Chile

Länderinformation Chile
  • Hauptstadt: Santiago
  • Fläche: 756.626 km² 
  • Bevölkerung: 16,6 Mio Einwohner (2007)
  • Bevölkerungsdichte: 21 Einwohner pro km²
  • Religion: Katholiken 70 %, Protestanten 10 %, Übrige etwa 20 %
  • Deutsche in Chile: ca. 200.000
  • Landessprache: Spanisch
  • Regierungsform: Republik und Präsidialdemokratie
  • Klima: von Wüsten über mediterrane bis zu gemäßigt feuchtkühlen Zonen
  • Inflation: 7,8 % (2007)
  • Arbeitslosigkeit: ca. 8 %

 

Größe des Landes:

Chile hat eine Fläche von 756.626 km² und ist somit mehr als doppelt so groß wie Deutschland. Eine Besonderheit des Landes ist seine Form. Chile erstreckt sich über 4.300 km von Norden nach Süden, aber nur 180 km von Ost nach West. Nachbarländer sind Argentinien, Bolivien und Peru. Im Westen und Süden grenzt das Land an den Pazifischen Ozean. Ebenso gehören zu Chile die im Pazifik gelegene Osterinsel, die Insel Salas y Gómez, die Juan-Fernández-Inseln, die Desventuradas-Inseln, die Ildefonso-Inseln und die Diego-Ramirez-Inseln. Darüber hinaus beansprucht Chile einen Teil der Antarktis.

 

Bevölkerung:

Chile hat eine Einwohnerzahl von 16,6 Millionen Menschen. Das jährliche Bevölkerungswachstum beträgt momentan ca. 1,2 %, was deutlich unter dem lateinamerikanischen Durchschnitt liegt. Die chilenische Bevölkerung ist eher homogen geprägt mit etwa 95,4 % der Bevölkerung, die europäische Vorfahren haben. Die übrigen 4,6 % gehören zu der indigenen Bevölkerung. Diese teilen sich in die folgenden Bevölkerungsgruppen auf:

  • Mapuche (93 %)
  • Aimará (5 %)
  • Rapanui (2 %)

Neben den Spaniern, die hauptsächlich in Chile gesiedelt haben, haben sich auch andere Einwanderungsgruppen – Italiener, Deutsche, Franzosen, Serbokroaten etc. – niedergelassen und die ethnische Zusammensetzung der Chilenen beeinflusst. Die Kindersterblichkeit liegt bei 1,2 %. Die Alphabetisierung beträgt etwa 95,6 %. Trotz des hohen Pro Kopf-Inlandsproduktes ist die Kluft zwischen Arm und Reich in Chile besonders deutlich. Viele Menschen leben in Slums während andere Spitzengehälter verdienen.

 

Religion:

Etwa 70 % der Bevölkerung sind Katholiken und 10 % Protestanten. Die übrigen 20 % gehören dem Agnostizismus, Schamanismus, Zeugen Jehovas, Mormonen, Juden und weitere an.

 

Landessprachen:

Die offizielle Landessprache in Chile ist Spanisch. Daneben gibt es eine deutsche Minderheit im Süden Chile. Indigene Sprachen sind u.a. Mapudungun, Quechua und Aymara.

 

Klima:

Chile lässt sich in drei Klimazonen einteilen. Der Norden ist durch seine Hochebene von Bergen bis zu 6.000m hoch geprägt sowie durch eine der trockensten Wüsten der Erde. Oft gibt es dort jahrelang keinen Niederschlag. Die Hauptstadt Santiago liegt in Mittelchile mit einem mediterranen Klima. Der Süden Chiles ist durch ein feuchtkühles Klima gekennzeichnet. Die Temperaturen liegen im Süden bei 4° (Winter) bis 11°C (Sommer), im Zentralgebiet bei 11° (Winter) bis 28°C (Sommer) und im Norden das ganze Jahr hindurch bei 15° bis 29°C. Nachts kann es jedoch zu Temperaturen weit unter 0°C kommen.

 

Geschichte:

- Vor ca. 13.000Jahren vor Christi Geburt besiedelten die ersten Menschen, die Mapuches, das heutige Staatsgebiet Chiles.

- Das Inkareich eroberte kurzzeitig Chile von Norden bis zum Río Maule

- Als erster Europäer entdeckte der Portugiese Ferdinand Magellan 1520 die Südspitze Chiles.

- 1541 siedelten zum ersten Mal Europäer in dem heutigen Chile und gründeten die Stadt Santiago.

- Seit 1542 gehörte Chile zum spanischen Vizekönigreich Peru.

- Die kriegerischen Mapuche verhinderten im Arauco-Krieg eine spanische Besiedlung des südlichen Chiles

- 1641 erkannten die Spanier einen unabhängigen Mapuche-Staat an, die erst 1883 endgültig an Chile angegliedert wurde.

- Am 18. September 1810 wurde eine Junta gegründet, die Chile als autonome Provinz Spaniens erklärte.

- Wenig später wurde die totale Unabhängigkeit von Spanien erklärt.

- Es folgte ein Unabhängigkeitskrieg, den Spanien 1814 gewann.

- 1818 besiegte ein chilenisch-argentinisches Heer die Spanier und Bernardo O’Higgins wurde erstes Staatsoberhaupt Chiles.

- Der Rest des 19. Jahrhunderts und Beginn des 20. Jahrhunderts war durch innenpolitische Auseinandersetzungen, Kriege mit Spanien und den Nachbarstaaten gekennzeichnet, aber auch durch einen wirtschaftlichen Aufschwung aufgrund von Eroberungen und dem Fund von Kupfervorkommen.

- 1970 gewann das linksgerichtete Wahlbündnis Unidad Popular (UP) die Wahlen und Salvador Allende wurde zum Präsidenten gewählt. Es kam zur Verstaatlichung wichtiger Wirtschaftszweige.

- Am 11. September 1973 kam es zu einem Militärputsch und Augusto Pinochet übernahm die Macht an der Spitze einer Junta von Generälen der Streitkräfte. Dies war der Beginn einer brutalen Diktatur.

- 1989 fanden die ersten freien Wahlen nach der Diktatur statt, in der der Christdemokrat Patricio Aylwin zum Präsidenten gewählt wurde.

 

Politische Situation:

- 1973 Machtübernahme Pinochets.

- Die Verfassung stammt aus dem Jahre 1980, die unter nicht demokratischen Zuständen bei einer Volksabstimmung angenommen wurde.

- 1987 Wiederzulassung von Parteien.

- 1988 Volksabstimmung bei sich die Bevölkerung gegen eine weitere Amtszeit Pinochets aussprach.

- 1989 Ersten freien Wahlen, der Präsident wird für vier Jahre gewählt und kann nicht direkt hintereinander mehrere Amtszeiten absolvieren.

- Heute regiert als erste Präsidentin der Geschichte Chiles die Sozialistin Michelle Bachelet das Land.

 

Wirtschaft:

Chile gilt aufgrund des Wirtschaftswachstums der letzten zwei Jahrzehnte und einer wachsenden Mittelschicht als Schwellenland. Trotzdem ist der Unterschied zwischen Arm und Reich groß und ca. 1/5 der Chilenen leben unter der Armutsgrenze.  

Das Land schneidet wirtschaftlich im südamerikanischen Vergleich am besten ab. Chile hat den das größte Kupfervorkommen der Welt. Darüber hinaus verfügt das Land über verschiedene Edelmetalle und Salpeter.

Chile macht Deutschland als Exportweltmeister Konkurrenz. Dabei spielt vor allem der Kupferexport eine große Rolle. Immer wichtiger wird aber der Export von Forst- und Holzprodukten, Obst, Wein, Lachs, Meeresfrüchte und andere Nahrungsmittel.

 

Probleme:

  • Spanne zwischen Arm und Reich
  • Teures Bildungssystem – qualitative schlechte öffentliche Schulen
  • Wenig soziale Absicherung möglich
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