Mein Freiwilliges Praktikum in Kapstadt

Wunsch: Kapstadt

Das war mein Ziel, als ich mich Mitte Oktober als frisch gebackene Bachelorette bei StudentsGoAbroad umsah. Nach dem Abitur ging ich nicht, wie viele meiner Mitschüler, in die große weite Welt. Das wollte ich nun nachholen und wenn es sich noch positiv auf meine berufliche Zukunft auswirken würde: Umso besser! Wege ins Ausland gibt es viele. Nach vielen Online-Recherchen hatte jedoch besonders die Website von StudentsGoAbroad mein Interesse geweckt. Da ich auf der Suche nach einem Praktikum war, dass mich auch fachlich voranbringt, hatte mir die Vielzahl an Erfahrungsberichten zu den unterschiedlichsten Branchen gut gefallen. So bekam ich bereits konkrete Vorstellungen davon, was mich erwarten würde. Außerdem wurde von Beginn an - also auch vor meiner verbindlichen Anmeldung - schon sehr schnell und ausführlich auf alle meine Fragen und Anliegen eingegangen.

Eine zuverlässige Vermittlungsagentur war mir sehr wichtig, da ich von Anfang an wusste, dass ich gerne in ein wunderschönes, jedoch nicht ganz ungefährliches Land reisen möchte: Südafrika! Speziell Kapstadt hatte es mir auf einer Reise vor einigen Jahren angetan. So kam es, dass ich von StudentsGoAbroad ruckzuck verschiedene Optionen für freiwillige Praktika in Kapstadt vorliegen hatte. Entschieden habe ich mich letztendlich für die Stelle „Communications Intern“ bei einer Non Profit Organization. Die Kombination aus Öffentlichkeitsarbeit und dem Anpacken bei sozialen Projekten fand ich sehr spannend. Nach einem für deutsche Verhältnisse sehr relaxten Skype-Interview mit der Personalmanagerin bekam ich eine Zusage.

Kapstadt

Meinem Südafrikatraum stand nichts mehr im Wege!

Im Februar ging es dann los in mein 3-monatiges Abenteuer. Mit gemischten Gefühlen stieg ich ins Flugzeug. Die Vorfreude auf das Unbekannte überwog zwar, dennoch hatte ich auch etwas Angst, was mich erwarten würde. Im Nachhinein völlig unbegründete Zweifel!

Am Flughafen angekommen, wurde ich bereits von einem Taxifahrer in Empfang genommen, der von StudentsGoAbroad organisiert wurde. Los ging es zu meinem Zimmer in einer 3-er-WG mitten in Kapstadt. Mein Zimmer war sehr schön und geräumig, wenn auch mit 500€/Monat teurer als gehofft. Das lag jedoch an der sehr zentralen Lage, über die ich im Nachhinein oftmals froh war. Jana, die die Praktikanten und Volunteers von StudentsGoAbroad vor Ort in Kapstadt betreut, kam mich direkt in meinem neuen Zuhause besuchen. Neben einem tollen Willkommenspaket (Der Adapter hat mich gerettet) hat sie mir auch viele Flyer zu Aktivitäten und Events mitgebracht und mir alle meine Fragen zu Land und Leute beantwortet. Danach ging sie noch mit mir durch die Nachbarschaft, um mir zu zeigen, was die nähere Umgebung so zu bieten hat. Eine sehr schöne Geste, wie ich fand!

Mein erster Tag und der Joy Walk

Auch an meinem ersten Praktikumstag wurde ich mehr als herzlich empfangen. Meine Kollegen nahmen sich alle Zeit der Welt, um sich vorzustellen und mir die Geschichte des Unternehmens zu erzählen. Gemeinsam mit einer weiteren Praktikantin aus den USA ging es dann nachmittags los zum Einstiegsritual für Praktikanten, den Joy Walk. Die Idee des Joy Walks ist es, für 70 Rand (ca. 5€) 4 Gegenstände zu kaufen, um diese dann Fremden zu schenken. Eigentlich ganz simpel, deshalb war ich mehr als überrascht, wie sehr sich die Auserwählten über die kleinen Aufmerksamkeiten gefreut haben. Es war ein wirklich gelungener Einstieg in die Kultur des Unternehmens, das es sich zur Aufgabe macht, Freude zu teilen und damit die Welt ein Stückchen besser zu machen.

Strasse Kapstadt

Mein Highlight: eine 50‘er Party in einem Altersheim

In den darauffolgenden Monaten durfte ich noch viele wertvolle Momente wie diesen erleben. Mein Highlight war eine 50‘er Party in einem Altersheim, die ich selbst organisieren durfte. Die Location war kein übliches Altersheim, sondern viel mehr eine letzte Zufluchtsstätte für ältere Obdachlose, die zu gebrechlich sind, um den Strapazen eines Lebens auf den Straßen Kapstadts noch Stand zu halten. Viele von ihnen saßen in Rollstühlen oder konnten nur noch mit Krücken laufen, dennoch freuten sie sich riesig, als die Playlist mit 50’s Jives durch die großen Boxen im Garten dröhnte. Alle saßen sie gespannt im Kreis und begannen zu klatschen und zu lachen. Die, die sich noch fit genug fühlten, tanzten mit uns. Die Anderen freuten sich über ein kleines Gespräch oder sangen zu den alten Liedern, die sie noch aus ihren Jugendtagen kannten. Bevor wir nach schönen 3 Stunden zusammenpackten, kamen viele der älteren Menschen auf uns zu und sagten, das wäre der schönste Nachmittag gewesen, den sie seit Jahren gehabt hätten. Und auch für mich war diese Erfahrung etwas Unvergessliches.

Veranstaltung Altenheim

Meine Aufgaben: eine perfekte Kombination aus fachlicher Weiterentwicklung und Gutem tun

Nach solchen Aktionen hieß es für mich als Communications intern natürlich die Werbetrommel zu schwingen, d.h. Fotos zu bearbeiten, mit Logos zu versehen und auf sozialen Medien zu teilen. Da die Organisation eine ziemlich große und auch aktive Community hat, gilt es natürlich auch, auf Kommentare und Nachrichten einzugehen. Außerdem verfasste ich regelmäßig Blogposts, die ich danach auf der Website hochlud und als Newsletter verschickte. Auch Pressemitteilungen wurden von mir verfasst und an alle relevanten Kontakte bei Zeitungen versendet. Das Praktikum war damit, wie erhofft, eine perfekte Kombination aus fachlicher Weiterentwicklung und Gutem tun.

Kapstadt ist vielfätig

Auch nach Feierabend hat Kapstadt noch so viel zu bieten, dass ich selbst in 3 Monaten nicht alles geschafft habe, was ich mir vorgenommen hatte. Der sogenannte „Rainbow State“ macht seinem Namen alle Ehre: neben gigantischen Berglandschaften findet man in Kapstadt wunderschöne weiße Sandstrände und wenn man sich einen Mietwagen leiht und etwas weiter ins Landesinnere fährt, befindet man sich binnen kurzer Zeit in dürren Wüstenlandschaften. Egal ob Bergsteiger oder Strandnixe, hier kommt sicherlich jeder auf seine Kosten. Auch die vielen Menschen, auf die man in Kapstadt trifft, kommen entweder von allen erdenklichen Orten dieser Welt oder aber sie sind stolze „Capetonians“ mit Wurzeln in verschiedenen Ländern. So kommt es auch, dass man in der Innenstadt viele tolle Restaurants unterschiedlichster Geschmacksrichtungen auffindet. Kapstadt ist Vielfältigkeit durch und durch.

Suedafrika

Natürlich hat die Stadt, trotz aller positiven Aspekte, auch Schattenseiten

Obwohl die Apartheid bereits mehr als 20 Jahre beendet ist, sind die Unterschiede zwischen arm und reich noch gigantisch. Hautfarben spielen für viele auch heute noch eine große Rolle. Die Kriminalität ist für europäische Verhältnisse sehr hoch. Auch ich habe mir hierüber sehr viele Gedanken gemacht, insbesondere darüber, ob es sicher ist, als Mädchen alleine dort hin zu reisen. Letztendlich bin ich mehr als froh, dass ich mich getraut habe. Natürlich muss man etwas mehr aufpassen als zu Hause, d.h. Wertgegenstände, wie z.B. teure Uhren, in der Öffentlichkeit nicht zur Schau stellen oder nachts nicht alleine durch die Straßen ziehen. Wenn man sich diese paar „Regeln“ jedoch zu Herzen nimmt, müsste man auf der sicheren Seite sein. Taschendiebe gibt es letztendlich in jeder Großstadt und sollten meines Erachtens niemanden davon abhalten, die Einzigartigkeit dieses bezaubernden Ortes selbst zu erleben. Südafrika ist für mich einer der schönsten Fleckchen der Erde, den ich zweifelsohne weiterempfehle!

Giraffe Landschaft

Nach ihrem freiwilligen Praktikum in Kapstadt kann Stefanie nur sagen, dass das "eine perfekte Kombination aus fachlicher Weiterentwicklung und Gutem tun" war. Stefanie wollte nach ihrem Bachelorabschluss ein Praktikum im Ausland machen. Südafrika hat es ihr auf einer vorherigen Reise angetan und somit stand ihr Wunschziel schnell fest - auf nach Kapstadt.

Stefanie's freiwilliges Praktikum in Kapstadt