Niklas - Surfen in Peniche

Abitur, was dann?

Kurz vor den Abiturprüfungen ging auch mir diese Frage durch den Kopf. Für mich stand fest, dass es für eine Zeit ins Ausland gehen sollte und wenn möglich mit interessanter Arbeit verbunden. Als ich dann auf die Anzeige von „Studentsgoabroad“ gestoßen bin, wusste ich: Das ist es! – ein Praktikum in Portugal als Surflehrer hört sich super an. Neben den Einblicken in die portugiesische Kultur würde ich neue Leute kennenlernen und am Strand arbeiten können. Meine Anfrage bei „Studentsgoabroad“ wurde dann relativ schnell verarbeitet und ich erhielt innerhalb von einer Woche die Zusage von der Surf- und Tauchschule vor Ort. Die einzige Sache, um die ich mich jetzt noch kümmern musste, war der Flug. Anfang Juli war es dann soweit, Portugal war nun für zwei Monate mein neues Zuhause. 

Atlantik Peniche, Portugal

Peniche, die Schule, Arbeitskollegen

An der Westküste Portugals, oberhalb von Lissabon, liegt die Fischerstadt Peniche. Durch die Nähe zum Meer und die vielen Strandküsten rund um Peniche sind hier einige Tage im Jahr von Wind und Nebel geprägt. Nichtsdestotrotz zeigt sich Peniche auch gerne von seiner Sonnenseite und so herrscht im Sommer eine Durchschnittstemperatur von 25 Grad. In nahezu direkter Strandnähe ist hier die Surf- und Tauchschule angesiedelt. Diese, die vor über einem Jahrzehnt als Tauchschule angefangen hat, hat sich vor einigen Jahren mit einer zusätzlichen Surfschule vergrößert.

Wer es also liebt zu Surfen und zudem auch noch Tauchen gehen möchte, ist hier genau richtig. Surf- und Tauch- Praktikanten, aber auch Angestellte der Schule arbeiten hier eng zusammen, ganz nach dem Grundsatz: Eine Hand hilft der anderen. Es wurde immer ein familiäres Miteinander mit Witz und Humor an den Tag gelegt und so ist kein Tag langweilig geworden. Bei gemeinsamen Aktivitäten, wie Fußballspiele anschauen, Barbecues in der Schule oder auch Sunset-Surf-Sessions mit einigen Praktikanten hat man sich desweiteren besser kennen gelernt. Der kollektive Besuch in portugiesischen Restaurants oder lokalen Bars zählte ebenfalls zu guten Möglichkeiten, den Abend nach einem langen Arbeitstag ausklingen zu lassen. Wer als Praktikant seine Unterkunft von der Schule gestellt bekommt, wohnt über der Schule in einer Art Wohngemeinschaft. Zu den Mitbewohnern zählen neben Portugiesen, Spanier, Engländer, Deutsche, Belgier, usw. Es handelt sich um eine Dachgeschoßwohnung, mit 5 Zimmern à 1-2 Betten, einem kleinem Bad und Küche mit Essbereich.

Surflehrer Peniche, Portugal

Ein normaler Arbeitstag…

Man arbeitet sechs Tage die Woche und Beginn ist hier immer um 8 Uhr morgens. In der Früh ist die erste Aufgabe das Beladen der Ladefläche eines der Autos mit Tauchflaschen. Anschließend werden diese zum Hafen gefahren. Wenn man dann vom Hafen zurückkommt, hat man ungefähr eine halbe Stunde Zeit, um noch schnell etwas zu essen oder seine Sachen für den anstehenden Tag zu packen. Um kurz nach 9 beginnt dann der Transfer der Surfklienten, von deren Unterkunft in Peniche zur Surfschule – man sollte also im Besitz eines Führerscheins sein. Alle Kunden eingesammelt und zurück an der Surfschule angekommen, werden nun den Klienten die Wetsuits zugeteilt und die Räumlichkeiten gezeigt. Jetzt noch schnell die Surfboards einladen und dann geht’s auch schon an den Strand.

Am Strand bekommen die Kunden dann zuerst je nach deren Fertigkeiten auf dem Board die Theorie vermittelt. Darauf folgt das Warm-Up und dann ist es an der Zeit, ein paar Wellen zu „catchen“. Hierbei unterstützt man die Klienten, indem man ihnen Hilfestellungen gibt, Verbesserungsmöglichkeiten aufweist, sie im Auge behält und natürlich motiviert. Nach zwei Stunden am Strand geht’s dann wieder zurück zur Schule, die Klienten werden zu ihrer Unterkunft zurückgefahren, die Surfboards ausgeladen und die Wetsuits aufgehangen.

Nach einer einstündigen Mittagspause, beginnt um kurz nach 14  Uhr das gleiche Prozedere, wie am Morgen: Klienten abholen, Strand, Schule, Klienten zurückbringen. Wenn man am späten Nachmittag vom Strand kommt, sind auch meistens die Taucher von ihrem ganztägigen Ausflug zurückgekehrt. Diesen wird dann außerdem bei ihrem Equipment geholfen: Waschen und Trocknen in der Lagergarage. Die letzten Aufgaben vor Arbeitsende zwischen 18 und 19 Uhr sind jetzt noch das Putzen der Baderäume, sowie das Säubern der Autos im Innenraum. Hier lernt man fast jeden Tag Leute kennen, schließt neue Freundschaften und genießt das Arbeiten am Strand. Bei kleineren Gruppen und Fortgeschrittenen besteht die Möglichkeit auch selbst zu surfen.

Surfschüler Peniche, Portugal

Freizeitmöglichkeiten

  • Surfen an den vielen Stränden Peniches
  • Tauchen gehen zu der Insel Berlengas
  • Nahegelegene Städte wie Caldas oder Obidos besichtigen
  • Golf auf einer nahegelegenen Anlage spielen
  • Traditionelles portugiesisches Essen testen in Restaurants, Bars oder Bäckereien
  • Den Leuchtturm am westlichsten Punkt von Peniche besichtigen
  • Die Inselgruppe Berlengas erkunden
  • Sportliche Aktivitäten wie Basketball, Tennis oder Joggen am Strand
  • Tagesausflug nach Lissabon
  • Das Nachtleben in Baleal erkunden
  • Kleiner Wasserpark in 500m Entfernung zur Schul
  • Strandtag
  • Den Sonnenuntergang in Baleal sehen
  • Im Sommer gibt es einige Festivals und Veranstaltungen in Peniche und Umgebung, die man auf jeden Fall besucht haben sollte

Tipp: Da man nur einen Tag pro Woche zur freien Verfügung hat, ist es besser, wenn man zum Beispiel zwei Wochen durcharbeitet und dann zwei Tage hintereinander frei hat.

Blick Peniche, Portugal

Mein Fazit

Als es gegen Ende August für mich zurück nach Deutschland ging, musste ich feststellen, dass die zwei Monate meines Aufenthalts sehr schnell vorbei gegangen sind. Nichtsdestotrotz habe ich in dieser Zeit neue Dinge gelernt, konnte mein Surfen verbessern, genoss es fast jeden Tag an den Strand zu gehen und die portugiesische Kultur näher kennen zu lernen. Der Arbeitsalltag mit den anderen Praktikanten hat großen Spaß gemacht und auch die Surfstunden für internationale Klienten war immer abwechslungsreich.

Im Nachhinein bin ich auch froh darüber, dass ich das Praktikum im Sommer gemacht habe, da Peniche außerhalb der Hauptsaison eher kalt und trüb ist. Ich kann dieses Praktikum wirklich jedem empfehlen, der sich neben einer Zeit im Ausland, sportlich betätigen will und zudem einer Arbeit nachgehen möchte, die Spaß macht. In diesem Sinne: Obrigado Peniche, vamos ver outra vez (Danke Peniche, wir werden uns wiedersehen!).

Surfschule Peniche

"Das ist es! – ein Praktikum in Portugal als Surflehrer hört sich super an. Neben den Einblicken in die portugiesische Kultur würde ich neue Leute kennenlernen und am Strand arbeiten können." Für Niklas ging es für ein Praktikum als Surflehrer nach dem Abitur nach Portugal.

Niklas Erfahrung