Aladdin, Wicked, The Great Gatsby – Praktikum im Londoner West End

Ankunft

Nach meinem Bachelor in Wirtschaftsingenieurwesen und bis hin zum Start meines Masterstudiums lagen ganze sechs Monate. Zwei Monate verbrachte ich mit einem Ferienjob, um etwas Geld dazu zu verdienen. Danach hatte ich aber immer noch vier Monate, in denen nichts geplant war. Deshalb beschloss ich mich kurzerhand, mich für ein Auslandspraktikum im Bereich Sales zu bewerben.

Und dann ging alles schneller als gedacht: Bewerbungsunterlagen einreichen – Telefongespräch mit dem Arbeitgeber – Zusage. Keine zwei Wochen später stand ich dann auch schon an der Liverpool Street Station. Um mich herum unzählige Leute – alle im Anzug. Ich konnte es noch nicht wirklich begreifen, aber ich machte mich jetzt erstmal auf den Weg zum Hostel. Dieses hatte ich gebucht, weil ich nicht damit gerechnet habe, dass sich so schnell ein Zimmer finden lässt.

Kleiner Tipp: Geht nicht ins Hostel. Damit es günstig bleibt, seid ihr nämlich mit bis zu sieben anderen Personen in einem Zimmer. Da bleibt wenig Platz und außerdem gehen alle zu anderen Uhrzeiten schlafen, was vor allem in der Arbeitszeit sehr anstrengend wird. Bucht euch deshalb lieber ein Apartment mit AirBnB, dort zahlt ihr meist das Gleiche, habt aber ein eigenes Zimmer.

Und so schnell war dann auch der erste Tag fast vorbei. Nach dem Stress erstmal zu Tesco, etwas zu Essen kaufen und ab in den Regents Park.

London erkunden

Was macht man natürlich als Erstes (naja fast als Erstes) wenn man in eine neue Stadt kommt? Richtig, ne Sightseeing Tour. Immer dem bunten Regenschirm nach. Diese wurde vom Hostel aus organisiert und war umsonst.

Vom Green Park, zum Buckingham Palace, an der 10th Downing Street vorbei, bis hin zum Elizabeth Tower (aka. Big Ben) und der Westminster Abbey.

Das war dann auch schon die, mehr oder weniger, kurze Sightseeing Tour. Danach machte ich mich noch alleine auf den Weg. Ab über die Westminster Bridge zum London Eye. Dann zum Borough Market und zu guter Letzt zur Tower Bridge. Da mein Handy unaufgefordert meine Schritte und die zurückgelegte Distanz misst, lag ich am Ende bei guten 17km. Fällt einem in dem Moment aber gar nicht auf, weil es einfach so viel zu entdecken gibt.

Und ein weiterer kleiner Tipp: Besucht die Museen. Diese sind echt interessant, und wenn man nicht in eine ganz besondere Ausstellung möchte, auch noch kostenlos. Außerdem hat man in manchen Museen echt einen guten Ausblick. In der Tate Gallery of Modern Art habe ich beispielsweise schöne Bilder von der St. Pauls Cathedral und der Millennium Bridge geschossen.

Arbeiten bei einer großen Eventagentur

Mein Praktikum habe ich bei einer großen Eventagentur gemacht. Hatte nicht wirklich etwas mit meinem Bachelor im Wirtschaftsingenieurwesen zu tun, dafür aber mit der Arbeit im Bereich Marketing & Vertrieb, auf welchen ich mich im Master spezialisieren werde.

Obwohl die Arbeit doch sehr anders war als die eines Ingenieurs, hat es mir sehr viel Spaß gemacht. Das lag zum einen daran, dass die Leute dort wirklich sehr nett und hilfsbereit waren und ihnen klar war, dass es manchmal schwer ist, sich in einer anderen Sprache korrekt auszudrücken. Auch bei Kommunikationsschwierigkeiten, wussten sie doch meistens was gemeint war.

Zum anderen war die Arbeit bei dem Unternehmen sehr abwechslungsreich. So habe ich nicht nur Aufgaben im Bereich Sales übernommen, sondern auch in den Bereichen Marketing und E-commerce. Vom ersten Tag an, wurde mir bereits Verantwortung für kleinere Projekte übertragen. So galt es zum Beispiel Trade Nights zu planen und zu koordinieren. Trade Nights sind vom Unternehmen veranstaltende Abende, bei welchen die Kunden (und nicht zu selten auch die Mitarbeiter) ein Musical besuchen dürfen. Die Koordination dazu liegt in deinen Händen. Dies ist nur eine von vielen Aufgaben, die man beim Unternehmen selbstständig übernehmen kann.

Das Musicals Wicked war nur eines der vielen Musicals, das ich besuchen durfte: The Great Gatsby, Wind in the Willows, Aladdin, Tape Face, Bat out of Hell, The Mentor und viele weitere.

Must-See (die „etwas unbekannteren“ Orte)

Zu guter Letzt noch eine Liste meiner Lieblingsorte und -attraktionen in London, die wenig oder gar nichts kosten:

  • Notting Hill bzw. Portobello Market: Live Musik, Gutes exotisches Essen und allerlei Krimskrams
  • Camden Market: Noch mehr Essen und Second-Hand Kleidung
  • Borough Market: Das mit Abstand beste Preis-Leistungs-Verhältnis für das Essen (Liegt außerdem auf dem Weg zwischen dem London Eye und der Tower Bridge, kann man also gut verbinden)
  • Greenwich: Dort läuft der nullte Längengrad entlang. Das Museum kostet zwar extra, aber allein der Park und der Ausblick lohnen sich schon
  • Pubs: The Lord Moon oft the Wall – ist zum einen direkt am Trafalgar Square und somit ziemlich im Zentrum und zum anderen relativ erschwinglich
  • Bars: Das Walkie-Talkie-Gebäude in London kennt wohl fast jeder, dass aber in den obersten Geschossen eine ziemlich coole Bar ist, wusste ich nicht. Auf jeden Fall einen Besuch wert!
  • Clubs: Dort habt ihr eine Riesenauswahl, je nach Musikgeschmack. Deswegen kann ich euch dort keinen besonderen empfehlen. Was ihr aber machen solltet: Kauft die Tickets vorher online, das ist wesentlich günstiger.

Mein Fazit

Die Zeit in London war echt super und ich würde es auf jeden Fall wieder so machen. Das lag nicht nur an meinem tollen Arbeitgeber, sondern auch an der einzigartigen Stadt London, in der man unglaublich viel erleben kann.

Was man aber auch nicht vergessen darf ist, dass London eine der teuersten Städte Europas ist. Ich habe bereits vor meinem Aufenthalt genügend Geld angespart, nach den drei Monaten war davon aber nicht mehr viel zu sehen.

Für mich hat es sich aber auf jeden Fall gelohnt. Es bringt einen wirklich weiter, denn man wird selbstständiger und lernt dazu noch die Sprache. Des Weiteren habe ich viele neue Leute aus den verschiedensten Ländern kennengelernt und hatte dabei die mit Abstand beste Zeit meines Lebens.