert hätte. Also machte ich mich im Internet auf die Suche und stieß sehr schnell auf Studentsgoabroad. Ich ließ mir einen Katalog schicken und war vom Angebot überzeugt. Ich habe mich schließlich für ein Waisenhausprojekt in einem Township Kapstadts entschieden.

Die Organisation verlief reibungslos und mein Aufenthalt wurde ermöglicht, obwohl ich mich sehr kurzfristig dafür entschieden habe und nicht viel Zeit für die Organisation blieb. Bis kurz vor dem Abflug, als die Nervosität doch sehr stieg, wurden alle Fragen schnell und geduldig beantwortet. 

Am Flughafen in Kapstadt wurde ich bereits von meinem Gastvater erwartet. Wir fuhren zum Haus der Familie in Mitchells Plain, einem Township, ca. 25 km vom Zentrum Kapstadts entfernt. Ich wurde in der Familie sehr herzlich aufgenommen und fühlte mich schnell wie zuhause. Alle waren sehr hilfsbereit und bemüht um uns.

Es ist nicht ganz leicht, vom Township ins Zentrum zu kommen. Aber mit ein bisschen Planung und Organisation ist es auf jeden Fall möglich.

Der große Vorteil war, dass noch ein anderer Volunteer mit mir in der gleichen Familie gewohnt hat, sodass wir immer zusammen fahren konnten. Wir haben uns an die öffentlichen Busse und Minibus-Taxis gewagt und sind immer heil wieder zuhause angekommen. Wenn man sich an die Tipps der Gastfamilie hält und bestimmte Gegenden meidet, fühlt man sich auch im Township sicher.

So habe ich während meinem Aufenthalt alle wichtigen Sehenswürdigkeiten Kapstadts gesehen. Waterfront, Robben Island, den Tafelberg, die tollen Strände an der Atlantikküste, Boulders Beach, Safari, das  Kap der guten Hoffnung und vieles mehr und auch einige typisch afrikanische Braiis miterlebt.

Am meisten in Erinnerung geblieben ist mir aber die Arbeit mit den Kindern im Waisenhaus.

Ich habe immer dort angepackt, wo gerade Hilfe gebraucht wurde: gefüttert, gewickelt, Medizin gegeben, Zähne geputzt, unterrichtet und gespielt. Die Arbeit war sehr vielseitig und die Tage vergingen unglaublich schnell. Ich wurde auch im Waisenhaus sehr herzlich aufgenommen, habe schnell viele Bekanntschaften geschlossen und konnte immer mit meinen Fragen kommen.

So fiel mir der Abschied von den Kindern und Angestellten des Waisenhauses auch unglaublich schwer.

Alles in allem ist es eine unglaubliche Erfahrung so nah mit Menschen einer anderen Kultur zu leben und zu arbeiten. Die Hilfe wird sehr geschätzt und man bekommt einen tollen Einblick in das Leben der Menschen im Township. Auch wenn es nicht immer leicht ist, weil man auch viel Elend und Leid sieht, ist Freiwilligenarbeit absolut zu empfehlen. Es gibt für mich keine bessere Möglichkeit, ein anderes Land und eine andere Kultur wirklich kennen zu lernen!