Bali - die "Insel der Götter"


Als es dann endlich losging, fühlte ich mich nicht ganz so vorbereitet auf das Abenteuer, als ich es mir gerne gewünscht hätte. Nach einem langen, aber entspannten Flug war es dann endlich soweit - ich war auf Bali. Die schwüle Hitze war wie eine Wand, gegen die man lief. Zur Beruhigung kann ich jedoch hinzufügen, dass man sich an das Klima schneller gewöhnt, als einem lieb ist (am Ende meiner Reise war lange Hose und dicker Pulli abends ein Muss für mich - trotz 26 Grad). Im Studentenhaus angekommen, fühlte ich mich durch den netten Empfang sofort wohl, auch wenn die vielen neuen Eindrücke mich die ersten Tage etwas überforderten. Alles war so komplett anders, wie man es aus Europa gewohnt ist. Doch auch daran gewöhnt man sich sehr schnell und irgendwann gehören die Müllberge an den Straßenrändern und der laute dreckige Verkehr einfach zum Charme von Bali dazu.

Die ersten Tage

Nach ein paar Tagen Eingewöhnung (die ich jedem nur empfehlen kann) und einer Einführung in das Kinderheim in Jimbaran, ging es dann auch mit der täglichen Arbeit los. Im Waisenhaus konnten wir Freiwilligen die Schichten selbst untereinander ausmachen. Entweder arbeitete man vormittags oder nachmittags. Die Hauptaufgaben waren: die Wäsche zusammenlegen und aufhängen, die Kinder baden, von der Schule abholen und hinfahren (Roller fahren ist trotz des chaotischen Verkehrs ein Muss), beim Essen helfen und natürlich mit den Kindern spielen und ihnen auf spielerische Art und Weise etwas beibringen. Ein ganz normales Leben in einer Großfamilie eben. Insgesamt gibt es neun Kindern im Alter von ein paar Monaten und 11 Jahren. Alle sind unglaublich lieb und hilfsbereit. Natürlich ist es am Anfang eine Herausforderung auch mal alleine mit so vielen Kindern, die alle einen komplett unterschiedlichen Charakter haben, zurechtzukommen. Doch je länger ich mit den Kindern zu tun hatte, um so mehr Spaß hat mir die Zeit mit ihnen gemacht und am Ende hatte ich sie so in mein Herz geschlossen, dass mir der Abschied wirklich schwer gefallen ist. Wenn man auch mal Hilfe benötigt hat oder Fragen hatte, konnte man immer einen der anderen Freiwilligen fragen. Es sollte einem auf jeden Fall klar sein, dass man während der Arbeit mit den Kindern eine große Verantwortung trägt und selbstbewusst und selbstständig auch mit schwierigen Situationen zurechtfinden sollte. Die Erlebnisse und Erfahrungen, die man mit den Kindern macht, sind jedoch einzigartig und wunderschön.

Meine Freizeit

Während der freien Zeit habe ich mehrere Ausflüge in und um ganz Bali gemacht. Es gibt unglaublich Viel und Wunderschönes zu sehen und zu machen. Sei es mitten in der Nacht auf einen 3100 Meter Vulkan zu steigen, um den Sonnenaufgang zu sehen, in Wasserfällen zu baden, Delfine und Schildkröten beim Schnorcheln und Tauchen zu entdecken, einen Kochkurs zu machen, bei Sonnenunterganz frischen Fisch am Strand zu essen...

Mein Fazit

Bali ist eine wunderschöne und vielfältige Insel, die mit seiner einzigartigen Kultur und Menschen auf jeden Fall eine Reise wert ist. Die Arbeit im Kinderheim hat es mir ermöglicht, über mich hinauszuwachsen und Herausforderungen anzunehmen.  In den drei Monaten habe ich mich auf Bali wirklich "zuhause" gefühlt.  Was kann man sich mehr wünschen?