Kultur auf Bali – Was du bei einer Freiwilligenarbeit erwarten kannst

Bali - die winzige Indonesische Insel ist DER Traum vieler Touristen, Surfer und aller Globetrotter, die die Wanderlust auf ein exotisches Land packt. Auch unter den Volontären wird sie immer beliebter. Damit sich der Traum vor Ort nicht als Albtraum entpuppt, haben wir hier einige wichtige Fakten zusammengestellt, die dich optimal auf deinen Auslandsaufenthalt auf dieser einzigartigen, tropischen Insel vorbereitet!

Freiwilligenarbeit auf Bali? Wir würden davon abraten, wenn...

...du lieber einen Bogen um einen Motorroller machst.

Fakt ist, der Motorroller ist der beste Freund eines jeden Balinesen – und das nicht ohne Grund! Man kann sich auf überfüllten Straßen zwischen den Autos durchschlängeln, muss sich nicht in die kleinen Bemos (öffentlicher Bus) zwängen, Benzin war noch niemals so günstig und bei der Hitze will man sowieso nicht zu Fuß gehen. Was zum indonesischen Lebensstil gehört, sieht für ausländische Besucher jedoch alles andere als animierend aus. Zu dem hektischen Fahren kommt noch der Linksverkehr dazu, der gerade Besuchern aus deutschsprachigen Ländern etwas skeptisch macht. Jedoch vergeht die Angst vorm Fahren recht schnell, wenn man einfach im Vorhof etwas balanciert und ein Gefühl für den Roller entwickelt, bevor man sich in das Getümmel stürzt. Wichtig ist nur, dass man immer aufmerksam fährt und sich vor allem Zeit nimmt, von A nach B zu gelangen. Mit diesen Tipps gewappnet, wird der Roller über den gesamten Aufenthalt auf Bali zu deinem besten Freund werden. Trips rund um Bali mit dem Motorroller sind einfach unvergesslich, weil man da anhalten kann, wo man will und als Belohnung für die Fahrerfahrung gibt es atemberaubende Aussichten und abgelegene türkise Strände. 

…du denkst, dass Bali zu einem Robinson Crusoe-Abenteuer wird

Bali ist schon lange keine einsame Insel mehr. Der Tourismus boomt, was der Wirtschaft des gesamten Inselstaates Indonesien zugute kommt, aber offensichtlich auch belastend für Umwelt und Bevölkerung ist. Gerade in Kuta, dem Touristenzentrum schlechthin, zollen Massentourismus und Kapitalismus ihren Tribut. Zum Beispiel wird man als westlich aussehender Mensch oft und gerne auf der Straße von Verkäufern angesprochen. Verkauft wird hier so ziemlich alles von Transport oder Kleidung zu Touren über diversen Souvenirs. Das kann nach einer Weile ganz schön nervtötend sein, aber sobald man sich als Volunteer ein paar Worte Bahasa Indonesia („die Indonesische Sprache) angeeignet hat, lassen dich die Verkäufer schnell in Frieden weiterschlendern. Allein die Zahlen auf Indonesisch zu kennen, hilft dir beim Verhandeln.

...du nicht gerne und viel shoppst!

Bali hat als Surfmekka alles, was das Strandmodenherz begehrt. Shops über Shops reihen sich an den Promenaden aneinander. Darunter gibt es viele Geschäfte der Einheimischen, in denen man luftig leichte Batikmode kaufen kann oder auch günstige Markenkleidung. In den Shops der Einheimischen kannst du verhandeln, in Shops, die Markenkleidung verkaufen aber nicht.

...du nicht gerne mit Händen und Füßen redest!

Obwohl viele Menschen auf Bali Englisch sprechen, versteht der Großteil der Bevölkerung keine Fremdsprachen und du kannst nur versuchen mit Gestik und Mimik dein Anliegen zu kommunizieren. Dies kommt meist eher in den ländlichen Gegenden vor, in denen die Menschen noch nicht vom Tourismus geprägt sind. Manchmal ist es ziemlich mühselig, aber zumeist ist es einfach nur lustig und weil die Indonesier so ein quirliges und fröhliches Völkchen sind, kann man ihnen auch nicht wirklich etwas böse nehmen.                                                               

...du nicht auf Mystik stehst.

Bali ist als einzige Insel des indonesischen Archipels fast komplett Hinduistisch. Dies bedeutet, dass man besonders bei einem längeren Auslandsaufenthalt auf Bali mindestens einer Zeremonie beigewohnt haben und einen Tempel besucht haben sollte. Was die Hindus auf Bali und damit die Insel einzigartig macht, ist die Kontinuität und Zuneigung mit der die Balinesen ihre Religion zelebrieren. An fast jeder Straßenecke sieht man hübsch hergerichtet kleine Opfergaben, die zur Besänftigung der Götter vor Häuser, an Straßenränder oder inmitten von Kreuzungen gelegt werden. Sie enthalten meist 5 verschiedenfarbige Blumen, die für die verschiedenen Götter und Tugenden stehen, sowie Kekse, Bonbons, Reis und Räucherstäbchen.

Auch die traditionellen Tempelroben sind sehr eindrucksvoll und man sieht sie quasi immer und überall.

Für Europäer hat diese Art und Weise der Religionsausübung definitiv etwas Mystisches und es werden auch zahlreiche Shows mit traditionellen Ritualen für Touristen angeboten

..nicht gerne frittiert isst. Nein halt!  …du generell nicht gerne isst.

Wenn du nicht gerne isst, dann ist das nichts für dich. Wenn du nicht gerne Frittiertes isst, dann ist das überhaupt nichts für dich. Sobald du einmal eine frittierte Banane gegessen hast, wirst du dem indonesischen Essen verfallen sein! Generell ist das Essen sehr vielfältig, wobei Reis immer die Basis darstellt. So gut wie alle Nas´ lang gibt es ein typisches balinesisches Restaurant, auch „Warung“ genannt. Hier wird jeden Tag am Morgen mit frischen Zutaten gekocht und solange serviert, bis das Essen verkauft ist. Neben Hühnchen, Schwein, Rind und Fisch gibt es außerdem kulinarische Besonderheiten, die auch für Vegetarier eine Freude sind: Tofu und Tempeh, wobei letzteres aus einer Art Hefe-Sojateig besteht. Ach ja und Sambal, die wohl berühmteste indonesische Chilisoße, darf auf keinem Essen fehlen. 

...unbedingt heute noch etwas erledigt haben musst.

Das Internet in deiner Wohnung geht plötzlich nicht mehr, die Toilettenspülung ist defekt oder die Wäscherei soll so schnell wie möglich deine Wäsche fertig bekommen. Erwarte alles, nur nicht, dass es heut noch repariert oder gewaschen wird! Denn ein unausgesprochenes Motto der Balinesen ist: Was du heut nicht kannst besorgen, dass verschiebe doch auf morgen. Oder übermorgen….