Interview mit Volontär Daniel in Ecuador

In welchem Bereich hast du Freiwilligenarbeit geleistet?

Ich hab in einem Krankenhaus in Ecuadors Hauptstadt Quito gearbeitet.

Warst du davor schon einmal in Ecuador?

Ich war schon einmal vor zehn Jahren in Ecuador, bevor ich mit meinem Medizinstudium angefangen habe. Damals hab ich ein Praktikum bei einem Arzt im Dschungel von Ecuador gemacht. Das war es echtes Abenteur damals, indem ich aber sehr viel gelernt habe. Das Prakitkum hat auf alle Fälle zu meiner Entscheidung beigetragen selbst Medizin zu studieren. Ich bekam damals die Chance zu sehen, wie der Dokotr Schlangenbisse und andere Krankheiten behandelte. Ich selbst wurde dabei in alle möglichen Arbeiten miteingebunden und durfte selbst Blut abnehmen und bei Untersuchungen assisiteren.

Warum hast du dich dafür entschieden noch einmal nach Ecuador zurückzukommen?

Ich mochte Land und Leute schon bei meinem ersten Besuch. Jetzt wollte ich natürlich noch einmal ein paar ganz andere Einblicke in das Gesundheitssystem bekommen, nachdem ich schon ein paar Jahre als Arzt in Australien gearbeitet habe und die beiden Länder besser miteinander vergleichen kann. Natürlich hatte ich auch zum Ziel als freiwilliger Helfer das medizinische Personal hier in Quito zu unterstützen, denn besonders die staatlichen Krankenhäuser sind stark überfüllt und viele Patienten können nicht ausreichend behandelt werden.

Welche Aufgaben hast du hier?

Als ich ankam wurde ich begrüßt und kurz in die Arbeitsroutinen des Krankenhauses eingeführt. Kurz danach wurde mir auch schon ein Zimmer zugewiesen und die ersten Patienten reingeschickt. Ich habe also direkt an Anfang an ziemlich selbstständig gearbeitet. Meine Kollegen waren mir immer gerne behilflich, wenn ich Fragen hatte wo was zu findes ist o.ä.

Lernst du viel hier in Ecuador?

Ja, das tu ich auf alle Fälle. Ich lerne viel über die lokale Kraneknversorgung. Das Krankenhaus ist bei weitem nicht so gut ausgestattet, wie die Krankenhäuser in Australien. Viele Test, die in Australien zur Routine gehören, können nicht durchgeführt werden. Daher ist es sehr wichtig besonders auf die Symptome zu achten und durch Beobachtung dieser die Krankheit zu identifizieren.

Hattest du Sparchprobleme?

Ich habe bereits vor einigen Jahren, bevor ich das erste Mal nach Südamerika gereist bin, spanisch gelernt. Bereits während meiner ersten Südamerika Reise konnte ich mein Spanisch erheblich verbessern. Daher hatte ich dieses Mal so gut wie keine Probleme. Manchmal hatte ich allerdings kleinere Kommunikationsprobleme mit den Patienten, da ich viele der medizinischen Fachbegriffe nur auf Englisch kenne. Ich habe jetzt aber angefangen mir alle wichtigen medizinische Begriffe, Körperteile und Organe auf spanisch aufzuschreiben, damit ich diese auswendig lernen kann.

Ist deine Unterkunft okay?

Als ich ankam wurde ich von Laura, der Programmkoorrdinatorin, vom Flughafen abgeholt und zu einer Gastfamilie gebracht. Die Familie war super nett! Ich hatte allerdings keinen eigenen Schlüssel und deswegen oft das Gefühl, dass ich ein bisschen von der Familie abhängig bin. Zudem war ich der einzige Voluntär, der dort untergebracht war. Ich hab mit Laura darüber gesprochen und sie hat mir sofort angeboten zu sich nach Hause zu ziehen, da dort auch die anderen Freiwilligen untergebracht waren. Dort habe ich dann einen eigenen Schlüssel bekommen, wodurch ich wesentlich unabhängiger war. Ich habe meine Zeit in Lauras Familie sehr genossen. Laura hat sich immer um jeden gekümmert und ihr Bestes gegeben, um uns eine tolle Zeit in Ecuador zu ermöglichen

Ist Quito jetzt deine neue Lieblingsstadt?

Definitiv nicht. Ich bevorzuge warmes Wetter, Strand, Meer und Palmen. Quito ist eine echt interessante Stadt, die das beste an Kultur, Architektur, Parks und Shopping, was Ecuador zu bieten hat, vereint. In Quito ist immer unglaublich viel los, trotzdem kann ich es jedem nur empfehlen Quito zu erleben!

Wie bist du mit der fremden Kultur zurechtgekommen?

Ganz gut eigentlich, ich hatte keine Kulturschock, da ich ja schon viel gereist bin. Aber die fremde Kultur ist eigentlich gar nicht so fremd. Man stelle sich einfach einen Australier vor, der herzlicher, aufgeschlossenener ist und gerne enge Kleidung trägt... und natürlich auch gerne in der Öffentlichkeit vor sich hinsingt. Aber natürlich gibt es noch vieles mehr, was die faszinierende Kultur der Ecuadorianer ausmacht. Am besten kommst du selbst nach Ecuador um das zu erleben!

Hast du auch Ausflüge außerhalb der Stadt gemacht?

Ja, habe ich! Quito liegt mitten in den Bergen, daher hab ich einige Wanderungen unternommen und habe die heißten Quellen besucht. Es gibt einfach nichts besseres als nach einer langen, anstrengenden Wanderung in einer heißen Quelle zu baden und zu entspannen. Nachdem ich meine Freiwilligenarbeit beendet habe, werde ich noch an die Küste reisen, um die Sonne dort zu genießen und surfen zu gehen!


Eine Freiwilligenarbeit oder Praktikum im Bereich Medizin ist immer eine ganz besondere Herausforderung. Nicht nur eine neue Kultur und freme Sprache erwarten einen, sondern auch andere Voraussetzungen und Hilfsmittel in den Gesundheitseinrichtungen. Hier erfährst du wie Volontär Daniel mit diesen Herausforderungen umgegangen ist.

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