Erlebnisbericht – Praktikum Übersetzer/ Reisebegleitung in Afrika


Motivation und Wahl des Praktikums

Nach erfolgreichem Abschluss meines Bachelorstudiengangs Tourismusmanagement im April sprachen für mich mehrere Gründe vor meinem Start ins Berufsleben für einen Auslandsaufenthalt. Wichtig war es mir in erster Linie den ganzen Stress der letzten paar Monate während meines Studiums – Stichwort Bachelorthesis, letzte Projekte und Gruppenarbeiten – hinter mir zu lassen und erst einmal weit weg von Deutschland durchzuatmen. Zum anderen zählten für mich ein bezahltes Praktikum, sowie der Aufenthalt in einem englischsprachigen Land als weitere wesentliche Kriterien.

Nach einem Telefongespräch mit Studentsgoabroad, indem ich meine oben beschriebenen Praktikumsvorstellungen nahegelegt habe, wurde ich sehr schnell und sehr kompetent über die Möglichkeit eines Praktikums als Übersetzerin bzw. Reisebegleitung für deutsche Touristen bei einem lokalen Busreiseveranstalter in Südafrika aufgeklärt. Ich habe mich schließlich für zwei Touren von jeweils 20 Tagen entschieden: Tour 1: Campingtour von Capetown über Namibia, Botswana bis nach Zimbabwe/Vic Falls; Tour 2: Accomodated/Campingour von Johannesbourg nach Capetown.

Als Vorteile sah ich hierbei neben einer Korrespondenz zu meinem Studiengang, vor allem die Möglichkeit durch das Reisen mit anderen „Reisewilligen“ neue Leute, ein fremdes Land/Kultur kennen zu lernen, sowie meine englischsprachigen Fertigkeiten aufzufrischen. Im Gegenzug zu meinen Tätigkeitsbereichen – Übersetzen/Kommunikation zwischen den deutschen Touristen und den lokalen Guides, Kochen und Abwaschen – wurde mir von dem lokalen Busveranstalter eine kostenfreie Verpflegung und Unterkunft, sowie ein kleines Taschengeld am Ende der Tour zugesagt.

Durchführung des Praktikums

Studentsgoabroad: Die Organisation über Studentsgoabroad verlief reibungslos und mein Aufenthalt wurde ermöglicht, obwohl ich mich sehr kurzfristig dafür entschieden habe und nicht viel Zeit für die Organisation blieb. Bis kurz vor dem Abflug, als die Nervosität doch sehr stieg, wurden alle Fragen schnell und geduldig beantwortet. Vertragspartner vor Ort: Ein Tag vor Beginn meiner ersten Tour hatte ich ein Tourbriefing mit den Hauptverantwortlichen von Tourveranstalter in ihrem Büro in Sommerset West. Sommerset West ist ca. 45 Minuten von Kapstadt entfernt. Da es in Kapstadt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht so einfach ist, habe ich mich entschlossen hierfür ein Taxi zu nehmen und den Preis auszuhandeln. Leider hat das Briefing in Sommerset West allein die Fragen beantwortet über die ich im Vorfeld bereits von Studentsgoabroad informiert wurde. 

Was den Ablauf der Touren betraf, so hatten beide gemeinsam, dass die Reisetage pro Reisegast individuell zugeschnitten sind. Es konnte somit durchaus sein, dass im Laufe der Tour Personen gingen und kamen. Zudem sind die Tätigkeitsbereiche für Praktikanten zwar einheitlich definiert, aber je nach Mitreisenden und Reiseart der Tour – ob Campingtour oder Accomodated (Übernachtungen und teilweise Frühstück und Abendessen in Lodges) schwerpunktmäßig unterschiedlich festgelegt.

Bei meiner ersten Tour starteten wir beispielsweise mit 18 Personen - darunter nur eine Deutsche. Da diese zuvor zwei Jahre in London gelebt und gearbeitet hat, waren meine sprachlichen Fertigkeiten erst nach zwei Wochen gefragt, als ein 60 Jähriger Österreicher in Windhoek zu uns gestoßen ist. Darüber hinaus fordert eine reine Campingtour, wie in meinem Falle, mehr organisatorische Hilfe beim Einkaufen, Kochen und Abwaschen. Da wir immer relativ spät an einem Campingplatz ankamen und größtenteils nur für eine Nacht dort waren, ist es die Aufgabe der Praktikanten erst einmal allen anderen beim Zeltaufbau und dann rasch beim Zubereiten des Abendessens zu helfen. Erst nach dem Abendessen hat man dann Zeit sein Zelt aufzuschlagen und mal zu duschen oder ähnliches. Dasselbe gilt für morgens. Natürlich muss das Frühstück am Truck vorbereitet werden, was ein früheres Aufstehen und Zeltabbau als alle anderen betraf. Das war 20 Tage lang schon sehr anstrengend und darf nicht unterschätzt werden.

Bei meiner zweiten Tour hingegen starteten wir ebenfalls mit 18 Personen – darunter 14 Deutsche. Da ist der Schwerpunkt natürlich von Anfang an sehr auf das Übersetzen und die Kommunikation zwischen den Reisenden und den Guides gelegt. Das Problem hierbei war zum einen, dass meine beiden Guides aus Zimbabwe kamen und die zweite Tour die Südafrikaroute beinhaltete. Etwas entlastend für mich war auf dieser Reise, dass wir sehr oft zwei Tage an einem Ort verbracht haben und es auch oftmals die Möglichkeit einer Küchennische gab, was natürlich den Auf- und Abbau der Zelte, sowie das Zubereiten der Speisen wesentlich vereinfachte. Zudem bekamen wir als Crew, sofern noch Zimmer in einer Lodge frei waren, ein Zimmer zur Verfügung. 

Bewertung und Weiterempfehlung des Praktikums

Insgesamt betrachtet sprachen meine Tätigkeitsbereiche während meines Praktikums der im Vorfeld definierten Stellenbeschreibung, als auch meinen unter dem ersten Punkt erläuterten Motivation und Erwartungen. Ich denke es ist eine tolle Sache durch solch ein Praktikum die Möglichkeit zu erfahren sieben Wochen lang in einem so faszinierenden Land wie Afrika reisen zu dürfen und somit ein neues Land, eine neue Kultur und so viele unterschiedliche Menschen kennen lernen zu dürfen. Eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

An dieser Stelle möchte ich für alle Interessenten noch einmal anmerken, dass hier von einem Praktikum und nicht von Urlaub die Rede ist. Ihr lasst euch damit auf einen Abenteuertrip nach dem Motto: „Expect the unexpected“ ein! Ihr habt die Möglichkeit so viel Neues zu erfahren, zu sehen, zu erleben, aber dafür müsst ihr auch wirklich was leisten!