4-monatiges Praktikum bei einem kleinen Unternehmen in der Solarbranche


„Warum sollen wir Sie einstellen und nicht einen anderen Bewerber?“ - Das war die Frage während eines Bewerbungsgesprächs die mich wachgerüttelt hat und nach der ich davon überzeugt war, das Praxissemester meines Wirtschaftsingenieursstudiums im Ausland zu verbringen. Auch die Auswahl des Landes war recht schnell gefallen, da ich unbedingt mein Englisch verbessern wollte und durch mehrere Urlaubsreisen die Vereinten Staaten von Amerika schon ins Herz geschlossen hatte. Da sich nach einigen ermüdenden Bewerbungen noch kein Erfolg bei der Stellensuche abzeichnete, habe ich mich schließlich an Studentsgoabroad gewandt, die mir mein Praktikum bei einem kleinen Unternehmen der Solarbranche in New York City vermittelt haben.

Die Vermittlung meines Praktikums

Die Vermittlung lief sehr unkompliziert ab. Ein Telefonat, einige Mails und drei Skype-Gespräche später hatte ich meine ersehnte Praktikumsstelle in New York City in der Tasche und diese erwies sich im Laufe der Zeit als echter Glücksgriff.

Nicht nur, dass mein gut 4-monatiges Praktikum unüblicher Weise überhaupt bezahlt ist, auch das Team ist klasse. Firmen-Lunch und auch private Essen mit Arbeitskollegen waren keine Seltenheit und eine sehr schöne Erfahrung.

Zu meinen Aufgaben während des Praxissemesters zählten die Betreuung der Key Accounts im B2B-Bereich, die Erstellung und Einreichung sämtlicher Genehmigungen und Förderungsmittelbewerbungen, das komplette Ressort Marketing und die Erstellung von internen Schulungsunterlagen für unsere Mitarbeiter.

Wohnungssuche und Kultur

Mein Zimmer war, wie auch mein Arbeitsplatz, ein echter Glücksfall. Via Spareroom.com konnte ich bei einem angehenden Anwalt und seiner Familie ein Zimmer der Wohnung beziehen. Die direkte Lage am J-Train, der einen in 15 Minuten nach Manhattan bringt, die Größe von rund 20m 2 , eine hervorragende Ausstattung und eine große Fensterfront relativierten den für deutsche Verhältnisse sehr hohen Mietpreis von umgerechnet 640€ jedoch einigermaßen.

Der kulturelle Austausch war zu jeder Zeit gegeben. Denn meine Mitbewohner stammen aus der dominikanischen Republik, mein Kollege im Unternehmen ist chinesisch-stämmig und mein Chef gebürtiger Ire. So lernte ich im Laufe der Zeit nicht nur die amerikanische, sondern auch diese Kulturen kennen. Wie ich im Laufe der Monate jedoch feststellte, ist genau diese Mischung aus all den verschiedenen Abstammungen die New Yorker Kultur – ein wahrer Schmelztiegel eben.

Aber dieser Schmelztiegel hat auch seine Tücken. So sollte man sich vor allem als junge, weiße Frau vor allem nicht (spät) abends allein auf den Weg machen. Auch wenn ich nichts von Schießereien und Bandenkriegen mitbekommen habe, so herrscht doch nicht die aus der Heimat gewohnte Sicherheit. Dies wurde mir vor allem nach den Vorfällen in Ferguson und Staten Island deutlich, wo jeweils zwei schwarze junge Männer, aus unverhältnismäßigen Gründen von Polizisten getötet und diese zu keinerlei Rechenschaft gezogen wurde. Der Unmut, vorwiegend der farbigen Bevölkerung, spiegelte sich in zahlreichen Demonstrationen wieder.

Vorbereitung

Vielleicht noch zu Flug, Visum und der Gesamtdauer: ich würde persönlich, da ich gerne alles voraus plane, früh genug (also mindestens 6 Monate vor dem geplanten Abflug) mit der Vermittlung beginnen. Denn auch die Beantragung des Visums, die durch die Agentur doch sehr einfach wird, aber einen Termin bei der amerikanischen Botschaft beinhaltet, dauert seine Zeit. Und ohne Visum keine Einreise – deshalb ist es auch sehr riskant seinen Flug vorher zu buchen. Die sind natürlich umso früher gebucht umso günstiger, was mich wieder zu meinem ersten Punkt mit der rechtzeitigen Planung bringt.

Fazit

Abschließend kann ich sagen, dass mein Praktikum in den USA eine sehr schöne, lehrreiche und interessante Erfahrung war, die mich persönlich sehr viel weiter gebracht hat als ich es mir erwartet hätte. Besonders New York ist in jedem Fall – besonders um Weihnachten - eine Reise wert und ich war schwer damit beschäftigt innerhalb von 17 Wochenenden die gesamte Stadt zu erkunden und entdecken und möchte keine einzige Sekunde davon missen. Ich würde jedem, der die Möglichkeit hat während des Studiums oder anderweitig ein Praktikum im Ausland zu absolvieren, dazu raten, diese Chance zu nutzen.