Landesinformationen Mali

 

 

  • Hauptstadt: Bamako
  • Fläche: 1.240.192 km²
  • Bevölkerung: ca. 14,5 Mio.
  • Bevölkerungsdichte: 10 Einwohner pro km²
  • Religion: 90% Islam, 8% Animismus, 2% Christen
  • Landessprache: Bambara, Französisch
  • Regierungsform: Parlamentarische Demokratie
  • Klima: tropisch-feucht in der Sudan-Großlandschaft bis hin zum Wüstenklima der Sahara

 

 

Geographische Eingrenzung:

Der Binnenstaat grenzt an Algerien, Niger, Burkina Faso, Senegal, Guinea, der Elfenbeinküste und liegt in der Großlandschaft des Sudan und Sahel.

In der Nordhälfte des Landes erstreckt sich das Ahggar-Massiv, das seinen Ursprung in Algerien hat. In der südlichen Hälfte liegt der Niger, der hier ein großes Binnendelta bildet. 

 

 

Bevölkerung:

Die Bevölkerung Malis ist eine bunte Mischung aus über 30 verschiedenen Ethnien. Mali ist ein vielseitiges Land, da jede Bevölkerungsgruppe ihre eigene Kultur und Sprache hat, während die Menschen trotzdem friedlich zusammenleben. Die Bambara machen mit 30% den Hauptbevölkerungsanteil aus.

Nur etwa die Hälfte der in Mali lebenden schulpflichtigen Kinder besucht tatsächlich die Schule. Daraus resultiert unter anderem, dass aktuell ca. ¾ der Erwachsenen Analphabeten sind.

Die Lebenserwartung beträgt durchschnittlich nur etwa 48 Jahre, was u.a. auf die mangelnde Hygiene und Ernährung und Infektionskrankheiten wie Cholera und Tuberkulose zurückzuführen ist.

Religion:

Mit ca. 90% ist der Islam in Mali die vorherrschende Religion, wobei die meisten Muslime im Norden des Landes leben.

Das liegt daran, dass die nordafrikanischen Muslime den Islam schon früh an die Einwohner der Sudanzone weitergaben.

 Etwa 8% sind Anhänger des Animismus, praktizieren also indigene Naturreligionen. Nur etwa 2% der Gläubigen sind Christen.

 

 

Landessprachen:

Bambara, die Sprache der gleichnamigen ethnischen Gruppe, ist in Mali mit 40% Sprecheranteil die am meisten verbreitete Sprache. Auch andere indigene Sprachen wie etwa Fulfulde, aber auch Arabisch werden von vielen Maliern verstanden.

Amtssprache in Mali ist Französisch. Sie ist allerdings für die meisten Malier Zweitsprache und wird nur von etwa 10% der Bevölkerung gesprochen.

 

 

Klima:

Das Klima in Mali unterscheidet sich im Norden sehr stark vom Süden. Im trockeneren Norden sind die Temperaturschwankungen innerhalb des Jahres höher, sodass es im Sommer wärmer und im Winter kälter ist als im Süden, in dem das Klima für die Landwirtschaft günstiger ist.

Im Norden hat es im Januar nur zwischen 10 und 20°C, im Juli kann können die Temperaturen auf 35°C ansteigen. Hier herrscht vollarides Klima und die zunehmende Wüstenbildung stellt eine Gefahr dar.

Die Niederschlagsmenge im Süden ist deutlich höher und die Temperaturen schwanken nur zwischen 20 und 30°C innerhalb eines Jahres. Der Süden besteht aus Dornsavanne, weiter südlich aus Trockensavanne und im äußersten Süden aus Feuchtsavanne.

 

 

Geschichte:

  • Schon vor 35.000 Jahren wurde Mali besiedelt, Viehzucht und Ackerbau werden hier schon seit über 4000 Jahren betrieben.
  • Mali wurde später zum bedeutenden Handelszentrum, das durch den Einfall von Goten und Vandalen erst an Wichtigkeit verlor, mit der Verbreitung des Islam aber wieder einen Aufschwung erlebte
  • Die Hochkonjunktur dieser Zeit lässt sich auf die Goldförderung und Salzgewinnung zurückführen
  • 1893 gewann die Kolonialmacht Frankreich trotz heftiger Widerstände die Macht über Mali, das somit zu Französisch-Westafrika gehörte
  • 1956 wurde Modibo Keita als Vertreter der Malier im französischen Parlament integriert, vier Jahre später erklärte Mali die Unabhängigkeit von Frankreich
  • Am 22. September 1960 wurde die Republik Mali ausgerufen.

 

 

Politische Situation:

  • Aktueller Präsident Malis ist Amadou Toumani Touré, der in einer freien und fairen Wahl gewählt wurde und als sehr volksnah gilt. Er ist um Ausgleich bemüht und genießt allgemein sehr hohes Ansehen des Volks
  • Die Wahlbeteiligung ist mit ca. 30% sehr schwach
  • Menschenrechtslage: allgemein werden die Menschenrechte respektiert, Übergriffe der Polizei sind jedoch keine Seltenheit.

In Mali ist der Kinderhandel weit verbreitet.

Frauen in den Städten treten selbstbewusst auf, werden auf dem Land jedoch stark unterdrückt. Mädchen werden seltener eingeschult als Jungen.

Etwa 85% der malischen Mädchen sind oder werden Opfer der Genitalverstümmelung.

Die Regierung arbeitet an der Abschaffung der Todesstrafe und kümmert sich vorbildlich um die friedliche Koexistenz der verschiedenen Glaubensrichtungen.

 

 

Wirtschaft:

Mali ist trotz Finanzzuschüssen und einer stabilen Demokratie eines der ärmsten Länder der Welt. Die Armut lässt sich aufgrund des hohen Bevölkerungswachstums und der hohen Korruptionsrate nur schwer bekämpfen.

Dennoch ist Mali Mitglied in allen wichtigen Wirtschaftsorganisationen und ist zunehmend marktwirtschaftlich orientiert. Die Wirtschaft soll weiterhin diversifiziert und umstrukturiert werden, da Mali stark vom Export von Baumwolle und Gold abhängig ist. Mali hat Diamant- und Marmorvorkommen, die bis jetzt allerdings kaum gefördert wurden.

Dakar ist ein wichtiger Handelspartner Malis, sodass die Straßen nach Dakar ausgebaut wurden. Die Infrastruktur ist dennoch unzureichend, was Ein- und Ausfuhren in das Binnenland schwierig macht.

 

 

Probleme:

  • Kinderhandel, Genitalverstümmelung
  • Bildungsprobleme

 

 

Visum:

 Ein Visum ist in Mali allgemein erforderlich. Es ist 30 Tage gültig und kann vor Ort verlängert werden, hierzu wenden Sie sich an die Einwanderungsstelle in Bamako oder an jede Polizeistelle in Mali.

Für die Einreise ist ein Reisepass nötig, der noch mindestens 6 Monate gültig sein muss. Außerdem sind eine Rückreisebestätigung sowie ein Nachweis über eine Gelbfieberimpfung und Malariaprophylaxe erforderlich.

Für die Beschaffung eines Visums können Sie den Visumsantrag und den Pass sowie den Zahlungsbeleg über die anfallende Gebühr postalisch an das Konsulat schicken oder persönlich vorlegen, sodass sich die Bearbeitungszeit verkürzt. Ein Visum kostet 34€. Wenden Sie sich bitte an die Malische Botschaft in Berlin. Kontaktadressen hierzu entnehmen Sie folgendem Link:

 http://www.afrika-auf-einen-blick.de/mali/botschaften.php

 

 

Top 10 Attraktionen

1.       Pinke Düne von Koyma bei Gao, eine Düne, die bei Sonnenauf- und Untergang pink leuchtet

2.       La-Boucle-du-Baoule-Nationalpark mit vielen Büffeln und Nilpferden

3.       Musée National du Mali in Bamako

4.       Der BCEAO Tower in Bamako, das höchste Bauwerk Westafrikas

5.       UNESCO-Weltkulturerbe: Djenné mit einer der größten aus Lehmziegeln gebauten Moschee der Welt

6.       Die Stadt Timbuktu, UNESCO-Weltkulturerbe, mit ihren Moscheen, Mausoleen und Friedhöfen

7.       Die Hauptstadt Bamako mit ihrem Musikfestival Trophées de la musique au Mali und anderen kulturellen Veranstaltungen

8.       In den Dörfern auf dem Bandiagara-Plateau südöstlich von Mopti lässt sich die traditionelle Lebensweise der Dogon noch beobachten

9.       Die imposante Moschee von Mopti, die aus dem Flusslehm des Niger erbaut wurde

10.   Das Niger Inland Delta, an dem der Niger in viele kleine Seitenarme verfällt