Bürokratiewahnsinn Visum – Die Big 5 unter die Lupe genommen

Toll, endlich die Zusage für das Praktikum im Traumunternehmen, im Traumland, und dann das: Der Albtraum Visumsbeantragung. Der Bürokratiewahnsinn kann schnell zu Frustration bei der Reiseplanung werden oder noch viel schlimmer, manchmal sogar das Aus des Traumes bedeuten. In regelmäßigen Abständen werden die Visumsbestimmungen gerade für beliebte Praktikaländer akribisch auf neuen Stand gebracht. 

Wir haben die Bestimmungen der beliebtesten Destinationen unter die Lupe genommen, klären über weit verbreitete Irrtümer auf und geben Tipps, die Ordnung in das Wirrwarr der Bürokratie bringen.

Da sich die Regelungen bezüglich der Visa ständig ändern, informiere dich zudem regelmäßig bei der jeweiligen Regierung über Neuigkeiten. Wir können die Visumsbeantragung nicht für dich übernehmen, geben dir im Prozess aber gerne hilfreiche Tipps.

 

Das Meisterstück der Behörden: das J1-Visum für die USA

Die Königsdisziplin unter den Visa hinsichtlich Komplexität, Dauer und Kosten, das ist ohne Zweifel das J1-Visum für dein Praktikum in den USA. Erst das DS-Formular beantragen, Flug buchen, dann zum Konsulat; oder wie war das nochmal? Der Weg zum Ziel J1-Visum kostet Zeit, ist kompliziert und bringt angehende USA-Praktikanten oft ins Schwitzen. Häufig wird das Visum mit dem sogenannten DS-2019 und DS-7002 Formularen verwechselt, was nicht richtig ist. Die Formulare sind nur ein wichtiger Baustein in der Beantragung.

Was viele nicht wissen: eigentlich sind ganz andere Faktoren entscheidend, um die Visumsbeantragung voranzutreiben. Sehr gute Englischkenntnisse sind ausschlaggebend, um beim online Sprachtest zu bestehen, mit dem die Aushändigung des DS-2019 Formulars eng zusammenhängt. Bei Nichtbestehen erhält man zwar das Formular, jedoch nur unter zusätzlicher Buchung eines Sprachkurses. Hat man dann endlich alle Dokumente beisammen, ist ein persönliches Vorsprechen beim Konsulat nötig. Von diesem Punkt an dauert es noch mindestens 2 Wochen, bis das Visum in den Händen gehalten werden kann. Der Flug wird erst nach alldem gebucht. Zu guter Letzt unser Tipp: viel Geduld und Ersparnisse mitbringen!

Working Holiday vs. Volunteer Permit für Kanada

Das meistverbreitete Visum für ein Praktikum in Kanada ist wegen der hohen Bewerberzahlen immer schnell vergriffen. Wer also noch kurzfristig Ende September in den Indian Summer reisen will, kann das allerhöchstens mit dem Finger auf der Weltkarte machen, oder? Falsch! Was wenige wissen: das Working Holiday Visum ist nur eine von 4 Möglichkeiten, legal für ein Praktikum nach Kanada zu reisen. Wenn dieses vergeben ist, kann man noch auf eines der jeweils 400 International Co-op Internship Visa oder der Young Professional Visa zurückgreifen. Und selbst wenn hier keine Chancen mehr bestehen, bieten Volunteerprogramme einen hellen Lichtblick am Praktikahorizont! Mit einem solchen Volunteer Permit können zwar nur unbezahlte freiwillige Praktika in Kanada mit einer Dauer von bis zu 16 Wochen wahrgenommen werden, aber dafür ist dieses Programm wesentlich flexibler und einfacher alles die anderen 3 Wege zum Visa für Kanada. Man sollte also genau überlegen, wie sehr man von einer Bezahlung abhängig ist, denn auch bei den anderen Visa ist eine Vergütung nie garantiert.

Nur für die Elite: Praktikum in Singapur

Ein Praktikum im kleinsten Stadtstaat der Welt ist auf jeden Fall ein Hingucker im Lebenslauf. Nicht nur, weil das Praktikum in Singapur höchstwahrscheinlich in einem international bekannten Unternehmen absolviert wird. Wer sich schon einmal mehr mit der Visumsbeantragung in Singapur beschäftigt hat, weiß, dass nur Studierende aus den 200 weltbesten Universitäten bewerbungsfähig sind. Welche Universitäten dies genau sind und welche weiteren Voraussetzungen Bewerber erfüllen müssen, gibt die Botschaft auf ihrer Internetseite preis.

Easy nach Down Under – Australien

Der Oldie unter den Backpacker-Ländern lässt sich immer noch einfach mit dem Working Holiday Visum bereisen. Die Kosten von ca. 300 Euro sind überschaubar und die Beantragung läuft online. Einziges Manko: der Schweiz und auch Österreich fehlt ein Abkommen mit Australien. Somit kommen bis jetzt nur Deutsche unter 30 Jahren in den Genuss eines internationalen Praktikums in Australien. Wenn es doch Ozeanien sein soll, können Österreicher und Schweizer aber auf Neuseeland ausweichen.

Visum in Neuseeland: So leicht wie eine Wolke

Aotearoa, das Land der langen Weißen Wolke – So fluffig und leicht wie der indigene Name Neuseelands, so ist auch die Beantragung für das Working Holiday Visum, welches für das Praktikum in Neuseeland nötig ist. Unlimitiert und günstig ist es für Deutsche DER Weg in ein aufregendes neuseeländisches Abenteuer, Österreicher bewerben sich im April/Mai für einen der 100 Plätze. Junge Leute aus der Schweiz können auf das Students Visa zurückgreifen, eine der vielen Alternativen zum Working Holiday.

Das richtig Visum für dein Auslandspraktikum

Europa – kein Visum, kein Stress

Wenn dir jetzt nach dem Durchlesen schon der Kopf glüht, ist das nicht schlimm. Wenn du aus Gründen der Zeit oder der Kosten nicht in der Lage bist, die Vorbereitungen zum Auslandsaufenthalt adäquat zu treffen, gibt es immer noch Alternativen! Ob bezahlt oder unbezahlt, als EU-Bürger kann man beinahe europaweit ohne weiteren Visumsaufwand arbeiten. Unbegrenzte Möglichkeiten oder legendäre Surfstrände gibt es außerdem auch in England oder Spanien