Mitsamt Familie nach Barcelona!

Nur noch einmal die Gelegenheit nutzen und im Ausland leben und Arbeiten. Das war der Plan!

 

Zu meiner Situation: Ich habe mich vor 4 Semestern mit 29 Jahren noch mal zu einem Studium entschlossen und stand nun vor meinem Praxissemester. Da ich inzwischen schon zwei Kinder habe, hatte ich zudem nochmal das Bedürfnis gemeinsam mit der Familie im Ausland zu Leben, bevor wir durch die Schulpflicht für längere Zeit an Deutschland gebunden wären. Mit einem Haufen an Zweifeln, ob wir uns mit diesem Vorhaben nicht übernehmen würden, ging die Suche nach einem Praktikum in Spanien los.

Meine Spanisch-Kenntnisse würde ich insgesamt eher in Richtung B1 einschätzen. Gut zum Essen bestellen, weniger gut, um mit Kollegen den BWL Bereich zu besprechen, aber im Hinterkopf grölte mein inneres Ich „the sky is the limit“ und somit ließ mich auch dieser kleine Haken vom Ziel nicht abweichen.

Als nun das Semester immer näher rückte und mein Erfolg bei Bewerbungsgesprächen eher minder ausfiel, entschied ich mich über die Vermittlungsagentur Studentsgoabroad ein Praktikum zu suchen. Ich hatte bereits in der Vergangenheit, damit gute Erfahrung gemacht und füllte daher umgehend das Online-Formular aus. Innerhalb einer Stunde kam dann der Rückruf. Ich schilderte meine Situation: Praktikum in Spanien, mit wenig Spanisch-Kenntnissen, am besten gleich übermorgen!

Zu meiner Überraschung erhielt ich noch am selben Tag eine Nachricht, dass ich nach Einsicht meines Lebenslaufes ein Bewerbungsgespräch haben sollte und mit mehr Glück als Verstand bekam ich die Nachricht: in 2 Wochen geht‘s los nach Barcelona.

Ich fing also an zu planen. 2 Wochen sind wenig, wenn man eine To-Do Liste hat, die bis nach Rom reicht - Erasmus-Antrag, Bafög-Antrag, Kita in Deutschland über Abwesenheit der Kinder informieren, Kita in Spanien suchen, Wohnung suchen, Flüge buchen usw.

In unserem Fall hatte ich Glück, dass ich allein „vor fliegen“ durfte, während mein Mann – selbst ab April im Sabbatical – sich um die restlichen Punkte unserer Liste kümmerte.

Mitsamt Familie ins Ausland
– To Do Liste

 

  • Erasmus-Antrag
  • Bafög-Antrag
  • Kita in Deutschland über Abwesenheit der Kinder informieren
  • Kita in Spanien suchen
  • Wohnung suchen
  • Flüge buchen

Sanfte Landung in Barcelona

So begann Anfang März mein Abenteuer in Barcelona. Ich bezog im ersten Monat ein Zimmer in einer WG im ruhigen Bezirk El Clot. Meine Mitbewohnerin – selbst Spanierin, war unglaublich kommunikativ, holte mich von der nächsten Haltestelle ab und zeigte mir bereits die nähere Umgebung, während sie eine meiner Taschen zur Wohnung trug. Sie erzählte und ich versuchte so gut es ging zu antworten – zur Not auch mit Händen und Füßen.

Zu Hause angekommen, zeigte sie mir mein Zimmer. Ich war angekommen und saß in meinem kleinen Reich. Ein Bett, ein Schrank, ein Schreibtisch, ein Fenster – mehr braucht man hier nicht. Ich nutzte den restlichen Tag, um unbedingt einmal zum Strand zu gehen und schon mal die Straße zu suchen, in der das Büro meines Arbeitgebers lag.

Mein Praktikumsstart

Am nächsten Tag sollte dann mein Praktikum starten. Mein Aufgabengebiet befasste sich grundlegend mit dem Customer Service, Sales sowie der Betreuung einer Social Media Plattform, auf der ich in regelmäßigen Abständen über anstehende Events und Ausschreibungen informierte. Besonders im Hinblick auf die Kundenanfragen stand in den ersten Wochen das Kennenlernen der gesamten Produktpalette auf der Tagesordnung, damit ich in Zukunft auf diese ausführlich reagieren konnte. Innerhalb der ersten zwei Wochen hatte ich dann die wichtigsten Dinge abrufbereit aufgeschrieben und konnte selbst tätig werden, was aber nicht hieß, dass ich nicht auch die zukünftigen Wochen meine Kollegen bzgl. sonderbarer Fragen löchern durfte. Meine Kollegen nahmen sich hier viel Zeit für mich, sodass die Qualität der Arbeit im absoluten Vordergrund stand. Das Büro selbst war eine Niederlassung eines weltweit agierenden Unternehmens, mit wenigen Angestellten, allerdings auch anderen Praktikanten, mit denen ich dann auch prima die Stadt schneller kennenlernen konnte.

Leben mit Familie in Barcelona

Anfang April befand ich mich dann wieder am Flughafen. Bereits kurz nach der Landung schob meine Tochter den Buggy mit ihrem Bruder durch die Tür, während ein vollbeladener Gepäckwagen meinen Mann hinter sich her schleifte. Glücklich, wieder beisammen zu sein ging es in unsere neue Wohnung, diesmal in Barceloneta – 2 Minuten vom Strand entfernt! Einige Male hinderte uns eben diese Nähe an großen Ausflügen, da der verlockende Strand eine magnetische Kraft auf uns auswirkte.

Grundlegend kann man aber auch innerhalb Barcelonas so einiges sehen. Besonders gefielen mir hier die Ausflüge auf die „Berge“. Bereits unser erstes Wochenende verbrachten wir in den Parks vom Montjuic, wo wir mit der Seilbahn bis zum Castillo hochfuhren und dann den Weg bis zu den Riesenrutschen runter spazierten. Wenig später zog es uns dann zur Aussichtsplattform „bunkers“. Was lange noch als Geheimtipp Barcelonas galt, ist inzwischen schon etwas touristischer als einige Blogeinträge vermuten lassen – aber wenn man schon auf den Nachmittag hier ist und nicht erst am Abend kommt, kann man sich noch einen gemütlichen Platz ergattern und die atemberaubende Aussicht genießen. Letztlich schafften wir es auch auf den Tibidabo, Barcelonas höchster Gipfel mit Kathedrale und Freizeitpark „on top“. Hier gibt es keine Favoriten. Wer in Barcelona sein Praktikum macht, muss wohl oder übel auf alle drei Berge.

Ansonsten lebten wir uns auch neben den Ausflügen am Wochenende gut ein. Die Kinder besuchten halbtags die Kita, mein Mann nutzte die ersten Wochen noch zum Kiten und fand wenig später einen Fußballverein und eine Sprachschule. Ich hatte derweil das Glück, dass ich auf einem Wanderausflug in Barcelonas Umgebung jemanden kennenlernte, der mir eine wöchentliche Laufgruppe empfahl, mit der ich gleichzeitig mein Spanisch aufpolieren konnte. Wir hatten also alle schwer zu tun und zudem ließen es sich natürlich Freunde und Familie nicht nehmen uns in regelmäßigen Abständen zu besuchen. Und wenn gerade kein Besuch da war und wir auch keine Pläne hatten, gab es immer noch die monatlichen Treffen mit allen Praktikanten vor Ort bzw. die Whatsapp Gruppe, über die man sich leicht mit den anderen verabreden konnte.

Conny's Fazit

Letztendlich verging die Zeit wie im Flug und ich bin begeistert, dass einem solchen Aufenthalt anscheinend wirklich nicht viel im Wege zu stehen scheint. Ich habe viel Neues gesehen und hoffe, dass ich so viel Sonne getankt habe, dass das Fernweh zu Hause wieder etwas leiser ist.

Vielen Dank für die schöne Zeit!

"Nur noch einmal die Gelegenheit nutzen und im Ausland leben und Arbeiten." Das war ihr Plan, den sie sich letztendlich dann auch erfüllt hat. Nach nur 2 Wochen Planung ging es für sie, ihren Mann und ihren beiden Kindern für 5 Monate nach Barcelona. 

 

Mit der Familie ins Auslandspraktikum