Silvia in der Dominikanischen Republik

Silvias Weg ins Ausland

Ich musste von meiner Universität aus ein sechsmonatiges Praktikum machen, wovon mindestens die Hälfte im Ausland stattfinden sollte. Da ich sehr gerne reise und weiß, dass man mit jeder Auslandserfahrung sehr viel lernt - sehr viel mehr, als man vorher meinen würde - habe ich mich dazu entschieden, das Praktikum komplett im Ausland zu machen. Die Dominikanische Republik war allerdings zunächst nicht auf meiner Wunschliste, da ich vorhatte, in ein französischsprachiges Land zu gehen. Ich wurde durch Studentsgoabroad auf dieses Land aufmerksam gemacht und entschied mich letztendlich dafür. Man weiß nie, was passiert wäre, wenn man sich anders entschieden hätte und dennoch kann ich mit Sicherheit sagen, dass es die beste Entscheidung war, die ich hätte treffen können.

Es ging alles viel schneller als gedacht

Ungefähr drei Monate vor dem Abflug habe ich mich bei Studentsgoabroad für ein Praktikum beworben. Es ging alles viel schneller als gedacht. Ich wurde gefragt, in welches Land es gehen soll, in was für ein Unternehmen und was ich für Aufgaben haben wollte. Es wurde schnell etwas Passendes gefunden und habe Rat bezüglich des Hinflugs, des Visums usw. bekommen. Die Antworten auf meine Mails haben nie länger als einen Tag gebraucht und alle meine Fragen wurden beantwortet. Auch während des Aufenthalts wurde ich ein paar Mal gefragt, wie es mir geht und wie alles so läuft. Es wäre aber noch schön gewesen, ein paar mehr Informationen zu der Organisation im Voraus zu bekommen, um schon etwas über das Projekt zu wissen, bevor ich mit Manfred im Kontakt war.

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Die Sprache in den Projekten

Ich wurde pünktlich am Flughafen in Santo Domingo abgeholt und zum Bus in Richtung Samaná gebracht. In Samaná angekommen wurde ich dann von Manfred abgeholt und in mein Apartment gebracht. Direkt an dem Abend gab es dann ein Abendessen mit den meisten der Kollegen, um mich und zwei weitere Neue willkommen zu heißen. Am Montag war dann mein erster Arbeitstag. Ich hatte ein Einführungsgespräch mit Julia, der Koordinatorin. In die verschiedenen Projekte, in denen ich gearbeitet habe, habe ich mich nach und nach  mithilfe der anderen Arbeiter eingearbeitet, der Koordinatoren, der Freiwilligen und Manfred. Immer wenn es Probleme gab, hatte vor allem Julia ein offenes Ohr und hat geholfen, diese Probleme zu lösen. Sprachkenntnisse sind von sehr großer Bedeutung für dieses Praktikum. Mindestens Englisch sollte fließend gesprochen werden, da fast alle Meetings auf Englisch sind. Mit den anderen Freiwilligen wird größtenteils auch auf Englisch gesprochen. Zudem kommt, dass in den meisten Projekten Spanisch gesprochen werden muss, da man in fast allen Projekten (Schule, Tourismus, Englischunterricht, Computerunterricht, Krankenhaus etc.) im Kontakt mit den Locals ist und einige Arbeiter der Organisation auch Locals sind. Je mehr Spanisch man spricht, desto mehr Aufgaben bekommt man und desto mehr Verantwortung bekommt man bei seinen Projekten. Vor Ort gibt es zwei Spanischkurse, einen für Anfänger und einen für Fortgeschrittene. Da ich spanische Muttersprachlerin bin, habe ich nicht an den Kursen teilgenommen, dafür aber regelmäßig in dem Fortgeschrittenenkurs assistiert. Die Kurse finden wöchentlich statt und werden an die Bedürfnisse und Wünsche der Schüler angepasst.

Meine Aufgaben waren vielfältig

Ich hatte mich für den Tourismusbereich beworben, war dann aber auch im Social Media Bereich sehr aktiv und habe viel über Multi Media Programme gelernt, wie Adobe Premier etc. Vor allem die Plattform Facebook habe ich aus einer anderen Perspektive kennengelernt. Ich habe gelernt, wie die Reichweite erhöht wird, was gut ankommt und was nicht. Wie oben genannt, habe ich beim Spanischunterricht assistiert und Englischunterricht für junge Leute gegeben. Ich habe anderthalb Monate an der Rezeption eines kooperierenden Hotels gearbeitet, wo ich auch viel dazu gelernt habe. Ich habe auch an einem Projekt teilgenommen, was daraus bestand, Touristen Guide Workshops über passende Kundenbetreuung, zu geben. Darüber hinaus habe ich mit ein paar anderen Praktikanten ein Umweltschutzprojekt ins Leben gerufen, in dem wir die Einwohner vor Ort zum Thema Umweltschutz aufgeklärt und zum Ende des Projekts ein Putz-Event am Strand geplant haben. In der Organisation sind viele internationale Arbeiter angestellt und es gibt viele Freiwillige und Praktikanten von überall auf der Welt. Es gibt aber auch mehrere Locals, die für die Organisation arbeiten.

Ich war sehr flexibel mit meinen Arbeitszeiten und habe oft von zuhause aus gearbeitet, viele Projekte haben an bestimmten Tagen stattgefunden und waren nicht regelmäßig, andere waren regelmäßig und jede Woche am selben Tag und zur selben Zeit. Also habe ich mir am Anfang der Woche immer einen Plan erstellt, der im Laufe der Woche abgearbeitet wurde, wodurch ich weitere Zeitmanagementskills gewonnen habe.

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Santa Bárbara de Samaná...

... ist die Hauptstadt der Provinz Samaná und ist verglichen mit Santo Domingo, der Hauptstadt des Landes, oder auch mit anderen Städten, eher klein. Der Tourismus in Samaná ist eher speziell und baut nicht auf Massentourismus auf. Es gibt vor allem Kreuzfahrttourimus (1 November – 15 April). Es gibt allerdings auch große Resorts. Die größten Attraktionen in der Provinz sind die Walsaison (15 Januar – 15 März), die Bacardiinsel Cayo Levantado, die sehr schön zum Tauchen und Schnorcheln ist, der Wasserfall in El Limón, der Nationalpark los Haitises und die beiden kleinen Städte Las Terrenas und Las Galeras, die sehr schöne Strände haben, unter denen Playa Rincón ist, welcher einer der schönsten Strände der Karibik und der ganzen Welt ist.

Wichtig zu wissen:

Im November hat es nicht aufgehört zu regnen und die Häuser sind teilweise nicht gut genug gebaut, so dass der Regen irgendwann reinläuft und alles anfängt, innerhalb von kurzer Zeit schimmlig zu werden. Teilweise überrascht es einen, wie etwas schimmlig werden konnte, da es aufgehangen war und der Ventilator darauf gerichtet war. In der restlichen Zeit war aber sehr gutes Wetter.

Die Locals versuchen immer wieder, einen über das Ohr zu hauen. Man muss also wissen, wem man vertraut und wem nicht. Wenn man länger in Samaná bleibt, kennt man irgendwann alle Händler und weiß, wen man vertrauen kann und wem nicht. Ansonsten kann man auch die Freiwilligen vor Ort fragen. Generell gilt es, nicht sofort den genannten Preis zu akzeptieren. Dominikaner verhandeln gerne und können fast immer noch weiter runtergehen mit ihren Preisen. 

Die Männer auf den Straßen werden einem immer hinterher rufen. Davon sollte man sich allerdings nicht verwirren lassen. Wenn sie nett und höflich sind, kann man nett zurückgrüßen. Wenn sie aber von vornherein unverschämt sind, einfach ignorieren und selbstsicher weitergehen. Sie haben es leider nie besser gelernt, aber auch die dominikanischen Männer werden irgendwann die Welle der Emanzipation mitbekommen. Es gibt allerdings auch sehr angenehme und höfliche Männer, so wie es überall Ausnahmen gibt.

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Freizeit, Ausflüge und Essen:

In der Dominikanischen Republik gibt es überall sehr interessante Orte. Ausflüge kann man am Wochenende sehr gut machen. In der Provinz würde ich alle Orte besuchen, die ich oben genannt habe. Ansonsten würde ich Ausflüge nach Puerto Plata, Sosúa und Cabarete empfehlen, welche touristischer sind als Samaná. Dort gibt es die 27 Wasserfälle, die man gut an einem Vormittag machen kann und auch mehrere sehr schöne Strände. Vor allem der Strand in Sosúa ist gut zum Tauchen und Schnorcheln geeignet. Ein anderes gutes Ziel ist Jarabacoa, was in den Bergen liegt und sehr viele schöne Wasserfälle hat. Dort kann man unter anderem Paragliding ausprobieren und mal etwas niedrigere Temperaturen genießen.

Auch Santo Domingo ist ein interessantes Ziel, wenn man sich für die Geschichte des Landes und der Kolonialzeit interessiert. Neben den Museen gibt es in Santo Domingo auch den Nationalpark Los Tres Ojos, wo es vier Seen gibt, die unheimlich schön sind und gleichzeitig beeindruckend sind, weil sie mitten in einer sehr großen Stadt sind. Ich hatte zudem auch eine Woche Zeit, um das Land zu bereisen, da wir Betriebsferien zur Weihnachtszeit hatten. In der Woche war ich in Barahona und ihrer Umgebung. In der Gegend gibt es einen sehr großen See, dem Enriquillosee. Dort kann man auf einer Bootstour Krokodile sehen und sehr viele Leguane. Auch die Oviedolagune in der Gegend lohnt sich sehr. Auch hier kann man eine Bootstour machen und Flamingos und ganz viele andere Vögel sehen. Interessant ist auch die Stadt Pedernales, wo die Grenze zu Haiti ist. Alle Ausflüge können ohne ein Mietauto gemacht werden, da es genug öffentliche Verkehrsmittel gibt. Man muss nur Geduld haben und früh genug überall losgehen.

Typisches Essen...

... der Dominikanischen Republik sind zum Beispiel Reis mit Bohnen, Tostones (fritierte Banane), Hähnchen, Yucca und Yaroha (Hähnchenfleisch mit Pommes, Mayonnaise, Ketchup und mit Käse überbacken). Diese Sachen findet man fast überall wieder. Auch der Fisch ist sehr lecker und meistens frisch. Ich würde raten, sich den Fisch ungebraten anzugucken bevor man ihn isst, um zu gucken, ob er tatsächlich frisch ist.

Am Malecón in Samaná kann man abends alle diese Sachen essen. Dort kann man den Tag gut ausklingen lassen und mit den anderen Freiwilligen reden und sich entspannen. Es gibt dort auch ganz anderes Essen wie Pizza oder Burger. Auf dem Markt in Samaná kann man günstig Früchte und Gemüse kaufen, wie Tomaten, Bananen, Avocados, Mangos und Ananas. Auch hier sollte man nicht jeden Preis akzeptieren. Am Besten sollte man sich vorher zu den normalen Preisen erkunden. Wichtig ist es, auch die Früchte und das Gemüse sehr gut zu waschen, da die Sachen viel natürlicher sind als in Europa und auch ab und zu Dreck haben, der sehr krank machen kann.

Freiwilligenarbeit

Silvia war als Freiwillige in der Dominikanischen Republik. Sie hat in vielen Bereichen Erfahrung sammeln können - dazu gehören Tourismus, Event Management und Umweltschutz, Social Media Management und Spanisch- sowie Englischunterricht.

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