Abenteuer Kapstadt- Drei Monate am anderen Ende der Welt


Die Abizeit hat es wahrscheinlich an sich, dass man sich Gedanken darüber macht, was danach kommt, dass man sich fragt, was man gerne macht und was die eigenen Stärken sind. Ich fing langsam an mit der Idee zu spielen, Fotografie oder Film zu studieren, wusste aber, dass man dafür an den deutschen Universitäten berufspraktische Erfahrung nachweisen muss. Meine Aufgabe war es also einen Praktikumsplatz zu finden und da ich schon immer gerne verreist bin, neue Länder und Kulturen kennengelernt habe, bin ich bei der Suche nach Auslandspraktika auf studentsgoabroad gestoßen.

Mein verrücktes Vorhaben wurde wahr

So schnell wie meine Idee, nach Kapstadt zu gehen, zustande kam, so schnell hatte ich auch schon die Bewerbung abgeschickt und noch schneller kam eine Zusage von einem Filmproduktionsunternehmen in Muizenberg. Als die Zusage kam, waren es noch ungefähr vier Monate hin bis zu dem Tag, an dem ich für drei Monate das erste Mal nach Südafrika fliegen würde. So richtig realisiert habe ich mein als „verrückt“ eingestuftes Vorhaben erst, als ich tatsächlich allein im Flugzeug saß, was mich nach Kapstadt bringen sollte.

Und so begann mein Südafrika-Abenteuer

Nach einer 19-stündigen Reise landete ich also in Kapstadt und lernte noch am selben Tag den Ort kennen, welcher für die drei Monate mein zu Hause und mein Arbeitsort werden sollte- Muizenberg. Und so fing also mein Abenteuer an. Blicke ich jetzt zurück, scheint die Zeit innerhalb von Sekunden verflogen zu sein. Der erste Arbeitstag, an dem ich nervös das Büro betreten habe und mir der Atem weggeblieben ist, als ich die Aussicht auf das Meer und den Strand erblickt habe, ist ganz schnell verflogen und ich konnte mich schnell und gut an die Arbeit gewöhnen.

Hinter den Kulissen der Filmindustrie in Kapstadt

Da die Filmindustrie im Winter sozusagen schläft, gab es für mich am Anfang nicht sehr viel zu tun und ich hatte Zeit, mich an mein neues Leben anzupassen und mit Bruce, einem Regisseur, ab und zu surfen zu gehen. Nach zwei Wochen durfte ich dann doch recht schnell an einen Dreh für ein Werbevideo teilnehmen, mir die ganze Arbeit hinter den Kulissen angucken und sogar als Komparse vor der Kamera stehen. Insgesamt war ich an fünf Filmsets mit beteiligt, durfte schon im Büro bei der ganzen Vorarbeit mithelfen, mich gemeinsam mit einem Produzenten um die Requisiten kümmern und mich dann auch am Drehtag für die unterschiedlichen Kulissen oder auch die Backstage-Fotografie verantwortlich fühlen. Es war für mich eine unglaublich bereichernde Erfahrung, durch die direkte Zusammenarbeit mit Produzenten, Regisseuren und Kameramännern einen intensiven Einblick in die Welt des Filmes zu bekommen und durch aktives Mitarbeiten zu realisieren, was für ein Aufwand hinter einem kurzen Werbeclip steckt.

Und neben dem Praktikum

Abgesehen von der Arbeit unter der Woche hatte ich immer noch die Wochenenden, um mir Kapstadt und Umgebung anzugucken. In dem Backpacker, in dem ich gewohnt habe, oder am Set habe ich ständig neue Leute kennengelernt, mit denen ich Orte wie den Botanischen Garten „Kirstenbosch“, die gesamte Küste rund um Kapstadt, Lion´s Head oder auch Kapstadt an sich erkunden konnte. Einer der Produzenten in dem Filmunternehmen, hat mich auch zwei Mal mit zu seiner Familie nach Robertson genommen, wo ich eine unglaublich schöne und intensive Zeit verbringen und einen neuen Ort entdecken konnte.

Mal eben nach Namibia, Botswana und Zimbabwe

Ich hatte außerdem noch die einmalige Chance, an einer 20 Tage langen Überlandreise durch Namibia, Botswana und Zimbabwe teilzunehmen. Ich habe somit, bevor ich wieder zurück nach Deutschland geflogen bin, einen tieferen Einblick in den Kontinent Afrika, dessen Kultur und Landschaft bekommen.

Ich vermisse die entspannte Lebenseinstellung

Als für mich die Zeit zu Ende ging, habe ich mich auf der einen Seite sehr gefreut, wieder nach Hause zu meiner Familie und meinen Freunden zu fahren. Außerdem freute ich mich auch wieder auf die Tatsache, dass man sich in Deutschland etwas freier bewegen kann, da man sich in Kapstadt, auch wenn es sehr europäisch ist, an Regeln halten und eben vorsichtiger durch die Gegend laufen muss. Die vielen Gitter und Sicherheitsvorkehrungen in dem Backpacker werde ich nicht vermissen. Auf der anderen Seite war ich sehr traurig, als das Flugzeug abhob, da es mich von Menschen, die mir wichtig geworden sind, der Offenheit der Südafrikaner, der entspannten Lebenseinstellung, dem Meer, der Sonne und der Wärme zurück in den deutschen Winter bringen würde. Alles in allem war es für mich eine unglaublich wichtige, bereichernde Erfahrung, durch die ich nicht nur meinen kulturellen Horizont erweitern konnte, sondern auch ein tieferes Wissen im Bezug auf die Arbeit im Bereich Film erlangen konnte.