8 Wochen auf Bali


Ich dachte mir die Zeit zwischen dem Ende des Abiturs im Juni und dem Beginn des Studiums im Oktober sinnvoll zu nutzen. Dann habe ich mich entschieden Freiwilligenarbeit auf der wunderschönen Insel Bali zu leisten für insgesamt 8 Wochen. Anfang des Jahres habe ich mich also für das Projekt im Waisenhaus in Denpasar beworben. Da dieses Projekt aber nur 3 Stunden der Woche beansprucht hat, wurde ich noch in zwei andere Projekte eingeteilt, sodass ich im Endeffekt in drei verschiedenen Projekten helfen durfte.

Das erste Projekt war an einer christlichen Privatschule in Kerobokan. Dort gab es eine Krabbelgruppe, einen Kindergarten, Grundschule und normale Schule. Ich durfte in der Krabbelgruppe im sogenannten „Day Care“ aushelfen. Die Kinder dort waren zwischen zwei und drei Jahren alt und konnten für ihr Alter sogar recht gutes Englisch sprechen bzw. eher verstehen. Ich habe dort von Montag bis Freitag jeweils von 8-14 Uhr gearbeitet. Die Arbeit dort war relativ entspannt, da meistens um die fünf Kinder dort waren und immer eine Betreuerin dort war. Vormittags gab es dort immer viel Programm die Kinder, die dann dort Englisch- und Mardarinunterricht hatten. Die Kinder haben sich oft selbst beschäftigt und gespielt, so dass meine Aufgaben eher beschränkt waren und ich eher als Aufpasser gedient habe, was aber trotzdem Spaß gemacht hat. Auch nach  8 Wochen sind die Kinder einem dort sehr ans Herz gewachsen und der Abschied ist mir sehr sehr schwer gefallen.

Das zweite Projekt fand an einer NGO Schule statt. Diese Schule wurde von der oben genannten Privatschule finanziert und ab der 3. Woche durfte ich dort morgens von 8-10 Uhr aushelfen und bin erst danach an die Privatschule gegangen, die mit dem Roller auch nur 2 Minuten entfernt war. Man hat sofort gemerkt, dass dies Kinder aus eher ärmlicheren Verhältnissen sind, die auch komplett anders erzogen waren, als die Kinder der Privatschule. An der NGO Schule, waren die Kinder zwischen 5 und 6 Jahren alt und es war eine komplette Klasse mit ca. 15 Schülern und zwei Lehrerinnen. In den zwei Stunden Unterricht haben die Kinder viel gesungen, gebetet und Geschichten erzählt bekommen. Für ca 30 Minuten durfte ich dann immer Englisch unterrichten, was mir gar nicht so leicht fiel, da die Kinder gerade mal auf Indonesisch das ABC lernten. Trotzdem brachte ich ihnen etwas wie die Farben oder Körperteile mit verschiedenen Methoden bei. Nach 5 Wochen hatte ich mich sehr an die Kinder gewöhnt und auch hier ist mir der Abschied sehr schwer gefallen, weil ich auch mit den Kindern sehr viel Spaß hatte.

Das dritte Projekt war das im Waisenhaus, was jeweils Montag und Freitag Abend für 1 ½ Stunden stattfand. Es war in Denpasar, bedeutete also eine 30 minütige Fahrt für mich, die ich aber sehr gerne auf mich genommen habe, weil es mir im Waisenhaus mit Abstand am besten gefallen hat. Es wohnen dort über 40 Mädchen im Alter von 6 bis 19 Jahren. Die Älteren waren an meiner Anwesenheit nicht so interessiert, wie die jüngeren Mädchen. Da gab es immer so zwischen 5 und 10 Mädels, die sich wirklich tierisch gefreut haben und immer mit mir spielen wollten. Ich hab oft Karten mit ihnen gespielt oder bin mit ihnen Seil gesprungen, das ich mitgebracht habe. Da ihr Englisch leider auch nicht das Beste war, sollte ich auch ab und zu bei den Englischhausaufgaben helfen, was mir aber auch großen Spaß bereitet hat.

Auch hier ist mir nach 8 Wochen der Abschied wirklich schwer gefallen und am liebsten würde ich mich jetzt in den nächsten Flieger setzen und zurück ins schöne, warme Bali fliegen.