Kamerun

Kamerun Landesinformation


  • Hauptstadt: Yaoundé
  • Fläche: ca. 475.442 km² 
  • Bevölkerung: 18,6 Mio Einwohner
  • Bevölkerungsdichte: 36 Einwohner pro km²
  • Religion: Katholiken 25 %, Protestanten 25 %, Muslime 20 %
  • Landessprache: Französisch und Englisch sowie 230 lokale Sprachen und Dialekte
  • Währung: 1 CFA Franc (XAF) = 100 Centimes
  • Regierungsform: Präsidialregime nach französischem Muster
  • Nationaltag: 20. Mai (Tag der Volksabstimmung über die Vereinigte Republik Kamerun)
  • Klima: tropisch
  • Arbeitslosigkeit: 25% (1992)

 

Größe des Landes:

Kamerun hat eine Fläche von 475.442 km², ca. 1,3mal so groß wie Deutschland. Die Geographie ist sehr vielfältig mit flachen Plateaus im Landesinneren, den Trockengebieten im Norden, vulkanischem Gebirge im Westen und tropischem Regenwald im Süden. Der höchste Berg ist der Mount Cameroon mit 4.095m Höhe. Das Land grenzt an Nigeria, den Tschad, die Republik Kongo, Gabun, die Zentralafrikanische Republik und Äquatorialguinea. Die Hauptstadt Yaoundé (2.000.0150 Einwohner) und Douala mit 3.500.120 Einwohnern sind die einzigen Millionenstädte. 

 

Bevölkerung:

Kamerun hat eine Einwohnerzahl von etwa 18,6 Millionen Menschen. Das jährliche Bevölkerungswachstum beträgt momentan ca. 2,2 %, die Sterberate pro 1000 Menschen beträgt etwa 11,9.  Mehr als 25 % der Menschen sind Analphabeten. Das Land hat eine kulturell und ethnisch vielfältige Bevölkerung. Die wichtigsten ethnischen Gruppen sind

  • Bamiléké im Zentrum und Norden (12 %)
  • Mpongwe-Fang im Süden (11,3 %)
  • Kirdi im Zentrum und Norden (11 %)
  • Fulbe im Zentrum und Norden (10 %)
  • Duala im Süden (9 %)
  • Bamoun im Zentrum und Norden (5 %)

Im Süden leben einige Tausend Pygmäen. Die Europäer, die in Kamerun leben, sind vor allen Franzosen. 

 

Religion:

Etwa die Hälfte der Bevölkerung sind Christen, 25 % gehören der evangelischen, 25 % der katholischen Kirche an. Zum Islam bekennen sich etwa 20 % der Kameruner, vorwiegend im Norden des Landes. Desweiteren gibt es Anhänger von Naturreligionen. Traditionelle Praktiken werden unter vielen der Christen weiterhin durchgeführt.

 

Landessprachen:

Es gibt in Kamerun zwei Amtssprachen: Französisch (ca. 80 % der Bevölkerung) und Englisch (etwa 20 % der Bevölkerung), allerdings gibt es eine Vielzahl an Sprachen und Dialekten. Die meist gesprochenen Sprachen im Norden sind Fulfulde, Kanuri, Kotoko-Sprachen und Shuwa. Im Süden werden vor allem Bantusprachen wie Beti, Ewondo, Bulu und Fang gesprochen. Sudanische und Az-Sande-Sprachen sprechen mehr als 20 % der Bevölkerung. Sprachen der Semibantu sind die meistgesprochenen im Grasland Westkameruns.

 

Klima:

Das Klima ist tropisch. Im südlichen Drittel des Landes bestimmt der tropische Regenwald das Klima mit einer Regenzeit von Februar bis November, im Norden herrscht Steppenklima mit kurzer Regenzeit (Mai bis September) und großen Tag/Nacht-Temperaturschwankungen. In der Zone dazwischen herrscht Savannenklima mit längerer Regenzeit (Oktober bis Juni). Die Durchschnittstemperaturen liegen in Kamerun im Norden bei 32,5 °C, im Zentrum bei 22 °C und im Süden bei etwa 25 °C.

 

Geschichte:

- Das heutige Kamerun war vor der Ankunft der Europäer von Ethnien unterschiedlicher Herkunft wie Bantu-Gesellschaften, Bornu, Mandara und dem Fombina Reich besiedelt.

- 1472 erreichten portugiesische Seefahrer die Küste des Landes.

- Um 1520 begannen die Portugiesen mit Elfenbein, Palmöl und Zuckerrohr zu handeln. Der einsetzende Sklavenhandel wurde ab 1820 verboten.

- 1968 erhöhte auch das Deutsche Reich seinen Einfluss durch Handelsniederlassungen an der Mündung des Wouri-Flusses.

- 14. Juli 1884 Kamerun wird zum „deutschen Schutzgebiet“.

- 1919 ging die Verwaltung Kameruns durch den Versailler Vertrag an Großbritannien und zum Großteil an Frankreich über.

- Nach dem 2. Weltkrieg bis 1957 kam es immer wieder zu Unruhen im Land.

- 1. Januar 1960 Unabhängigkeit des ehemaligen französischen Ost-Kameruns.

- Oktober 1961 Unabhängigkeit des britischen West-Kameruns. Der nördliche Teil von Britisch-Kamerun schloss sich Nigeria, der südliche schloss sich dem Staat Kamerun an.

- 1960 Ahmadou Ahidjo wird Staatspräsident Kameruns und herrscht diktatorisch.

- 1972 Umwandlung der Bundesrepublik Kamerun in einen Einheitsstaat.

- 1984 Der vorherige Premierminister Paul Biya wird zum Präsidenten gewählt.

- 1992 Nach steigenden Protesten gegen das Einparteiensystem wird die Bildung von Oppositionsparteien wieder zugelassen und es kommt zu den ersten freien Wahlen bei denen Biya erneut gewann, allerdings eine Koalition mit der größten Oppositionspartei eingehen musste.

- 1997 und 2004 Wiederwahl Paul Biyas zum Staatspräsidenten.

 

Politische Situation:

- 1960 Ost-Kamerun erlangt seine Unabhängigkeit von Frankreich.

- 1961 Anschluss des südlichen Teils des britischen West-Kameruns an die Republik Kamerun.

- Paul Biya ist für eine siebenjährige Amtszeit bis 2011 Präsident.

- Die Verfassung von 1996 sah eine siebenjährige Amtszeit des Präsidenten mit einmaliger Wiederwahl vor. Eine Verfassungsänderung am 10. April 2008 erlaubt die erneute Wiederwahl des Staatspräsidenten.

- Regierungschef Kameruns ist seit 2004 Ephraim Inoni.

- Das Land ist in zehn Provinzen aufgeteilt: Adamaoua, Centre, Est/East, Extrême-Nord/Extreme North, Littoral, Nord/North, Nord-Ouest/Northwest, Sud/South, Sud-Ouest/Southwest und Ouest/West.

 

Wirtschaft:

In Kamerun wird hauptsächlich Landwirtschaft betrieben. Rund 60% der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig. Die Landwirtschaft trägt ca. 44% zum Bruttoinlandsprodukt bei.  

Trotz eines monatlichen durchschnittlichen Jahreseinkommens pro Einwohner von ungefähr 780 Euro, lebt ein Großteil der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Etwa 17 % der Kameruner müssen am Tag mit weniger als einem US$ auskommen.

Kamerun ist reich an Bodenschätzen. Erdöl, Aluminium, Bauxit und Eisenerz werden gewonnen. In der Landwirtschaft wird nehmen Holz, Bananen, Kautschuk und Kaffe einen wichtigen Stellenwert ein.

Viele Wirtschaftsbereiche sind noch immer in staatlicher Hand wie z.B. Wasser, Post, Telekommunikation und Luftfahrt. Die Inflationsrate ist von 1,9 % in 2005 auf 5,4 % in 2006 gewachsen.

 

Probleme:

  • Armut
  • Korruption
  • HIV/AIDS
  • Malaria
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